Politik: Schweden fordert Reaktion auf hybride Angriffe
Stockholm () – Schwedens Verteidigungsminister Pal Jonson fordert eine härtere Reaktion auf mutmaßliche hybride Angriffe Russlands in Europa. „Wir beobachten seit einiger Zeit eine russische Eskalation“, sagte er der „Welt“ mit Blick auf Vorfälle wie den vereitelten Drohnenanschlag in Leipzig im August. Russland sei bereit, „größere politische und militärische Risiken“ einzugehen – wahrscheinlich, weil es in der Ukraine militärisch „derzeit nicht besonders erfolgreich“ sei.
Ziel sei es laut Jonson, Europa zu spalten und davon abzuhalten, die Ukraine zu unterstützen. „Darauf müssen wir mit aller Schärfe reagieren“, sagte der Verteidigungsminister. Es müsse „ernsthafte und spürbare Konsequenzen“ geben, damit „solches Verhalten“ in Zukunft „abgeschreckt“ werde.
Neben einer Ausweitung und stärkeren Durchsetzung der Sanktionen gegen Russland setze sich Schweden etwa für Einschränkungen bei der Vergabe von Schengen-Visa an russische Staatsbürger ein, die derzeit auf EU-Ebene diskutiert werden. Außerdem sei entscheidend, so der Verteidigungsminister, geschlossener gegen die Schattenflotte in der Ostsee vorzugehen, mit deren Hilfe Russland die westlichen Sanktionen umgehe.
Während insbesondere Schweden die Tanker intensiv kontrolliere und bereits mehrere verdächtige Schiffe aufgebracht habe, agiere Deutschland bisher zurückhaltender. „Wir brauchen einen noch stärker koordinierten Ansatz, damit diese Maßnahmen wirken und den russischen Energiemarkt wirklich treffen“, forderte Jonson. „Russland muss spüren, dass sein Verhalten hohe Kosten hat.“
Angesprochen auf die Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj rief er die westlichen Verbündeten zum Zusammenhalt auf. „Es ist entscheidend, dass alle Unterstützer der Ukraine so stark wie möglich engagiert bleiben“, sagte er. Die USA seien unverzichtbar, etwa bei der Lieferung von Abfangraketen oder der Bereitstellung von Systemen wie Starlink. Aber auch Europa könne noch mehr für die Unterstützung der Ukraine tun, so Jonson: „Die eingefrorenen russischen Vermögenswerte für die Ukraine nutzbar zu machen, um deren Finanzbedarf zu decken.“ Würden diese Gelder in die ukrainische Rüstungsindustrie investiert, könnte dies „enorme Hebelwirkung“ entfalten, sagte der Minister.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Pal Jonson, Donald Trump, Wolodymyr Selenskyj
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Schweden, Schwedens Verteidigungsminister Pal Jonson, Russlands, Europa, Ukraine, Deutschland, EU (Schengen-Visa), USA, US-Präsident Donald Trump, ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj, Starlink, Ostsee, Schengen
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis fand im August statt (genannt wird: „der vereitelte Drohnenanschlag in Leipzig im August“).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Stockholm, Schweden, Leipzig, Deutschland, Ostsee
Worum geht es in einem Satz?
Schwedens Verteidigungsminister Pal Jonson fordert als Reaktion auf mutmaßliche hybride Angriffe Russlands in Europa eine deutlich härtere, gemeinsam koordinierte Abschreckungs- und Sanktionspolitik inklusive stärkerer Kontrollen gegen die russische „Schattenflotte“ sowie mehr Unterstützung der Ukraine, u. a. durch die nutzbare Verwendung eingefrorener russischer Vermögenswerte.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Auslöser oder Hintergrund sind die beobachtete russische Eskalation hybrider Angriffe in Europa, insbesondere der vereitelte Drohnenanschlag in Leipzig im August
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Schweden fordert eine härtere Reaktion auf Russlands mutmaßliche hybride Angriffe
- Politisch und öffentlich müsse mit „aller Schärfe“ reagiert werden
- Es sollen „ernsthafte und spürbare Konsequenzen“ zur Abschreckung folgen
- Schwedens Vorschläge umfassen die Ausweitung und stärkere Durchsetzung von Sanktionen
- Schengen-Visa für russische Staatsbürger sollen eingeschränkt werden
- Deutschland wird als bisher zurückhaltend bei Maßnahmen gegen die Schattenflotte dargestellt
- Westliche Verbündete sollen beim Zusammenhalt gegenüber der Ukraine Unterstützung anhalten
- Investitionen in die ukrainische Rüstungsindustrie aus nutzbar gemachten Vermögenswerten werden als Option genannt
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Ausweitung und stärkere Durchsetzung der Sanktionen gegen Russland
- Einschränkungen bei der Vergabe von Schengen-Visa an russische Staatsbürger
- Verstärktes Vorgehen gegen die Schattenflotte in der Ostsee zur Umgehung westlicher Sanktionen
- Noch stärker koordinierter Ansatz zur Wirksamkeit der Maßnahmen gegen Russlands Energiemarkt
- Herbeiführung ernster und spürbarer Konsequenzen zur Abschreckung weiterer Vorfälle
- Aufruf an westliche Verbündete zum Zusammenhalt trotz Spannungen zwischen den USA und der Ukraine
- Nutzung eingefrorener russischer Vermögenswerte zur Deckung des Finanzbedarfs der Ukraine
- Investition der nutzbar gemachten Vermögenswerte in die ukrainische Rüstungsindustrie zur Entfaltung von Hebelwirkung
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Der schwedische Verteidigungsminister Pal Jonson wird mit mehreren wörtlichen Aussagen zitiert.
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