Gesellschaft: Anstieg von Autismus-Diagnosen in NRW
Düsseldorf () – Immer mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene in NRW leben mit der Diagnose „Autismus“. Das berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf Daten der beiden Kassenärztlichen Vereinigungen in NRW.
Deren Statistiken zufolge haben Ärzte im Jahr 2015 noch in 10.401 Fällen Patienten im Alter von 0 bis 15 Jahren mit Frühkindlichem Autismus, Atypischem Autismus oder Asperger-Syndrom behandelt.
2020 waren es 19.143, und im Jahr 2025 wurden 38.661 Fälle erfasst. In der Altersgruppe der 16- bis 49-Jährigen wuchs die Zahl von 8921 Patienten im Jahr 2015 auf 36.347 im Jahr 2025.
„Unsere Fachleute sagen dazu, dass es für den Anstieg zunächst keine wirklich medizinisch / wissenschaftlich belegbaren Gründe gibt“, ordnete die Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein die Entwicklung gegenüber der „Rheinischen Post“ ein.
Die Vereinigung verwies darauf, dass die Medizin für das Krankheitsbild sensibler geworden zu sein scheine und Forschung und Diagnosekriterien sich weiterentwickelt hätten. Demnach muss der Anstieg der Zahlen keineswegs bedeuten, dass es tatsächlich mehr Betroffene gibt, sondern, dass die Diagnose häufiger gestellt wird.
„Man schaut viel genauer hin“, sagte dazu Michael Achenbach vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Westfalen-Lippe gegenüber der „Rheinischen Post“.
„Es gibt bessere Screenings, es gibt bessere Ambulanzen. Betroffene werden früher diagnostiziert – und wenn ich einen Patienten mit zwei oder drei Jahren diagnostiziere, ist er länger in der Statistik. Die frühere Diagnose macht sicher einen großen Teil des Anstiegs aus.“
Vor allem bei leichtem Krankheitsbild seien autistische Störungen früher oft gar nicht oder falsch bestimmt worden, heute gebe es bessere Leitlinien für die Diagnose.
Achenbach vermutet zudem einen sozialen Effekt: „Es gibt mehr Wissen über Autismus in der Bevölkerung. Dadurch ist die Stigmatisierung zurückgegangen.“
Das wiederum mache es Ärzten und Eltern leichter, den Befund zu akzeptieren.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Die Personen, die im Artikel vorkommen, sind:
Michael Achenbach
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Kassenärztlichen Vereinigungen, Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Rheinische Post, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Westfalen-Lippe
Wann ist das Ereignis passiert?
2015, 2020, 2025
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen (NRW)
Worum geht es in einem Satz?
In Nordrhein-Westfalen steigt die Zahl der Diagnosen von Autismus bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erheblich an, was jedoch vorwiegend auf verbesserte Diagnosemöglichkeiten und ein wachsendes Bewusstsein in der Bevölkerung zurückzuführen ist, statt auf eine tatsächlich gestiegene Betroffenheit.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Zunahme der Diagnosen von Autismus in NRW
- Statistische Erfassung von mehr Fällen
- Verbesserung der Diagnosekriterien und -methoden
- Frühe Diagnosen bei Kleinkindern
- Entwicklung besserer Screening-Verfahren
- Höhere Sensibilisierung in der Medizin
- Rückgang der Stigmatisierung in der Bevölkerung
- Erhöhung des allgemeinen Wissens über Autismus
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Anstieg der Autismus-Diagnosen in NRW zwischen 2015 und 2025.
- Kassenärztliche Vereinigung Rheinland betont keine medizinisch belegbaren Gründe für den Anstieg.
- Entwicklung von Forschung und Diagnosekriterien führt zu häufigeren Diagnosen.
- Verbesserung der Screenings und frühere Diagnosen tragen zum Anstieg bei.
- Besseres Wissen über Autismus in der Bevölkerung verringert Stigmatisierung.
- Erleichterung für Ärzte und Eltern, den Befund zu akzeptieren.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Anstieg der Diagnosen von Autismus
- Frühe Diagnosen für jüngere Patienten
- Häufigere Feststellung bei leichteren Fällen
- Verbesserte Screening-Methoden und Leitlinien
- Gesenkte Stigmatisierung in der Bevölkerung
- Erleichterte Akzeptanz des Befunds durch Ärzte und Eltern
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. Michael Achenbach vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte Westfalen-Lippe sagt, dass aufgrund verbesserter Screenings und Diagnosen viele Betroffene früher identifiziert werden und daher länger in der Statistik erscheinen.
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