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Was tun, wenn Kinder Flöhe mit nach Hause bringen?

Was tun, wenn Kinder Flöhe mit nach Hause bringen?

Für jede Familie ist es eine gruselige Vorstellung: eines der Kinder bringt aus dem Kindergarten oder aus der Schule Flöhe mit nach Hause. Wenn es aber passiert ist, bricht nicht selten Panik aus. Neben der Frage, wie sich die Flöhe wieder vertreiben lassen, sind die meisten Familien verzweifelt bemüht, dass dieses „Malheur“ nicht nach außen dringt. Dabei ist niemand vor Flöhen sicher und schämen muss sich auch keiner, den es erwischt. Hunde und Katzen können Flöhe übertragen und da Schulen und Kindergärten wahre Brutstätten für die lästigen Plagegeister sind, kann es jeden treffen.

Sind es wirklich Flöhe?

Wenn sich Kinder auffallend oft an einzelnen Körperpartien oder auf dem Kopf kratzen, muss das nicht zwangsläufig auf Flöhe hindeuten. Um sicher zu sein, sollten die Eltern in der Schule oder der Kita fragen, ob noch andere Kinder ähnliche Symptome haben. Ist das der Fall, müssen die Eltern juckenden Stellen genauer untersuchen. Handelt es sich tatsächlich um Flöhe, ist ein starker Juckreiz ein erstes typisches Symptom. Dazu kommen Schmerzen an der Stelle, an der der Floh gebissen hat. Außerdem ist diese Stelle leicht gerötet und unter Umständen auch ein wenig angeschwollen. Charakteristisch sind drei kleine Einstichstellen, die immer auf einen Floh hindeuten. Flöhe sind zudem so groß, dass sie mit bloßem Auge zu erkennen sind. Verräterisch sind auch viele kleine schwarze Flecken auf dem Betttuch, denn sie deuten auf den Kot von Flöhen hin.

Die Flöhe erfolgreich bekämpfen

Flöhe oder genauer gesagt Flohbisse sind nicht gefährlich, aber sie sind nervig und sehr lästig. Hat sich ein Floh eingenistet, stellt sich natürlich die Frage: Wie lässt sich der kleine Parasit erfolgreich bekämpfen? Sind am Körper des Kindes die Flohbisse deutlich zu erkennen, sollten die Eltern mit dem Kind zum Arzt fahren. Wichtig ist es, sich vorher telefonisch anzumelden, damit das Kind nicht im Wartezimmer mit anderen Menschen in Berührung kommt. Der Arzt wird eine Salbe verschreiben, die auf die Haut aufgetragen, den Juckreiz nimmt. Sind es viele Flohbisse, greift der Arzt auch zu Medikamenten, die das Kind eine Zeit lang einnehmen muss. Zu den unterstützenden Maßnahmen gehören:

  • Ein heißes Vollbad nehmen, um die Flöhe, die sich noch am Körper befinden, zu ertränken.
  • Bettwäsche, Schlafanzug und auch die Plüschtiere bei mindestens 60° Grad in der Maschine waschen.
  • Alle Kleidungsstücke, Schuhe und Strümpfe im Freien ausschütteln und ebenfalls waschen.
  • Alle Bodenbeläge sowie die Möbel, die Gardinen und Vorhänge gründlich absaugen.

Auch der Einsatz eines Dampfreinigers ist eine gute Idee, denn damit steigen die Chancen, auch die Larven und die schon geschlüpften Flöhe zu entfernen. Eine weitere Möglichkeit, die Plagegeister wieder loszuwerden, bieten ungiftige Insektizide. Sie sind ideal, um die Möbel damit zu besprühen. Falls das nicht helfen sollte, gibt es immer noch einen Kammerjäger, der sich der lästigen Insekten annimmt.

Effektiv vorbeugen

Damit es erst gar keinen Befall durch Flöhe gibt, ist Vorbeugung das beste Mittel. Das gilt besonders für die Haushalte, in denen es ein Haustier wie einen Hund, eine Katze oder einen Vogel gibt. Katzen, die den ganzen Tag draußen herumlaufen, sollten wie Hunde auch, ein spezielles Flohhalsband tragen. Ebenfalls sehr hilfreich sind Tropfen, die vor Flöhen schützen sowie ein Knoblauchgranulat. Dort, wo sich Hund oder Katze im Haus bevorzugt aufhalten sowie ihre Schlafplätze müssen in regelmäßigen Abständen gründlich gereinigt werden. Flöhe sind auch vielfach das Resultat von einer eher mangelnden Hygiene im Bereich der Haustiere. Selbst wenn es vielleicht ein wenig mühsam ist, wer Flöhe im Haus vermeiden möchte, der sollte die Katze genau untersuchen, wenn sie von ihren Ausflügen nach Hause kommt. Nicht selten finden sich im Fell Flöhe, die sich schnell entfernen lassen. Alle diese Hygieneprodukten wie Flohhalsband oder Flohkamm kann man leicht im Tierladen kaufen oder noch schneller einfach bei der Shop-Apotheke bestellen.

Die Übertragung auf den Menschen

Normalerweise lieben Flöhe das Blut von Tieren und beißen daher auch nur Tiere. Aber es gibt bei den kleinen Parasiten auch Ausnahmen, die menschliches Blut bevorzugen. Nicht jeder Mensch ist für einen Floh geschmacklich attraktiv, einige Menschen sind jedoch besonders anfällig für die Bisse der Flöhe. Das große Problem bei Flöhen ist, dass in großen Gruppen auftreten. Flöhe, die alleine unterwegs sind, gibt es so gut wie gar nicht. Wenn eine solche große Gruppe Flöhe einen Menschen „schmackhaft“ findet und sich bei ihm einnistet, gibt es bald Nester mit Eiern in einer sehr großen Anzahl. Die Flöhe vermehren sich rasant und sie hören nicht damit auf, bis der Mensch etwas gegen sie unternimmt. Es ist also immer sehr wichtig, die Flöhe so schnell wie möglich unschädlich zu machen, damit sie sich nicht mehr vermehren können.

Können Flöhe Krankheiten übertragen?

Im Mittelalter waren Flöhe keine Seltenheit, da mangelnde Hygiene an der Tagesordnung war. Meist galten Ratten als Überträger der Parasiten, die unter anderem auch für die Pest verantwortlich waren. In der heutigen Zeit ist die Pest kein Thema mehr, dennoch können Flöhe immer noch Krankheiten übertragen. Beispielsweise gelten sie als sogenannter Zwischenwirt für Bandwürmer. Die Eier des Bandwurms nehmen die Larven der Flöhe auf und bei der Fellpflege von Hund oder Katze kann es passieren, dass ein infizierter Floh in den Darm gelangt. Zu den gefährlichen Krankheiten, die der Biss eines Flohs auslösen kann, gehört die Meningitis, die Hirnhautentzündung. Meningitis wird unter anderem auch durch Borrelien ausgelöst und die Bisse des Flohs sind so etwas wie die Eingangspforte für diese Bakterien. In den Tropen und Subtropen sind Flöhe der Auslöser für das Fleckfieber, auch Läusefieber, Faulfieber und in früheren Zeiten auch Typhus genannt. In Europa ist die Gefahr, sich mit dieser gefährlichen Krankheit anzustecken, jedoch sehr gering.

Fazit

Flöhe sind in der Regel harmlos, aber lästig. Es hat nichts mit mangelnder Hygiene im Haus zu tun, wenn ein Kind einen Floh aus der Schule oder der Kita mitbringt. Flöhe springen von Mensch zu Mensch und da sie das in großen Gruppen tun, ist ein Flohbefall alles andere als angenehm. Menschen, die eine Allergie auf die Bisse der Parasiten entwickeln, fühlen sich schwach und antriebslos, sie haben einen starken Juckreiz und müssen so schnell wie möglich zu einem Arzt. Der Arzt verschreibt in diesen Fällen sogenannte Spot-on-Präparate, die die Füße der Flöhe so stark reizen, dass sie sofort die Flucht ergreifen.

Bild: © Depositphotos.com / lantapix

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.
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