Kann Kokoswasser den Blutdruck senken? Eine kleine Studie liefert Hinweise auf einen möglichen Effekt, belegt aber keine dauerhafte Behandlung von Bluthochdruck. Wer Kokoswasser gern trinkt, sollte daraus deshalb keine Therapie ableiten. Verordnete Blutdruckmedikamente lassen sich damit nicht ersetzen.
Was die Studie zu Kokoswasser tatsächlich zeigte
Eine 2005 veröffentlichte Untersuchung im West Indian Medical Journal umfasste 28 Menschen mit Bluthochdruck, aufgeteilt auf vier Gruppen. Nach einer zweiwöchigen Ausgangsmessung erhielten sie zwei Wochen lang Trinkwasser, Kokoswasser, das Getränk Mauby oder eine Mischung der beiden letzten Getränke.
In der Kokoswasser-Gruppe sank der durchschnittliche systolische Blutdruck bei 71 Prozent der Teilnehmenden signifikant. Das bedeutet nicht, dass der Blutdruck um 71 Prozent sank. Die Zahl beschreibt den Anteil der Personen mit einer gemessenen Abnahme, nicht deren Größe. Auch die Angabe von 29 Prozent zum diastolischen Blutdruck bezieht sich auf Personen.
Bei so wenigen Teilnehmenden und einer kurzen Einnahmedauer lässt sich daraus keine verlässliche Aussage über eine dauerhafte Wirkung oder die Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ableiten.
Kann gewöhnliches Wassertrinken den Blutdruck senken?
Kokoswasser ist die Flüssigkeit im Inneren der Kokosnuss. Es ist weder gewöhnliches Trinkwasser noch Kokosmilch, die aus dem Fruchtfleisch hergestellt wird. Ergebnisse zu Kokoswasser lassen sich deshalb nicht einfach auf Leitungs- oder Mineralwasser übertragen. Die genannte Untersuchung begründet keine Empfehlung, Bluthochdruck durch besonders große Trinkmengen zu behandeln.
Kalium und Nierenerkrankungen beachten
Kokoswasser enthält Kalium. Bei einer chronischen Nierenerkrankung kann der Körper überschüssiges Kalium schlechter ausscheiden; auch bestimmte Medikamente beeinflussen den Kaliumspiegel. Wie viel Kalium und Flüssigkeit geeignet ist, muss dann individuell geklärt werden. Darauf weist das US-amerikanische Niereninstitut NIDDK in seinen Ernährungshinweisen hin.
Wenn du eine Nierenerkrankung hast oder eine Kalium- beziehungsweise Flüssigkeitsbegrenzung einhalten sollst, besprich Kokoswasser mit deiner behandelnden Praxis. Eine pauschale Empfehlung für den täglichen Konsum wäre hier unangebracht.
Was bei Bluthochdruck besser belegt ist
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen erklärt wirksame Veränderungen des Lebensstils: Dazu gehören regelmäßige Bewegung, weniger Salz, wenig oder kein Alkohol und bei Übergewicht eine Gewichtsabnahme. Welche Maßnahmen und gegebenenfalls Medikamente passen, hängt unter anderem von den Blutdruckwerten und weiteren Erkrankungen ab.
Setze verschriebene Medikamente nicht eigenständig ab. Wenn Nebenwirkungen auftreten oder du ergänzend etwas verändern möchtest, kläre das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Für Kokoswasser lässt sich aus der kleinen Studie keine allgemein geeignete Behandlungsdosis ableiten.
Bild: @ depositphotos.com / tiverylucky
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Eine kleine Studie liefert Hinweise auf einen möglichen kurzfristigen Effekt bei manchen Teilnehmenden. Sie beweist aber nicht, dass Kokoswasser Bluthochdruck zuverlässig und dauerhaft behandelt. Die 71 Prozent bezeichnen den Anteil der Personen in der Kokoswassergruppe, deren mittlerer systolischer Blutdruck signifikant sank, nicht eine Senkung des Blutdruckwerts um 71 Prozent. Insgesamt nahmen 28 Personen in vier Gruppen teil. Auf zwei Wochen Ausgangsmessung folgten zwei Wochen mit den untersuchten Getränken. Auch hier bezeichnet die Prozentangabe den Anteil der Personen mit einer signifikanten Abnahme, nicht das Ausmaß der Blutdrucksenkung. Wegen der kurzen Beobachtungsdauer und der geringen Teilnehmerzahl lässt sich das Ergebnis nicht allgemein übertragen. Nein. Aus der Studie lässt sich keine Empfehlung ableiten, verordnete Blutdruckmedikamente zu ersetzen. Nein, Kokoswasser ist eine andere Flüssigkeit als gewöhnliches Trinkwasser und auch nicht mit Kokosmilch aus dem Fruchtfleisch gleichzusetzen. Daher sind die Studienergebnisse nicht direkt übertragbar. Die Untersuchung begründet keine Empfehlung, Bluthochdruck durch besonders große Trinkmengen zu behandeln. Entscheidend sind eher Lebensstilmaßnahmen mit besserer Evidenz. Wirksam sind vor allem regelmäßige Bewegung, weniger Salz, wenig oder kein Alkohol und bei Übergewicht eine Gewichtsabnahme. Welche Kombination passt, hängt von deinen Werten und Vorerkrankungen ab. Vorsicht: Bei chronischer Nierenerkrankung kann der Körper Kalium schlechter ausscheiden, und auch Medikamente können den Kaliumspiegel beeinflussen. Kläre daher den Konsum mit deiner behandelnden Praxis. Aus der kleinen Studie lässt sich keine allgemein geeignete Tagesdosis ableiten. Wenn du es ergänzend probieren möchtest, sprich es besser individuell ab. Nein. Setze verschriebene Medikamente nicht eigenständig ab, und kläre Änderungen oder mögliche Nebenwirkungen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.Häufige Fragen
Senkt Kokoswasser den Blutdruck wirklich?
Was bedeutet es, dass der systolische Blutdruck bei 71% „signifikant“ sank?
Gilt der Effekt auch für den diastolischen Blutdruck?
Kann ich Kokoswasser als Therapie gegen Bluthochdruck statt Medikamente nutzen?
Kann man Ergebnisse zu Kokoswasser auf Leitungs- oder Mineralwasser übertragen?
Reicht es, einfach mehr zu trinken, um den Blutdruck zu senken?
Welche Lebensstilmaßnahmen sind bei Bluthochdruck besser belegt?
Ist Kokoswasser wegen Kalium für Menschen mit Nierenerkrankungen geeignet?
Wie viel Kokoswasser ist bei Bluthochdruck „richtig“?
Sollte ich meine Blutdruckmedikamente eigenständig absetzen, wenn ich Kokoswasser trinke?
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