Europa und die WM: Politische Überlegungen zu Trump
Berlin () – In der CDU wird für den Fall einer Eskalation um Grönland ein europäischer Boykott der Fußball-WM im Sommer in den USA als Druckmittel gegen US-Präsident Donald Trump für denkbar erachtet.
„Es braucht schon lange einen klaren und entschlossenen Kurs gegenüber Trump“, sagte der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“. Beschwichtigung und Unterwürfigkeit seien kontraproduktiv, das werte Trump als Schwäche. „Insofern muss natürlich klar sein, dass Europa nicht an einer Fußball-WM teilnehmen sollte, im Fall, dass Trump seine Ankündigungen und Drohungen in Bezug auf Grönland umsetzt oder einen Handelskrieg mit der EU anzettelt.“
Zuvor hatte auch der außenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Jürgen Hardt, als Ultima Ratio einen Boykott ins Spiel gebracht. Die WM wird vom 11. Juni bis 19. Juli zum größten Teil in den USA stattfinden. Einige Spiele richten Mexiko und Kanada aus, 78 von 104 Partien finden in den USA statt. Erstmals sollen 48 Mannschaften antreten. Im Fußball ist Europa noch eine Macht, es stellt 16 Teilnehmer – ohne Länder wie Frankreich, Spanien, England, Portugal und Deutschland wäre die WM sportlich deutlich entwertet.
Bei der SPD ist man bisher zurückhaltend. „Was Boykottdrohungen im Sport angeht, bin ich generell skeptisch. Man bestraft damit die Fans und die Sportler, der Nutzen ist fragwürdig“, sagte der Bundestagsabgeordnete Ralf Stegner der SZ. Generell wäre mehr gemeinsame europäische Konsequenz hilfreich – „nach den politischen Bücklingen wird das aber schwierig“. Er nannte namentlich Nato-Chef Mark Rutte und Fifa-Chef Gianni Infantino.
Stegner denkt an eine andere Möglichkeit, um auf Trump zu reagieren: „Vielleicht sollte wirklich ernsthaft über eine Digitalsteuer nachgedacht werden – das betrifft das Geschäft und trifft die reichen Freunde aus den Techkonzernen.“
Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Adis Ahmetovic, hält einen WM-Boykott für unsinnig. Man solle lieber die Chance ergreifen, „am Rande des Turniers neue Partnerschaften mit politischen Akteuren und der Zivilgesellschaft zu knüpfen“.
Der Deutsche Fußball-Bund wollte sich vorerst auf SZ-Anfrage nicht zu der politischen Debatte äußern. Verwiesen wird hier auch auf die gerade sehr volatile Lage.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Nuuk auf Grönland am 19.01.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Donald Trump, Roderich Kiesewetter, Jürgen Hardt, Ralf Stegner, Mark Rutte, Gianni Infantino, Adis Ahmetovic
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
CDU, SPD, Unions-Fraktion, Nato, Fifa, Deutsche Fußball-Bund
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Datum oder der Zeitraum des beschriebenen Ereignisses ist: 11. Juni bis 19. Juli 2026 (Fußball-WM).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Grönland, USA, Mexiko, Kanada, Berlin.
Worum geht es in einem Satz?
Die CDU erwägt einen europäischen Boykott der Fußball-WM als Druckmittel gegen US-Präsident Trump im Falle einer Eskalation um Grönland, während die SPD zurückhaltend auf solche Boykottüberlegungen reagiert und alternative Maßnahmen vorschlägt.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Eskalation um Grönland
- Ankündigungen und Drohungen von Donald Trump
- Handelskrieg mit der EU
- Notwendigkeit einer klaren Haltung gegenüber Trump
- Druckmittel Boykott der Fußball-WM
- Politische Bücklinge der EU
- Diskussion über europäische Konsequenz
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- CDU sieht möglichen europäischen Boykott der WM als Druckmittel gegen Trump
- Roderich Kiesewetter fordert entschlossenen Kurs gegenüber Trump
- Jürgen Hardt bringt Boykott als Ultima Ratio ins Spiel
- WM findet größtenteils in den USA statt, Europa stellt 16 Teilnehmer
- SPD skeptisch gegenüber Boykottdrohungen, sieht Strafe für Fans und Sportler
- Ralf Stegner plädiert für Digitalsteuer als Reaktion auf Trump
- Adis Ahmetovic hält WM-Boykott für unsinnig, favorisiert neue Partnerschaften
- Deutscher Fußball-Bund äußert sich nicht zur politischen Debatte
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Erwägung eines europäischen Boykotts der Fußball-WM
- Druckmittel gegen US-Präsident Trump
- Notwendigkeit eines klaren Kurses gegenüber Drohungen
- Sportliche Abwertung der WM ohne europäische Teilnahme
- Skepsis gegenüber Boykottdrohungen innerhalb der SPD
- Vorschlag einer Digitalsteuer als Reaktion auf Trump
- Chance zur Knüpfung neuer Partnerschaften während des Turniers
- Volatile politische Lage als Faktor für die Diskussion
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter äußert sich, dass Europa im Falle einer Eskalation bezüglich Grönland nicht an der Fußball-WM teilnehmen sollte.
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