Wirtschaft in Deutschland und Europa
München () – Siemens-Chef Roland Busch fordert von Deutschland und Europa schnellere Entscheidungen und bessere staatliche Rahmenbedingungen. „Wir müssen schneller werden“, sagte Busch, der den Asien-Pazifik-Ausschuss der deutschen Wirtschaft leitet, dem Newsletter „Weltwirtschaft“ der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Busch verwies auf Japans Strategie mit 17 Technologiefeldern und 62 Unterpunkten. Jeder Punkt benenne, was zu tun sei, um private und staatliche Investitionen zu mobilisieren; auch der Arbeitsmarkt solle reformiert werden. So ein Plan sei stark, sagte Busch. Korea gehe mit einem eigenen Kabinett, das sich in kurzen Abständen treffe, ähnlich vor. Auf die Frage, ob er das in Deutschland genauso sehe, antwortete Busch knapp: „Nein.“
Für Deutschland und Europa verlangte er einen reformierten Arbeitsmarkt, bezahlbare Energie, weniger Regulierung und schnellere Entscheidungen. Fehlten diese Grundlagen, funktioniere es nicht, die Industrie könne sich noch so anstrengen.
Kleine Firmen ohne globale Präsenz seien besonders auf Strukturreformen angewiesen. Dem japanischen Wirtschaftsministerium Meti bescheinigte Busch Erfolge bei der Beschaffung kritischer Rohstoffe, die es gemeinsam mit den Unternehmen erreicht habe. Das wünsche er sich auch hier. Industriepolitik sei jedoch nicht leicht. „Wenn alles gleich wichtig ist, hat man keine Strategie“, sagte er.
Busch sprach sich zudem für mehr Zusammenarbeit aus. Die Industrien Japans und Koreas überschnitten sich stark mit der deutschen, bisher seien die Unternehmen Wettbewerber gewesen. Wegen der Geopolitik und der Innovationsgeschwindigkeit Chinas setze nun ein Umdenken ein. Er forderte, mit Wettbewerbern dort zu kooperieren, wo es sinnvoll und rechtlich zulässig sei, etwa bei gemeinsamen Plattformen oder einem gemeinsam entwickelten Spezialchip. In Deutschland sehe man die Welt dagegen „schwarz-weiß“: Wettbewerb oder nicht.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Worum geht es in einem Satz?
Siemens-Chef Roland Busch fordert für Deutschland und Europa schnellere Entscheidungen, Strukturreformen, bezahlbare Energie, weniger Regulierung und eine gezielte Industriepolitik sowie mehr rechtlich zulässige Kooperationen mit Wettbewerbern nach asiatischem Vorbild.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Langsame Entscheidungen und unzureichende staatliche Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa
- Reformbedarf am Arbeitsmarkt, hohe Energiekosten und zu viel Regulierung
- Fehlende klare industriepolitische Prioritäten im Vergleich zu den beschriebenen Strategien Japans und Koreas
- Besondere Abhängigkeit kleiner Unternehmen ohne globale Präsenz von Strukturreformen
- Geopolitische Veränderungen und Chinas hohe Innovationsgeschwindigkeit als Anlass, die Zusammenarbeit mit bisherigen Wettbewerbern neu zu bewerten
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Ohne geeignete Rahmenbedingungen reichen auch große Anstrengungen der Industrie nicht aus.
- Kleine Firmen ohne globale Präsenz sind besonders auf Strukturreformen angewiesen.
- Die Zusammenarbeit des japanischen Wirtschaftsministeriums mit Unternehmen hat Erfolge bei der Beschaffung kritischer Rohstoffe erzielt.
- Die Geopolitik und Chinas Innovationsgeschwindigkeit führen zu einem Umdenken im Umgang mit bisherigen Wettbewerbern.
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