Münster: Therapie bei PTSD bei Kindern ohne häufige Nebenwirkungen
Münster () – Psychotherapien bei Kindern und Jugendlichen mit posttraumatischen Belastungsstörungen sind nur selten mit negativen Nebenwirkungen verbunden. Das hat eine internationale Metastudie unter Leitung der Universität Münster ergeben, wie die Hochschule mitteilte.
Das Team um Thole H. Hoppen und Nexhmedin Morina vom Institut für Psychologie wertete 71 Studien mit mehr als 5.600 Patienten aus. Es ist die erste Metaanalyse dieser Art.
Weniger als 0,01 Prozent der Patienten berichteten nach dem Ende der Behandlung über eine Verschlechterung der Symptome.
Unerwünschte Ereignisse während der Behandlung traten bei 0,29 Prozent auf. Die Raten seien verschwindend gering und nicht signifikant häufiger als in Kontrollgruppen, hieß es.
Als unerwünschte Nebenwirkungen galten unter anderem ein Abbruch der Therapie, eine Verschlimmerung von Begleiterkrankungen wie Depressionen oder eine erhöhte Suizidalität während der Behandlungsphase.
Die Forscher untersuchten besonders die sogenannte traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie, bei der die Betroffenen ihre traumatischen Erinnerungen offen besprechen. Gerade solche Verfahren würden häufig als potenziell schädlich missverstanden, weil viele Patienten und Angehörige fürchteten, dass die direkte Konfrontation die Symptome verschlimmern könnte.
Diese Sorge könne dazu führen, dass eine Behandlung vermieden werde und die Störung sich chronifiziere, erläuterten die Wissenschaftler.
Nach Ansicht der Autoren bestärken die Ergebnisse Betroffene, Angehörige und Behandler darin, psychotherapeutische Behandlungen aufzusuchen beziehungsweise anzubieten. Ein Aufschub oder das Vermeiden einer Behandlung könne gerade im Kindes- und Jugendalter negative Folgen haben.
Die Daten und Analyseskripte stellen die Forscher öffentlich zur Verfügung. Die Studie ist im Journal of Child Psychology and Psychiatry erschienen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Thole H. Hoppen, Nexhmedin Morina
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Universität Münster, Institut für Psychologie, Journal of Child Psychology and Psychiatry, dts Nachrichtenagentur
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Münster
Worum geht es in einem Satz?
Eine internationale Metaanalyse der Universität Münster zeigt, dass Psychotherapien bei Kindern und Jugendlichen mit posttraumatischen Belastungsstörungen – insbesondere traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie – nur extrem selten zu negativen Nebenwirkungen führen und nicht häufiger als in Kontrollgruppen schaden.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Weniger als 0,01 Prozent der Patienten berichteten nach dem Ende der Behandlung über eine Verschlechterung der Symptome
- Unerwünschte Ereignisse während der Behandlung traten bei 0,29 Prozent auf
- Forschende untersuchten traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie mit offener Besprechung traumatischer Erinnerungen
- Angst vor potenzieller Schädlichkeit durch direkte Konfrontation führte häufig dazu, dass Behandlungen vermieden werden könnten
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- keine Reaktion von Politik, Öffentlichkeit oder Medien beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Nach Ende der Behandlung berichteten weniger als 0,01 Prozent über eine Verschlechterung der Symptome
- Unerwünschte Ereignisse während der Behandlung traten bei 0,29 Prozent auf
- Abbruch der Therapie als unerwünschte Nebenwirkung möglich
- Verschlimmerung von Begleiterkrankungen wie Depressionen als unerwünschte Nebenwirkung möglich
- Erhöhte Suizidalität während der Behandlungsphase als unerwünschte Nebenwirkung möglich
- Vermeiden oder Aufschieben einer Behandlung kann dazu führen, dass sich die Störung chronifiziert
- Ein Aufschub oder das Vermeiden einer Behandlung im Kindes- und Jugendalter kann negative Folgen haben
- Ergebnisse bestärken Betroffene, Angehörige und Behandler darin, psychotherapeutische Behandlungen aufzusuchen bzw. anzubieten
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Nein. In dem Artikel wird keine Stellungnahme oder Reaktion einer konkreten Person oder Organisation zitiert.
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