Kretschmer sieht Ampel-Regierung in Verantwortung für AfD-Aufstieg

Dresden () – Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht die im Bund regierende Ampel- in der Verantwortung für den Aufstieg der AfD. “Die Umfragewerte in ganz zeigen uns eine immer größer werdende Unzufriedenheit mit der Politik der Bundesregierung”, sagte Kretschmer dem Wirtschaftsmagazin “Capital”. “Die Menschen zweifeln daran, dass die demokratischen Institutionen es schaffen, den Reformstau aufzuarbeiten.”

Hinzu komme ein Staat, der “immer übergriffiger” werde. “Die Leute wollen sich nicht sagen lassen, wie sie heizen, welches sie fahren sollen, was sie oder wie sie sprechen sollen. Vieles geht an ihrer Lebensrealität vorbei.” Als derzeit drängendstes Problem bezeichnete Kretschmer die hohen Industriestrompreise, die die “Folge einer gescheiterten Energiepolitik” seien: “Der Bund hat gegen alle Vernunft und ökonomische Notwendigkeit den Ausstieg aus der Atomenergie durchgezogen und drängt auf den vorzeitigen Kohleausstieg.” Damit nehme die Bundesregierung eine “Schrumpfung der Wirtschaft in Kauf, um die Klimaziele zu erreichen”. Wenn sich nichts ändere, habe Deutschland “industriepolitisch keine Zukunft”, so Kretschmer. Die Ansiedlung des Chipunternehmens TSMC in Dresden wertete Kretschmer als Erfolg der sächsischen Industriepolitik. “In investieren wir seit Jahrzehnten in das Mikrochipcluster, und deshalb bekommen wir diese großen Ansiedlungen.” Dass dennoch Milliarden Euro an Subventionen notwendig gewesen seien, liege am verzerrten Wettbewerb in der Halbleiterindustrie und den Standortnachteilen Deutschlands. Kretschmer glaubt nicht, dass Unternehmen in Sachsen aufgrund des Erfolges der AfD und des erstarkenden Rechtsextremismus Probleme bei der Suche nach Fachkräften haben. “Das Problem mit dem Rechtsextremismus gibt es leider an vielen Orten der Welt, das belastet nicht nur Sachsen.” Sein Bundesland tue außerdem etwas dagegen.

“Wir haben eine Zivilgesellschaft, die sich sehr klar und sehr entschieden dagegen wendet mit vielen Aktionen. Dresden ist eine fantastische Stadt, die extrem weltoffen ist. Wir setzen ganz bewusst auf Fachkräfte aus dem Ausland.”

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Michael Kretschmer (Archiv)

Kretschmer sieht Ampel-Regierung in Verantwortung für AfD-Aufstieg

Zusammenfassung

– Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sieht Ampel-Koalition verantwortlich für AfD-Aufstieg
– Kritisiert wachsende Unzufriedenheit mit Bundesregierung und Reformstau
– Hält hohen Industriestrompreise für Folge einer gescheiterten Energiepolitik
– Warnt vor Schrumpfung der Wirtschaft aufgrund von Klimazielen
– Dresden als Erfolg der sächsischen Industriepolitik, Ansiedlung von TSMC
– Kretschmer sieht keine Fachkräfteprobleme aufgrund von Rechtsextremismus in Sachsen
– Dresden als weltoffene Stadt, bewusstes Setzen auf ausländische Fachkräfte

Fazit

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gibt der Ampel-Koalition Mitschuld am Aufstieg der AfD. Er kritisiert die Unzufriedenheit der Menschen mit den Reformen der Bundesregierung und den immer übergriffigeren Staat. Kretschmer sieht die hohen Industriestrompreise als drängendstes Problem und Ergebnis einer gescheiterten Energiepolitik. Ohne Änderungen habe Deutschland industriepolitisch keine Zukunft. Kretschmer hält es für unwahrscheinlich, dass Sachsen aufgrund des Rechtsextremismus Probleme bei der Suche nach Fachkräften hat, und betont die weltoffene Zivilgesellschaft und Bemühungen um ausländische Fachkräfte.

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