Bildungspolitik in Deutschland: Noteninflation im Abitur
Berlin () – Der Präsident des Deutschen Hochschulverbands (DHV), Lambert T. Koch, rügt eine „Noteninflation“ im deutschen Abitur. „Um die Aussagekraft des Abiturs nachhaltig zu sichern, muss der fortschreitenden `Noteninflation` durch eine konsequente Ausschöpfung des Bewertungsspektrums Einhalt geboten werden“, sagte Koch dem „Münchner Merkur“ von Ippen-Media.
Trotz immer besserer Noten für Abiturienten stünden die Universitäten vor Problemen. Die fast 34.000 im Deutschen Hochschulverband (DHV) organisierten Wissenschaftler beobachteten seit geraumer Zeit mit Sorge, dass das Abitur die Studierfähigkeit zwar formal bescheinige, in der Praxis jedoch immer seltener garantiere, so Koch. „Natürlich gibt es nach wie vor hochmotivierte und leistungsstarke junge Menschen, die nach dem Abitur ein Studium aufnehmen und vom ersten Semester an brillieren“, meinte der DHV-Präsident. „Hochschullehrende konstatieren jedoch zunehmend eklatante Mängel: Neben unzureichenden mathematischen Vorkenntnissen haben sich auch das Leseverständnis, die Lesebereitschaft und das allgemeine Ausdrucksvermögen insgesamt spürbar verschlechtert.“
Um diese Defizite aufzufangen und auszugleichen, gebe es an den Hochschulen „fachspezifische Brückenkurse“, die fehlende Grundlagen vermitteln. „Diese nachholende Stoffvermittlung stößt jedoch an strukturelle Grenzen, da den Universitäten die Kapazitäten fehlen, um dauerhaft Bildungsaufgaben der Schulen zu übernehmen.“
Wie aus Daten der Kultusministerkonferenz hervorgeht, sind die Abiturnoten in den vergangenen Jahren tatsächlich deutlich besser geworden. Lag der gewichtete Abitur-Bundesdurchschnitt 2006 noch bei 2,5, liegt er heute bei 2,36. „Freigiebig vergebene Bestnoten wecken falsche Erwartungen, die im Studienalltag zwangsläufig zu Enttäuschungen führen“, so Koch. Erforderlich sei daher „eine Rückbesinnung auf das Prinzip `Qualität vor Quantität`, damit das Abitur bundesweit wieder als verlässlicher Nachweis tatsächlicher Leistungsfähigkeit dient“.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Lambert T. Koch
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Deutscher Hochschulverband (DHV), Münchner Merkur, Ippen-Media, Kultusministerkonferenz
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die genannten Orte sind: Berlin, München.
Worum geht es in einem Satz?
Der Präsident des Deutschen Hochschulverbands, Lambert T. Koch, kritisiert die "Noteninflation" im deutschen Abitur, die trotz besserer Noten zu einem Rückgang der Studierfähigkeit führt und fordert eine Rückbesinnung auf Qualität, um das Abitur als verlässlichen Leistungsnachweis zu sichern.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Anstieg der Abiturnoten in den letzten Jahren
- Wahrnehmung einer "Noteninflation"
- Mangelnde Studierfähigkeit trotz guter Noten
- Feststellung von eklatanten Mängeln bei Studierenden
- Verschlechterung des Leseverständnisses und Ausdrucksvermögens
- Investition in Brückenkurse an Hochschulen
- Fehlende Kapazitäten an Universitäten für Bildungsaufgaben der Schulen
- Druck, die Qualität des Abiturs zu gewährleisten
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Lambert T. Koch rügt "Noteninflation" im deutschen Abitur
- Noten für Abiturienten steigen, Universitäten haben dennoch Probleme
- Abitur bescheinigt Studierfähigkeit, garantiert jedoch immer seltener Leistungsfähigkeit
- Hochschullehrende bemerken eklatante Mängel, z. B. in Mathe, Leseverständnis und Ausdrucksvermögen
- Fachspezifische Brückenkurse an Hochschulen vorhanden, stoßen jedoch an Kapazitätsgrenzen
- Abiturnoten sind seit 2006 deutlich gestiegen (Durchschnitt 2,36 statt 2,5)
- Freigiebig vergebene Bestnoten führen zu falschen Erwartungen im Studienalltag
- Forderung nach Rückbesinnung auf "Qualität vor Quantität" für verlässliche Leistungsnachweise
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Noteninflation im Abitur
- Weniger Garantie für Studierfähigkeit
- Eklatante Mängel bei mathematischen Vorkenntnissen
- Verschlechterung von Leseverständnis und Ausdrucksvermögen
- Notwendigkeit von Brückenkursen an Hochschulen
- Strukturelle Grenzen der Hochschulen bei Nachholbedarf
- Falsche Erwartungen durch beständig gute Noten
- Mögliche Enttäuschungen im Studienalltag
- Forderung nach Qualität vor Quantität
- Abitur als unzuverlässiger Nachweis der Leistungsfähigkeit
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme des Präsidenten des Deutschen Hochschulverbands (DHV), Lambert T. Koch, zitiert, der eine "Noteninflation" im deutschen Abitur rügt und fordert, das Bewertungsspektrum konsequent auszuschöpfen.
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