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Handynetz in Deutschland: Schlecht, schlechter, o2

Handynetz in Deutschland: Schlecht, schlechter, o2

Wer hat das mit Abstand schlechteste Handynetz im ganzen Land? Die Antwort lautet: o2. Mit dem letzten Platz im Ranking der Mobilfunkanbieter gibt sich o2 aber noch lange nicht zufrieden. Während die Konkurrenz sich in diesem Jahr verbessern konnte, ging der Ehrgeiz von o2 in die andere Richtung, die Leistungen wurden in allen Punkten noch schlechter. Die Situation ist mittlerweile dramatisch, denn ganz gleich, welche Fachzeitschrift auch testet, o2 ist immer das einsame Schlusslicht.

Keine Überraschung

Mit dem Zusammenschluss von o2 und E-Plus sollte das Mobilfunknetz von Telefónica in Deutschland eine echte Alternative zu Vodafone und zur Telekom werden. So weit das ehrgeizige Ziel, aber seit dem Zusammenschluss geht es für o2 zügig bergab. Jedes Jahr fiebern die Chefs der großen Mobilfunkunternehmen dem Tag entgegen, wenn die Rankings veröffentlicht werden, denn die Untersuchungen sind sehr aufwendig und die Ergebnisse untrüglich. Die Tester fahren kreuz und quer durch die Republik, sie besuchen 19 große und 28 kleine Städte, um die Netzqualität zu prüfen. Dazu setzen sich die Prüfer in Cafés, in Bahnhöfe, auf Flughäfen und sie gehen ins Museum. Schließlich werden die Daten gesammelt, ausgewertet und die Rangliste steht dann in der Zeitschrift „Connect“. In diesem Jahr gab es keine großen Überraschungen, außer vielleicht bei o2, wie eigentlich jedes Jahr.

Den Vorsprung ausgebaut

Auch in diesem Jahr ist die Telekom wieder Spitzenreiter im Ranking der besten Mobilfunkanbieter. Von 1000 möglichen Punkten bekam die Telekom 901 Punkte. Auf dem zweiten Platz ist Vodafone zu finden, immerhin noch mit 876 von 1000 machbaren Punkten. Weit abgeschlagen o2 mit 553 von 1000 möglichen Punkten. Im vergangenen Jahr sah die Bilanz für o2 noch ein wenig besser aus, denn damals gab es 643 Punkte. Aber warum ist o2 so schlecht und was macht das Unternehmen falsch? Dass es auch anders funktioniert, zeigt die Telekom, die ihren Vorsprung jedes Jahr ein bisschen mehr ausbauen kann.

o2 verspricht Besserung

Netzstörungen sind ein Kritikpunkt, der zum schlechten Abschneiden von o2 geführt hat. Mittlerweile haben sich in den sozialen Netzwerken wie Facebook Foren gegründet, wo sich die unzufriedenen Kunden von o2 austauschen. Die Zahl der Teilnehmer in diesen Foren wächst ständig. Viele sind frustriert, wenn es um die Erreichbarkeit der Hotline geht. Seit einigen Monaten ist diese Hotline entweder nur sehr schlecht oder überhaupt nicht mehr erreichbar. Stunden verbringen die enttäuschten Kunden am Telefon, um dann doch wieder getrennt zu werden. Das Unternehmen versprach Besserung und die Wartezeiten wurden kürzer. Nur noch 15 Minuten müssen die Anrufer jetzt durchschnittlich in der Warteschleife verharren, manchmal dauert es aber immer noch deutlich länger.

Viele Beschwerden

Nicht nur in den sozialen Netzwerken häufen sich die Beschwerden über o2, auch bei der Bundesnetzagentur melden sich immer mehr verärgerte Kunden des Unternehmens. Allein bis Ende Oktober 2017 gingen bei der Bundesnetzagentur 640 Beschwerden über zu lange Wartezeiten am Telefon ein, 65 Prozent betrafen dabei o2. Alles wird besser, versprach das Unternehmen und gelobte, Service-Dienstleistungen nicht mehr nach außen zu verlagern, sondern im Haus zu belassen. Mehrere Hundert neue Mitarbeiter will Telefónica bis zum Ende des Jahres einstellen, die sich nur um den Service kümmern sollen. Ob es reicht, einfach mehr Mitarbeiter einzustellen, ist fraglich, denn bis jetzt hat sich die Lage nicht verändert. Die Kunden klagen nach wie vor darüber, dass sie das Unternehmen nicht erreichen können. Da die Kunden kein Recht auf Serviceleistungen haben, stehen wohl keine Veränderungen zum Positiven ins Haus.

Noch mehr Probleme

Im kommenden Jahr müssen sich die Kunden von o2 auf weitere Probleme einstellen. Vor knapp drei Jahren hat o2 den Konkurrenten E-Plus übernommen, aber die sogenannte Netzintegration ist erst 2019 komplett abgeschlossen. Das heißt, von den 40.000 Mobilfunkstandorten bleiben lediglich rund 25.000 übrig. Die Nutzer haben einen schlechteren Empfang, was zu weiteren Beschwerden über das Handynetz von o2 führen wird. Dabei hat Telefónica nach eigenen Angaben mit den besten Antennen und den meisten Frequenzen alles zur Hand, um ein optimales Handynetz zu bauen.

Fazit

Für die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel ist das Internet Neuland und das trifft bei einigen Mobilfunkanbietern offenbar auch auf das Handynetz zu. Während es aber der Telekom und auch Vodafone gelungen ist, ein attraktives Handynetz anzubieten, hat o2 nach wie vor mit großen Problemen zu kämpfen, die das Unternehmen einfach nicht in den Griff bekommt.

Bild: @ depositphotos.com / Lukassek

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig. eMail: u.dietz@tixio.de