Studie: Jeder zweite Pflegebedürftige bekommt Medikamente falsch

Studie: Jeder zweite Pflegebedürftige bekommt Medikamente falsch

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Pflegepolitik in Berlin: Angehörige unter Druck

Berlin () – Bei jedem zweiten Pflegebedürftigen sind nach Angaben der Angehörigen in den vergangenen sechs Monaten Medikamente falsch oder gar nicht angewendet worden. Das zeigt eine des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP), aus der die Funke-Mediengruppe zitiert. In 19 Prozent der Fälle kam es demnach wiederholt zu solchen Problemen. Zudem berichten 26 Prozent der Befragten von mehrfachen Problemen mit abgelaufenen oder nicht auffindbaren Arzneimitteln sowie fehlenden Rezepten. 59 Prozent der Pflegebedürftigen nehmen nach Angaben der Angehörigen dauerhaft fünf oder mehr Medikamente ein.

Eine möglicherweise unzureichende Medikation kann der Erhebung zufolge auch die Sicherheit der Pflegebedürftigen gefährden. 36 Prozent der Befragten berichten, dass die pflegebedürftige Person innerhalb der vergangenen zwölf Monate einen oder mehrere Stürze mit Verletzungen erlitten hat. Ebenfalls 36 Prozent geben an, dass die pflegebedürftige Person in diesem Zeitraum mindestens einmal notfallmäßig ins Krankenhaus aufgenommen werden musste. Insgesamt berichten 51 Prozent von mindestens einem Krankenhausaufenthalt.

Für ZQP-Vorstandsvorsitzenden Ralf Suhr zeigen die Ergebnisse, dass Prävention bei Pflegebedürftigkeit stärker in den Blick genommen werden muss. Die Studie verdeutliche, dass Pflege- und Patientensicherheit älterer Menschen als zentraler Ansatzpunkt von Prävention bei Pflegebedürftigkeit weiter in das Zentrum politischer Debatten zur des Gesundheitssystems in Deutschland gerückt werden müsse, sagte Suhr der Funke-Mediengruppe. Gleichzeitig betonte Suhr die bedeutende Rolle pflegender Angehöriger. Pflegende seien Schlüsselakteure in der Pflege und Gesundheitsversorgung in Deutschland. Ihr Engagement könne durch professionelle Angebote nicht ersetzt werden. Deshalb müssten Angehörige systematisch und als Partner auf Augenhöhe von Pflege und in den Versorgungsprozess einbezogen werden.

Das Bundeskabinett hatte in der vergangenen Woche das sogenannte Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG) beschlossen. Auch die soziale Absicherung pflegender Angehöriger war im Zuge der Reform Thema. Im ursprünglichen Entwurf war vorgesehen, die Rentenbeiträge der Pflegeversicherung für pflegende Angehörige ab 2027 nur noch auf Grundlage von 70 Prozent der bisherigen beitragspflichtigen Einnahmen zu . Diese geplante Kürzung wurde im Kabinettsbeschluss wieder gestrichen. Die Pflegeversicherung übernimmt die Rentenbeiträge für pflegende An- und Zugehörige weiterhin in vollem Umfang.

Für die Angehörigen selbst ist die Pflege der ZQP-Erhebung zufolge häufig belastend. 53 Prozent fühlen sich psychisch belastet, 38 Prozent körperlich. 61 Prozent verschieben wegen der Pflege wichtige eigene Vorhaben, 42 Prozent vernachlässigen nach eigenen Angaben soziale Beziehungen. Bei Angehörigen von Menschen mit Demenz liegen die Werte mit 71 Prozent psychischer und 47 Prozent körperlicher Belastung noch höher.

Wie umfangreich die Unterstützung im Alltag ist, zeigt eine weitere Zahl der Studie: 85 Prozent der Befragten sagen, dass die pflegebedürftige Person bei komplexeren Alltagstätigkeiten fast immer Hilfe benötigt. Dazu gehören etwa Haushaltsführung, Verwaltungsaufgaben oder Arztbesuche.

Für die Studie wurden bundesweit 1.012 pflegende Angehörige im Alter von 40 bis 85 Jahren befragt. Sie mussten seit mindestens sechs Monaten mindestens einmal pro Woche eine Person ab 60 Jahren mit Pflegegrad zu Hause versorgen.

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Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Pflegeheim (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Ralf Suhr

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), Funke-Mediengruppe, Bundeskabinett, Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), Pflegeversicherung

Wann ist das Ereignis passiert?

Zeitraum/Ereignisdatum (aus dem Text):

  • Medikamente falsch/gar nicht angewendet: in den vergangenen sechs Monaten
  • Wiederholte Probleme: 19 % (innerhalb dieser 6‑Monats-Zeitspanne, wie beschrieben)
  • Stürze mit Verletzungen: innerhalb der vergangenen zwölf Monate
  • Notfallmäßige Krankenhausaufnahme: innerhalb der vergangenen zwölf Monate
  • Krankenhausaufenthalt insgesamt: 51 % (im Zusammenhang mit den Angaben im Text zu Krankenhausaufenthalten in diesem Zeitraum)
  • Kabinettsbeschluss: „in der vergangenen Woche“ (Datum nicht genannt)
  • Rentenbeiträge-Regelung: ab 2027 (geplanter bzw. gestrichener Teil)

Nicht genannt (konkretes Kalenderdatum):

  • Ein exaktes Datum für den Kabinettsbeschluss („vergangene Woche“) ist im Text nicht erwähnt.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Laut einer Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP), die von der Funke-Mediengruppe zitiert wird, wurden bei jedem zweiten Pflegebedürftigen in den letzten sechs Monaten Medikamente falsch oder unzureichend angewendet, was teils die Sicherheit beeinträchtigt, während zugleich pflegende Angehörige stark belastet sind und bei der Reform des Pflegeneuordnungsgesetzes die Rentenbeiträge für Angehörige weiterhin in voller Höhe gesichert bleiben.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Fehlende oder falsche Anwendung von Medikamenten bei Pflegebedürftigen in den vergangenen sechs Monaten laut Angaben der Angehörigen

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Politik
  • Medien
  • Öffentlichkeit

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Gefährdung der Sicherheit der Pflegebedürftigen durch mögliche unzureichende Medikation
  • Stürze mit Verletzungen im vergangenen Jahr bei Pflegebedürftigen
  • Notfallmäßige Aufnahme ins Krankenhaus bei Pflegebedürftigen im vergangenen Jahr
  • Mindestens ein Krankenhausaufenthalt bei Pflegebedürftigen
  • Psychische Belastung bei pflegenden Angehörigen
  • Körperliche Belastung bei pflegenden Angehörigen
  • Verschieben wichtiger eigener Vorhaben durch pflegerische Aufgaben
  • Vernachlässigung sozialer Beziehungen durch pflegerische Aufgaben
  • Höhere psychische und körperliche Belastung bei Angehörigen von Menschen mit Demenz
  • Bedarf an nahezu durchgehender Hilfe bei komplexeren Alltagstätigkeiten der Pflegebedürftigen

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja. Ralf Suhr (ZQP) wird zitiert (u.a. Aussagen zur Notwendigkeit von Prävention und zur Rolle pflegender Angehöriger gegenüber der Funke-Mediengruppe).

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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