Wirtschaft: Zinsen für KfW-Studienkredite in Berlin
Berlin () – Studierende, die bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Darlehen aufnehmen, müssen im Zuge der Rückzahlung immer mehr Zinsen aufbringen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, über die die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (Donnerstagsausgaben) berichten.
Demnach lag die durchschnittliche Gesamtzinsbelastung bei vollgetilgten Darlehen im Jahr 2017 noch bei 1.633 Euro, 2026 aber etwa dreimal so hoch, nämlich bei 4.493 Euro. Die Zinssätze pendeln laut der Antwort aktuell zwischen weniger als 5 und mehr als 7 Prozent. Von zuletzt 159.511 Darlehen in der Rückzahlungsphase seien 1.002 „notleidend“ gewesen, „aber nicht ausgefallen“.
Nach Angaben der KfW verfolge sie „mit dem KfW-Studienkredit keine Gewinnerzielungsabsicht. Über den Zinssatz deckt sie allerdings die während der Kreditlaufzeit entstehenden Kosten inklusive der Risiko- und Verwaltungskosten ab“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung weiter. Die Antwort auf die Frage, wie hoch der Gewinn beziehungsweise Verlust war, den die KfW in den vergangenen zehn Jahren mit dem KfW-Studienkredit gemacht hat, werde jedoch in Bezug auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der Bank als vertraulich eingestuft und sei damit nicht zur Veröffentlichung freigegeben.
„Dass die Zinsen von ihrem historischen Spitzenwert von fast 8 Prozent wieder leicht gesunken sind, ist für Betroffene nur ein Tropfen auf den heißen Stein – zumal der Zins 2026 schon wieder anzieht und fast 30.000 Kreditnehmende weiterhin Zinssätze von über 7 Prozent abstottern müssen“, sagte die Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag für Bildung und Wissenschaft, Nicole Gohlke, den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“. Dass Studierende im Schnitt 4.493 Euro allein an Zinsen hinblättern müssten, sei „unfassbar“ und das Zinsniveau „nach wie vor jenseits von Gut und Böse“.
Gerade in Kombination mit einem chronisch unterfinanzierten BAföG, das kaum noch Studierende erreiche, werde das System zur existenziellen Armutsfalle. „Dass das Ministerium dann auch noch die genauen KfW-Gewinne dreist zur Geheimsache erklärt, setzt dem Ganzen die Krone auf. Ein staatliches Förderinstrument darf keine Schuldenfalle sein. Es braucht eine grundlegende BAföG-Reform, mit einem echten Vollzuschuss und Sätzen, die zum Leben reichen“, so die Linken-Politikerin.
Laut Deutschem Studierendenwerk waren zuletzt 36 Prozent der Studierenden von Armut betroffen.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Nicole Gohlke
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Bundesregierung, Linksfraktion, Bundestag, Redaktionsnetzwerk Deutschland, KfW-Studienkredit, Zins (Kreditnehmende), Deutsches Studierendenwerk, BAföG, Ministerium, Nicole Gohlke, Bildung und Wissenschaft
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis bzw. die darin beschriebenen Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2017 (Vergleich) und vor allem auf 2026 (aktuellere Werte).
Genauer Zeitraum: 2017 und 2026.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Laut Antwort der Bundesregierung müssen KfW-Studienkreditnehmende im Schnitt seit 2017 deutlich mehr Zinsen zahlen (2017: 1.633 € bei vollgetilgten Darlehen, 2026: ca. 4.493 €), wobei die Zinssätze meist zwischen unter 5 und über 7 Prozent liegen und die Linke das System als drohende Schuldenfalle kritisiert.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Rückzahlung von Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Studierende mit steigender durchschnittlicher Gesamtzinsbelastung seit 2017 bis 2026
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Bundesregierung reagiert mit Begründung zu den Zinsen und verweist darauf, dass über den Zinssatz Kosten inklusive Risiko- und Verwaltungskosten gedeckt werden sollen
- Linksfraktion kritisiert das Zinsniveau als nicht hinnehmbar und bezeichnet es als „Schuldenfalle“
- Forderung der Linksfraktion nach BAföG-Reform mit Vollzuschuss und bedarfsgerechten Sätzen
- Deutsches Studierendenwerk ordnet die Situation als armutsrelevant ein und nennt einen Anteil von 36 Prozent betroffener Studierender
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Steigende durchschnittliche Gesamtzinsbelastung bei vollgetilgten KfW-Studienkrediten
- Höhere monatliche beziehungsweise jährliche Mehrbelastungen durch Zinszahlungen bei Studierenden
- Fortbestehen hoher Zinssätze für einen Teil der Kreditnehmenden
- Zunehmende finanzielle Belastung kann Verschärfung bestehender Armut bei Studierenden begünstigen
- Potenzielle Einstufung des Systems als Schulden beziehungsweise Armutsfalle im Zusammenspiel mit unterfinanziertem BAföG
- Insgesamt stärkerer Druck auf die finanzielle Existenzsicherung von Studierenden
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Nicole Gohlke, die Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag für Bildung und Wissenschaft, wird mit einer Stellungnahme zitiert.
- Studierende zahlen im Schnitt 4.493 Euro Zinsen für KfW-Kredit - 1. Oktober 2026
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