Ökonom widerspricht Weidel: Euro ist keine "Weichwährung"

Ökonom widerspricht Weidel: Euro ist keine "Weichwährung"

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Wirtschaft – Euro-Debatte in Frankfurt

Frankfurt am Main () – Der Frankfurter Finanzökonom Volker Wieland hat Aussagen der AfD-Vorsitzenden Alice Weidel zum Euro als „völlig irreführende Kritik“ zurückgewiesen. Die EZB verfolge das Ziel, die Kaufkraft innerhalb des Euroraums stabil zu halten, erfolgreich – von einer Weichwährung könne keine Rede sein, sagte Wieland der FAZ.

Die wichtigste Kennzahl für die Preisstabilität ist die Inflation von durchschnittlich etwa zwei Prozent im Euroraum. Seit der Euro-Einführung schwanke die Inflation um diesen Wert – teilweise lag sie unterhalb der Zielmarke, nach dem russischen Angriff auf die stieg sie zeitweise stärker an. Dass die AfD trotz dieser insgesamt positiven Bilanz gegen den Euro wettert, wundert Wieland nicht. „Die Euro-Kritik gehört seit ihrer Gründung zur DNA der AfD“, sagte Wieland.

AfD-Chefin Weidel hatte am Sonntag im ZDF die Forderung aus dem Bundestagswahlkampf 2025 nach einem deutschen Euro-Austritt untermauert. „Was wir sehen ist, dass der Euro eine instabile geworden ist“, sagte die studierte Volkswirtin und sprach von einer „Weichwährung“. Die „Aufblähung“ der Bilanz der Europäischen Zentralbank (EZB) „von rund sechs Billionen Euro“ habe nicht nur den Euro geschwächt, sondern zu einer riesigen Umverteilung von „der arbeitenden Bevölkerung hin zu den Vermögenden“ geführt.

Weidels These, dass die EZB-Politik zu Umverteilung geführt habe, bestätigte der Ökonom dagegen. Infolge der Euro-Schuldenkrise hatte die Notenbank den Zins auf null gesetzt und im großen Stil Wertpapiere aufgekauft. „Davon haben vor allem die profitiert, die schon Immobilien und Wertpapiere besaßen, weil die gestiegen sind“, sagte Wieland. Bei aller Kritik im Detail, sei das aber ein legitimes Kriseninstrument gewesen, um die Wirtschaft im Euroraum wieder anzukurbeln. Um solche Kaufprogramm künftig sozial gerechter zu gestalten, sei es richtig, dass die Bundesregierung nun versuche, durch eine kapitalgedeckte Rente mehr Menschen an steigenden Haus- und Aktienpreisen teilhaben zu lassen.

Der Austritt aus dem Euro sei nur im Paket mit einem Austritt aus der Europäischen Union zu haben, sagte Wieland. „Von so einem unilateralen Austritt kann ich nur warnen.“ Der Handel würde dadurch erschwert, unter anderem, weil der Wechselkurs mit den wichtigsten Handelspartnern im Euroraum nicht mehr fixiert wäre. „Auch politisch wäre der Austritt ein Desaster“, warnte Wieland. habe international nur im Verbund mit der EU eine nennenswerte Stimme. „Eine totale Abkehr würde Deutschland schwächen – wir müssten vor Trump und Putin kuschen“, sagte der Ökonom.

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Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Volker Wieland, Alice Weidel

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

AfD, Alice Weidel, EZB, Europäische Zentralbank, ZDF, Bundestag, Bundesregierung, FAZ, Europäische Union

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Frankfurt am Main

Worum geht es in einem Satz?

Der Frankfurter Finanzökonom Volker Wieland widerspricht den Aussagen der AfD-Chefin Alice Weidel zum Euro und betont, dass der Euroraum preislich stabil bleibt und die EZB-Politik in der Krise vor allem wirtschaftlich geholfen habe.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

AfD-Vorsitzende Alice Weidels Aussagen zur EZB- und Euro-Politik im ZDF am Sonntag, insbesondere ihre Darstellung des Euros als „instabile“ bzw. „Weichwährung“ und ihre Kritik an einer Umverteilung durch die EZB-Bilanzaufblähung.

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Volker Wieland weist die Aussagen von Alice Weidel zur Euro-Kritik zurück und bezeichnet sie als irreführend
  • Er widerspricht Weidels Darstellung der EZB-Politik und bewertet die Euro-Inflationsentwicklung als insgesamt positiv für die Preisstabilität
  • Die Forderung nach einem deutschen Euro-Austritt wird von Wieland abgelehnt, er warnt vor den Folgen politisch und im Handel
  • Weidels These zur EZB als Umverteilung von der arbeitenden Bevölkerung hin zu Vermögenden bestätigt Wieland teils nicht, sondern ordnet sie als Ergebnis von Kriseninstrumenten ein

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Eingeschränkter Handel innerhalb des Euroraums durch Wegfall der Wechselkursfixierung
  • Politische Schwächung Deutschlands durch Abkehr vom EU-Verbund und damit weniger Einfluss auf internationaler Ebene
  • Erschwerte wirtschaftliche Zusammenarbeit mit wichtigen Handelspartnern
  • Risiko von politischem Schaden durch die Notwendigkeit, sich stärker nach externen Akteuren richten zu müssen
  • Zins- und Kaufprogrammpolitik der EZB als legitimes Kriseninstrument zur wirtschaftlichen Stabilisierung

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja. Der Artikel enthält eine Stellungnahme von Volker Wieland (FAZ/Interview): Er weist die Euro-Aussagen von AfD-Chefin Alice Weidel als „völlig irreführende Kritik“ zurück und begründet das.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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