Wirtschaft: IG BCE zu Evonik und RAG Stiftung
Berlin () – Der Chef der Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, schließt eine künftige Führungsfunktion bei der RAG-Stiftung aus. „Ich strebe keine Führungsfunktion an und werde keine übernehmen. Das schließe ich kategorisch aus“, sagte Vassiliadis dem „Handelsblatt“. In Kreisen rund um den Chemiekonzern Evonik und die Stiftung war zuletzt darüber spekuliert worden, ob der Gewerkschaftschef langfristig selbst eine Spitzenposition bei dem Evonik-Großaktionär anstreben könnte.
Gleichzeitig hält er an seinem kritischen Blick auf die Rolle der RAG-Stiftung fest. Die Stiftung hält rund 44 Prozent an Evonik und finanziert mit den Erträgen ihres Vermögens die Ewigkeitsaufgaben des Steinkohlebergbaus. „Die RAG-Stiftung nutzt die Dividenden von Evonik, um die Ewigkeitslasten zu finanzieren. Gleichzeitig hat sie bislang kein Engagement gezeigt, aktiv in ihre wichtigste Beteiligung zu investieren. Das ist uns zu wenig“, sagte Vassiliadis.
Der IG-BCE-Chef präzisierte zudem seine umstrittenen Aussagen zu angeblichen „Finanzierungsthemen“ bei Evonik, die er in der „Rheinischen Post“ angesprochen hatte. Er habe damit nicht gemeint, dass der Konzern Schwierigkeiten habe, sich bei Banken oder am Kapitalmarkt zu finanzieren. Stattdessen habe er die Möglichkeit eines BASF-Deals mit dem Zustand verglichen, in dem Evonik weiterhin mit der Stiftung als Ankeraktionärin arbeitet. Das Missverständnis sei inzwischen mit Evonik geklärt.
Zu einem möglichen Zusammenschluss mit BASF sagte Vassiliadis, es gebe noch viele offene Punkte, über die aktuell kaum diskutiert werde – etwa die Sicherung der Standorte und die Zukunft der Beschäftigten. „Uns als Gewerkschaft reicht nicht, dass BASF anschließend einfach größer ist“, sagte er.
Vassiliadis sitzt selbst im BASF-Aufsichtsrat, nimmt an den Beratungen über Evonik nach eigenen Angaben aber nicht teil. „Wenn das Thema bei BASF behandelt wird, gehe ich aus dem Raum.“ Er erhalte keine Unterlagen und sei von den Details des möglichen Deals abgeschnitten.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Michael Vassiliadis, Evonik, RAG-Stiftung, IG BCE, Handelsblatt, Rheinische Post, BASF, Steinkohlebergbaus
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
IG BCE, RAG-Stiftung, Evonik, Handelsblatt, Rheinische Post, BASF, Steinkohlebergbau, BASF-Aufsichtsrat, Banken, Kapitalmarkt
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Berlin
Worum geht es in einem Satz?
IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis schließt eine künftige Führungsrolle bei der RAG-Stiftung aus, kritisiert deren Umgang mit ihren Evonik-Beteiligungen und stellt klar, dass seine früheren „Finanzierungsthemen“-Äußerungen von einem BASF-Deal-Kontext herrührten, während er einen BASF-Zusammenschluss nur bei klaren Zusagen für Standorte und Beschäftigte mittragen würde.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Spekulationen in Kreisen rund um Evonik und die RAG-Stiftung, ob Michael Vassiliadis langfristig eine Spitzenposition bei dem Evonik-Großaktionär anstreben könnte
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- In Kreisen rund um Evonik und die RAG-Stiftung war zuletzt über mögliche Führungsambitionen von Michael Vassiliadis spekuliert worden
- Michael Vassiliadis stellte klar, dass es dazu keine Führungsfunktion geben werde
- Die zuvor als umstritten dargestellten Aussagen zu Evonik wurden von ihm im Sinne eines Missverständnisses berichtigt und als mit Evonik geklärt dargestellt
- Es gab offenbar keine weitergehende konkrete Reaktion der Öffentlichkeit oder Medien, die über die zitierte Berichterstattung hinaus beschrieben wird
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Kein Streben nach einer künftigen Führungsfunktion bei der RAG-Stiftung
- Fortgesetzte kritische Haltung gegenüber der Rolle der RAG-Stiftung bei Evonik
- Anforderung an die RAG-Stiftung, aktiver in die wichtigste Beteiligung zu investieren
- Klarstellung, dass mit Äußerungen zu Finanzierungsthemen nicht die Finanzierungsfähigkeit am Kapitalmarkt gemeint war
- Klärung eines zuvor bestehenden Missverständnisses mit Evonik
- Forderung, dass bei einem möglichen Zusammenschluss mit BASF mehr als nur eine Vergrößerung des Konzerns erreicht wird
- Bedarf an konkreter Sicherung der Standorte und Perspektiven für die Beschäftigten bei möglichen Fusionsplänen
- Ausschluss von Beteiligung an Beratungen zu einem möglichen BASF-Evonik-Deal durch das eigene Verhalten im Raum und mangelnde Einbindung in Unterlagen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja: Michael Vassiliadis wird mit mehreren Zitaten direkt zitiert („Ich strebe keine Führungsfunktion an und werde keine übernehmen …“, sowie weitere Aussagen zur RAG-Stiftung und zu Evonik).
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