EZB tastet Leitzins trotz Nahost-Krieg vorerst nicht an

Wirtschaft: EZB Zinspolitik und Inflationsprognosen

Frankfurt am Main () – Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinspause erneut verlängert und ihren Leitzins bei 2,0 Prozent belassen. Das teilte die Notenbank am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit.

Dementsprechend liegen der Zinssatz für die Einlagefazilität sowie die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität unverändert bei 2,00 Prozent, 2,15 Prozent beziehungsweise 2,40 Prozent.

Man sei entschlossen, dafür zu sorgen, dass sich die auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiere, so der EZB-Rat. Der im Nahen Osten habe allerdings zu deutlich unsichereren Aussichten geführt. Er habe Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum zur Folge. Durch höhere Energiepreise werde sich der Krieg auf kurze Frist erheblich auf die Inflation auswirken. Die mittelfristigen Auswirkungen würden sowohl von der Intensität und der Dauer des Konflikts als auch davon abhängen, wie die Energiepreise auf die Verbraucherpreise durchschlagen und die beeinträchtigen.

Der EZB-Rat sei aber insgesamt gut gerüstet, um diese Unsicherheit zu bewältigen, hieß es weiter. Die Inflation liege in der Nähe des Zielwerts von zwei Prozent, die längerfristigen Inflationserwartungen seien fest verankert, und die Wirtschaft habe sich in den letzten Quartalen als widerstandsfähig erwiesen. Die in nächster Zeit eingehenden sollen dabei unterstützen, die Auswirkungen des Krieges auf die Inflationsaussichten und die damit verbundenen Risiken zu beurteilen, so der EZB-Rat. Man beobachte die Lage genau und der datengestützte Ansatz werde dabei helfen, die dementsprechend festzulegen.

Die neuen von Fachleuten der EZB erstellten Projektionen enthalten ausnahmsweise Informationen bis zum 11. März, einem späteren Redaktionsschluss als üblich. Im Basisszenario wird eine Gesamtinflation von durchschnittlich 2,6 Prozent für 2026, 2,0 Prozent für 2027 und 2,1 Prozent für 2028 erwartet. Die Inflation wurde gegenüber den Projektionen vom Dezember, insbesondere für 2026, nach oben revidiert. Ursächlich dafür ist, dass die Energiepreise aufgrund des Krieges im Nahen Osten höher sein werden.

Bei der Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel gehen die Fachleute von durchschnittlich 2,3 Prozent für 2026, 2,2 Prozent für 2027 und 2,1 Prozent für 2028 aus. Dies ist ebenfalls höher als in den Projektionen vom Dezember angenommen, vor allem, weil die höheren Energiepreise auf die Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel durchschlagen.

Die Fachleute erwarten zudem ein Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 0,9 Prozent für 2026, 1,3 Prozent für 2027 und 1,4 Prozent für 2028. Dies bedeutet, insbesondere für 2026, eine Abwärtsrevision, in der sich die globalen Auswirkungen des Krieges auf die Rohstoffmärkte, die Realeinkommen und das Vertrauen widerspiegeln. Zugleich dürften die niedrige Arbeitslosigkeit, solide Bilanzen im privaten Sektor und die öffentlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur das Wachstum weiterhin stützen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: EZB (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Im Artikel vorkommende vollständige Namen von Personen sind nicht erwähnt. Der Text bezieht sich hauptsächlich auf die Europäische Zentralbank (EZB) und allgemeine wirtschaftliche Ausblicke, ohne spezifische Personen zu benennen.

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Europäische Zentralbank (EZB), dts Nachrichtenagentur

Wann ist das Ereignis passiert?

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Wo spielt die Handlung des Artikels?

Frankfurt am Main

Worum geht es in einem Satz?

Die Europäische Zentralbank belässt den Leitzins bei 2,0 Prozent und warnt vor unsicheren wirtschaftlichen Auswirkungen des Nahostkriegs, während sie die Inflationserwartungen für die kommenden Jahre nach oben revidiert hat.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Zinspause der EZB verlängert
  • Leitzins bei 2,0 Prozent belassen
  • Unsicherheiten durch Krieg im Nahen Osten
  • Aufwärtsrisiken für Inflation
  • Abwärtsrisiken für Wirtschaftswachstum
  • Höhere Energiepreise als unmittelbare Folge des Krieges
  • Inflation nahe Zielwert von zwei Prozent
  • Langfristige Inflationserwartungen stabil
  • Wirtschaft zeigt Widerstandsfähigkeit
  • Daten zur Beurteilung der Kriegsfolgen in Arbeit

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • EZB verlängert Zinspause und belässt Leitzins bei 2,0 Prozent
  • Zinssätze für Einlagefazilität, Hauptrefinanzierungsgeschäfte und Spitzenrefinanzierungsfazilität unverändert
  • Fokus auf Stabilisierung der Inflation bei 2 Prozent
  • Krieg im Nahen Osten führt zu unsichereren Aussichten
  • Erhöhte Energiepreise beeinflussen kurz- und mittelfristig die Inflation
  • EZB-Rat sieht sich gut gerüstet zur Bewältigung dieser Unsicherheit
  • Langfristige Inflationserwartungen fest verankert
  • Datenanalyse zur Beurteilung der Kriegsfolgen für die Inflation
  • Projektionen bis 2028 zeigen höhere Inflation und reduzierte Wachstumsprognosen
  • Durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 0,9% für 2026 erwartet
  • Stützende Faktoren: niedrige Arbeitslosigkeit, solide Bilanzen, öffentliche Ausgaben

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Inflation stabilisiert sich auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent
  • Unsicherheiten aufgrund des Krieges im Nahen Osten
  • Aufwärtsrisiken für die Inflation
  • Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum
  • Kurzfristige erhebliche Auswirkungen der höheren Energiepreise auf die Inflation
  • Mittelfristige Auswirkungen hängen von Intensität und Dauer des Konflikts ab
  • Höhere Energiepreise beeinflussen Verbraucherpreise und Wirtschaft
  • Gesamtinflationserwartungen nach oben revidiert
  • Höhere Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel als zuvor angenommen
  • Abwärtsrevision der Wirtschaftswachstumsprognosen, insbesondere für 2026
  • Niedrige Arbeitslosigkeit und solide Bilanzen stützen das Wachstum

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme des EZB-Rats zitiert. Der Rat erklärt, dass man entschlossen sei, dafür zu sorgen, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiere.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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