Gesundheit & Patientensicherheit in Deutschland
Berlin () – Der Medizinische Dienst hat im Jahr 2025 bundesweit insgesamt 11.735 fachärztliche Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern erstellt. Das teilte die Expertenorganisation am Donnerstag in Berlin mit.
In jedem vierten Fall (3.098 Fälle) stellten die Gutachter einen Behandlungsfehler mit Schaden fest. In 2.700 Fällen war der Fehler ursächlich für den erlittenen Schaden. In 97 Fällen hat der Fehler zum Tod geführt oder wesentlich dazu beigetragen. Die Begutachtungszahlen zeigen allerdings nur einen kleinen Ausschnitt des tatsächlichen Fehlergeschehens, es wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen.
Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass es bei etwa zwei bis vier Prozent der stationären Behandlungen zu vermeidbaren Schadensereignissen kommt. Auf Deutschland übertragen entspricht das einer Größenordnung von rund 350.000 bis 700.000 Ereignissen pro Jahr. Unsichere Versorgung verursacht nicht nur unnötiges menschliches Leid, sondern auch erhebliche Kosten.
Die OECD schätzt, dass in hochentwickelten Ländern rund 15 Prozent der Kosten der stationären Versorgung für die Folgen vermeidbarer Schadensereignisse aufgewendet werden. Überträgt man diesen Schätzwert auf die Krankenhausausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland, ergibt sich für 2025 eine Größenordnung von rund 16,7 Milliarden Euro.
Stefan Gronemeyer, Vorstandsvorsitzender des Medizinischen Dienstes Bund, sagte, dass mehr Patientensicherheit auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit des Gesundheitswesens sei. „Jeder vermeidbare Schaden, den wir verhindern, bedeutet weniger Leid und vermeidet zugleich unnötige Folgekosten.“
In der Jahresstatistik 2025 stuften die Gutachter 150 Fälle (2024: 134) als sogenannte „Never Events“ ein. Dazu zählen schwerwiegende Medikationsfehler, unbeabsichtigt im Körper zurückgebliebene Fremdkörper nach Operationen wie Tupfer o.ä., Patienten- und Seitenverwechslungen, die zu erheblichen Schäden führen können.
Zwei Drittel aller erhobenen Behandlungsfehlervorwürfe beziehen sich auf Leistungen in der stationären Versorgung, zumeist in Krankenhäusern (7.633 Fälle). Ein Drittel (4.073 Fälle) entfällt auf den ambulanten Bereich.
Betrachtet man die Fachgebiete, ergibt sich folgendes Bild: 29,6 Prozent der Vorwürfe (3.476 Fälle) betreffen die Orthopädie und Unfallchirurgie; 10,6 Prozent die Innere Medizin und Allgemeinmedizin (1.246 Fälle); 9,4 Prozent die Frauenheilkunde und Geburtshilfe (1.099 Fälle); 8,9 Prozent die Zahnmedizin (1.043 Fälle) und 8,2 Prozent die Allgemein- und Viszeralchirurgie (961 Fälle). 6,6 Prozent der Vorwürfe beziehen sich auf Pflege (776 Fälle). 26,7 Prozent der Vorwürfe entfallen auf 29 weitere Fachgebiete (3.134 Fälle).
In der Jahresstatistik 2025 sind 11.735 Verdachtsfälle zu knapp 1.000 verschiedenen Diagnosen erfasst. Die Vorwürfe betreffen fehlerhafte Behandlungen bei Hüft- und Kniegelenksverschleiß, Knochenbrüchen, Gallensteinen, Zahnwurzelbehandlungen und vieles andere mehr.
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Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Medizinischer Dienst: Jahresstatistik 2025 zur Begutachtung von Behandlungsfehlern am 20.08.2026
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Stefan Gronemeyer
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Medizinischer Dienst, Medizinischer Dienst Bund, OECD
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis fand am 20.08.2026 (Donnerstag) statt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Der Medizinische Dienst hat 2025 bundesweit 11.735 fachärztliche Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern erstellt, dabei in jedem vierten Fall (3.098) einen Fehler mit Schaden festgestellt und warnt zugleich wegen einer angenommenen hohen Dunkelziffer vor vermeidbaren Schäden sowie deren menschlichen und wirtschaftlichen Folgen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Verdachtsfälle auf vermeintliche Behandlungsfehler im Jahr 2025 bei stationären und ambulanten Behandlungen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- keine Beschreibung, wie Politik oder Öffentlichkeit reagiert haben
- keine Beschreibung, wie Medien reagiert haben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Insgesamt 11.735 fachärztliche Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern im Jahr 2025
- In 3.098 Fällen wurde ein Behandlungsfehler mit Schaden festgestellt
- In 2.700 Fällen war der Fehler ursächlich für den erlittenen Schaden
- In 97 Fällen führte der Fehler zum Tod oder trug wesentlich dazu bei
- Es wird von einer hohen Dunkelziffer im tatsächlichen Fehlergeschehen ausgegangen
- Vermeidbare Schadensereignisse werden bei etwa zwei bis vier Prozent der stationären Behandlungen erwartet
- Das entspricht grob 350.000 bis 700.000 Ereignissen pro Jahr
- Unsichere Versorgung verursacht erhebliche Kosten
- Die OECD schätzt, dass rund 15 Prozent der stationären Versorgungskosten für Folgen vermeidbarer Schadensereignisse aufgewendet werden
- Für 2025 ergibt sich daraus eine Größenordnung von rund 16,7 Milliarden Euro
- 150 Fälle wurden 2025 als sogenannte Never Events eingestuft
- Never Events umfassen schwerwiegende Medikationsfehler sowie unbeabsichtigt im Körper zurückgebliebene Fremdkörper nach Operationen
- Ein signifikanter Teil der Vorwürfe entfällt auf die stationäre Versorgung mit 7.633 Fällen
- 4.073 Fälle betreffen den ambulanten Bereich
- Die meisten Vorwürfe betreffen die Orthopädie und Unfallchirurgie mit 3.476 Fällen
- Weitere häufig betroffene Bereiche sind Innere Medizin und Allgemeinmedizin sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Zusätzlich entfallen relevante Anteile auf Zahnmedizin und Allgemein- und Viszeralchirurgie
- Pflege ist in 776 Fällen betroffen
- 26,7 Prozent der Vorwürfe entfallen auf 29 weitere Fachgebiete mit 3.134 Fällen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Stefan Gronemeyer (Vorstandsvorsitzender des Medizinischen Dienstes Bund) wird mit einer Stellungnahme/ Aussage zitiert („Jeder vermeidbare Schaden …“).
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