DIW bezeichnet Zinspause als "riskant"

DIW bezeichnet Zinspause als "riskant"

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Wirtschaft und Geldpolitik in Berlin

Berlin () – Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnt vor Gefahren, nachdem die EZB nach der heutigen Ratssitzung die Leitzinsen unverändert gelassen hat. „Die Zinspause der EZB ist verständlich, aber riskant“, sagte DIW-Chef Marcel Fratzscher am Donnerstag.

Die sei deutlich gestiegen und die Risiken zeigten weiterhin „nach oben“. Besonders der Krieg im Nahen Osten und die gestiegenen Energiepreise könnten dazu führen, dass die Inflation auch im höher ausfalle als bisher erwartet. Fratzscher erwartet, dass die EZB im Dezember ihre Inflationsprognose nach oben korrigieren wird.

Der DIW-Chef räumte aber ein, dass bislang keine signifikanten Zweitrundeneffekte erkennbar seien. Weder bei Unternehmensgewinnen noch bei Löhnen gäbe es klare Anzeichen für eine sich selbst verstärkende -Lohn-Spirale. Auch die Kerninflation sei weniger stark gestiegen als die Gesamtinflation.

Die größere Sorge seien jedoch die Inflationserwartungen, die mit 2,5 Prozent auf fünf Jahre deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der EZB lägen. Dadurch bestehe die Gefahr, dass sich höhere Erwartungen verfestigen und die Glaubwürdigkeit der EZB leide.

Fratzscher erklärte, dass es verständlich sei, dass die EZB zunächst weitere abwarten wolle. Es könnte sich jedoch als Fehler herausstellen, die Zinsen jetzt nicht angehoben zu haben. Eine Zinserhöhung hätte ein klares Signal gesetzt, dass die EZB ihr Inflationsziel konsequent verteidigt. Gegen eine sofortige Zinserhöhung spreche, dass die Turbulenzen an den Anleihemärkten die Finanzierungsbedingungen bereits deutlich verschärft hätten und damit die schwache wirtschaftliche Erholung zusätzlich bremsten. Die EZB stehe daher vor einem schwierigen Dilemma. „Ein zu schnelles Handeln könnte die unnötig schwächen, ein zu langes Abwarten die Inflationserwartungen verfestigen“, sagte Fratzscher.

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Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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EZB (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Marcel Fratzscher

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Europäische Zentralbank (EZB), dts Nachrichtenagentur, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)

Wann ist das Ereignis passiert?

Am Donnerstag (Tag der EZB-Ratssitzung).

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

DIW-Chef Marcel Fratzscher hält die Zinspause der EZB angesichts steigender Inflation und erhöhter Inflationserwartungen für riskant, warnt aber zugleich, dass eine Zinserhöhung die schwache wirtschaftliche Erholung zusätzlich bremsen könnte.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Unveränderte Leitzinsen nach der EZB-Ratssitzung als Anlass für die Warnung des DIW
  • Deutlich gestiegene Inflation und anhaltende Aufwärtsrisiken
  • Krieg im Nahen Osten und gestiegene Energiepreise
  • Langfristige Inflationserwartungen von 2,5 Prozent über dem Zwei-Prozent-Ziel der EZB
  • Bislang keine signifikanten Zweitrundeneffekte bei Löhnen und Unternehmensgewinnen
  • Geringerer Anstieg der Kerninflation im Vergleich zur Gesamtinflation
  • Abwarten weiterer Daten durch die EZB
  • Bereits verschärfte Finanzierungsbedingungen durch Turbulenzen an den Anleihemärkten
  • Schwache wirtschaftliche Erholung als Argument gegen eine sofortige Zinserhöhung

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

Nein, der Artikel beschreibt keine Reaktionen aus Politik, Öffentlichkeit oder Medien, sondern ausschließlich die Einschätzung des DIW-Chefs Marcel Fratzscher.

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Möglicherweise höhere Inflation im kommenden Jahr als bislang erwartet
  • Erwartete Anhebung der Inflationsprognose der EZB im Dezember
  • Gefahr einer Verfestigung höherer Inflationserwartungen
  • Möglicher Verlust an Glaubwürdigkeit der EZB
  • Deutlich verschärfte Finanzierungsbedingungen durch Turbulenzen an den Anleihemärkten
  • Zusätzliche Bremsung der schwachen wirtschaftlichen Erholung
  • Mögliche unnötige Schwächung der Wirtschaft durch zu schnelles Handeln

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, DIW-Chef Marcel Fratzscher bezeichnet die Zinspause der EZB als „verständlich, aber riskant“ und warnt vor einer Verfestigung höherer Inflationserwartungen.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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