Wirtschaftliche Folgen der Grundsicherung in Berlin
Berlin () – Die seit Juli geltende neue Grundsicherung entlastet den Bundeshaushalt offenbar nicht. Das ergibt eine Auswertung der „Süddeutschen Zeitung“ aus den Monatsberichten des Bundesfinanzministeriums.
Die Kosten für die Grundsicherung inklusive Mieten liegen demnach in den Monaten Juli (3,5 Milliarden Euro), August (3,4) und September (3,3) auf dem Niveau der Vorjahresmonate 2025 (Juli: 3,5; August: 3,5; September: 3,4). Geringe Schwankungen zeigen sich auch in den Monaten der ersten Jahreshälfte, als die Reform noch nicht galt.
Im Wahlkampf hatte die Union versprochen, mit einer Reform des Bürgergelds Milliarden Euro zu sparen. Experten sind nicht überrascht, dass das nicht eingetreten ist. „Das Versprechen hat Erwartungen geweckt, die die Reform nicht erfüllen konnte“, sagte Andreas Peichl vom Ifo-Institut der „Süddeutschen Zeitung“. Das schade am Ende der „Glaubwürdigkeit von Sozialreformen insgesamt“.
Die neue Grundsicherung verschärft vor allem die Sanktionen. Um nennenswert Ausgaben zu sparen, müssten mindestens eine Million Langzeitarbeitslose einen Job aufnehmen, sagte Peichl: „Das schafft kein Sanktionsrecht.“ Denn die meisten Leistungsbeziehenden seien gar nicht arbeitslos, sondern Kinder, Aufstocker, Alleinerziehende oder Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie Fortbildungen.
Die Ausgaben für die Grundsicherung sinken unabhängig von der Reform seit Längerem leicht, weil mehr ukrainische Flüchtlinge arbeiten und weniger neue Flüchtlinge kommen. Allerdings gehen in der Industrie viele Arbeitsplätze verloren, was die Kosten für die Grundsicherung später wieder steigen lassen kann, warnen Experten.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Andreas Peichl
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundesagentur für Arbeit, Bundesfinanzministerium, Süddeutsche Zeitung, Union (Partei), Ifo-Institut, Ukrainische Flüchtlinge, Industrie
Wann ist das Ereignis passiert?
Zeitraum/Datum: Juli bis September (genannt: Juli, August, September; Reform seit Juli in Kraft)
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Die neue Grundsicherung entlastet den Bundeshaushalt offenbar nicht, weil die Kosten für die Grundsicherung einschließlich Mieten seit Juli weiterhin auf dem Niveau der Vorjahresmonate liegen, während vor allem strengere Sanktionen zur Einsparung angekündigt wurden, die laut Experten in der Praxis nicht die erhoffte Wirkung entfalten.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Im Wahlkampf hatte die Union eine Reform des Bürgergelds versprochen, mit der Milliarden Euro eingespart werden sollten
- Die seit Juli geltende neue Grundsicherung entlastet den Bundeshaushalt offenbar nicht, laut Auswertung der „Süddeutschen Zeitung“ aus Monatsberichten des Bundesfinanzministeriums
- Die neue Grundsicherung verschärft vor allem die Sanktionen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Union kritisiert, dass das im Wahlkampf versprochene Sparziel nicht erreicht wurde und die Reform Erwartungen nicht erfüllte
- Experten wie Andreas Peichl (Ifo-Institut) zeigen sich nicht überrascht und warnen, dass das die Glaubwürdigkeit von Sozialreformen insgesamt schädigen könne
- Weitere Experten äußern, dass sich die Kosten trotz Reform nicht sichtbar entlastend entwickelt hätten und künftige Kostenrisiken durch Arbeitsplatzverluste in der Industrie bestehen könnten
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Der Bundeshaushalt wird offenbar nicht spürbar entlastet
- Die erwarteten Einsparungen durch die Reform treten nicht ein
- Die Glaubwürdigkeit von Sozialreformen insgesamt wird geschädigt
- Die Sanktionen werden verschärft
- Eine nennenswerte Einsparwirkung bleibt aus, weil keine ausreichend große Zahl Langzeitarbeitsloser einen Job aufnimmt
- Ein Teil der Leistungsbeziehenden ist nicht arbeitslos, sondern etwa Kinder, Aufstocker, Alleinerziehende oder Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen
- Die Ausgaben könnten später wieder steigen, wenn in der Industrie Arbeitsplätze verloren gehen
- Die Kostenentwicklung hängt weiterhin davon ab, wie viele Menschen arbeiten und wie stark neue Flüchtlinge hinzukommen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Es wird eine Stellungnahme von Andreas Peichl (Ifo-Institut) zitiert, der sagt: „Das Versprechen hat Erwartungen geweckt, die die Reform nicht erfüllen konnte“.
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