Bundeswehr: Sexualisiertes Fehlverhalten in Berlin
Berlin () – Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, ist wegen der steigenden Zahl von Meldungen über sexualisiertes Fehlverhalten in der Truppe alarmiert. Das berichtet der „Spiegel“.
Breuer mahnt demnach in einem internen Tagesbefehl an alle Soldaten, sexualisiertes Fehlverhalten jeder Art dürfe in der Bundeswehr nicht toleriert werden. „Deshalb beobachte ich den Umfang der Meldungen zu sexualisiertem Fehlverhalten mit großer Sorge“, so Breuer. Die Zahl der gemeldeten Fälle sei zu hoch, stellt der ranghöchste Soldat der Bundeswehr in dem Tagesbefehl fest.
Hintergrund für Breuers Befehl sind die intern gemeldeten Vorfälle. Die Bundeswehr fasst unter dem Begriff alle Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung zusammen – von anzüglichen Sprüchen über unziemliche Annäherungen bis zu handfester sexualisierter Gewalt. Nach Informationen des „Spiegel“ deuten die aktuellen Zahlen darauf hin, dass 2026 ein neuer Höchststand der Fallzahlen erreicht werden könnte. Im Jahr 2025 verzeichnete das Ministerium 430 Meldungen, 2024 waren es 395, im Jahr zuvor 385.
Breuer ermahnt in dem Tagesbefehl alle Soldaten, solche Fälle nicht zu dulden oder wegzusehen. Jede Form von sexuellem Fehlverhalten habe „keinen Platz in den Streitkräften“, solche Auswüchse dürften „weder durch Vorgesetzte noch Untergebene oder Gleichgestellte akzeptiert werden“. „Das ist nicht akzeptabel“, so Breuer, „ich zähle auf Ihre Haltung und Ihr Verantwortungsgefühl“.
Nach Informationen des „Spiegel“ sorgen im Ministerium neben den aktuellen Meldungen auch die Ergebnisse einer Dunkelfeldstudie zum Thema sexualisierte Gewalt in der Truppe für Nervosität. Die Studie, bei der Tausende aktive und frühere Soldatinnen nach ihren Erfahrungen befragt wurden, ist fast fertig. Mehr als 15 Prozent aller angeschriebenen Frauen haben sich demnach zurückgemeldet und ihre teils harschen Erfahrungen niedergeschrieben.
Erste Ergebnisse sorgten dafür, dass im Ministerium angeordnet wurde, gleichzeitig mit der Veröffentlichung einen Aktionsplan gegen Fehlverhalten in der Bundeswehr vorzulegen. Angeregt hatte die Studie die frühere Wehrbeauftragte Eva Högl – das war bereits Ende 2024. Erst in diesem Jahr, als der Skandal um die Zustände in der Fallschirmjäger-Kaserne in Zweibrücken öffentlich wurde, nahm das Projekt richtig Fahrt auf.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Carsten Breuer, Eva Högl
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Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, warnt angesichts steigender Meldungen über sexualisiertes Fehlverhalten und betont in einem internen Tagesbefehl, dass solche Vorfälle in der Truppe keinerlei Platz haben dürfen, während zugleich eine fast abgeschlossene Dunkelfeldstudie zusätzliche Besorgnis auslöst und 2026 möglicherweise ein neuer Höchststand an Fällen bevorsteht.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- steigende Zahl intern gemeldeter Vorfälle sexualisierten Fehlverhaltens in der Bundeswehr
- Befürchtung, dass 2026 ein neuer Höchststand der Fallzahlen erreicht werden könnte
- Ergebnisse einer fast fertiggestellten Dunkelfeldstudie zu sexualisierter Gewalt in der Truppe, bei der über 15 Prozent der angeschriebenen Frauen Rückmeldungen gaben
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Der Ranghöchste Soldat der Bundeswehr Carsten Breuer zeigt sich alarmiert und ordnet in einem internen Tagesbefehl striktes Vorgehen gegen sexualisiertes Fehlverhalten an
- Breuer betont, dass die steigenden Meldungen zu hoch seien und fordert von allen Soldaten aktive Haltung und Verantwortungsgefühl
- Es wird öffentlichkeitsnah berichtet, dass das Ministerium wegen der Ergebnisse einer (nahezu fertigen) Dunkelfeldstudie „Nervosität“ zeigt
- Das Ministerium lässt wegen der zu erwartenden Ergebnisse gleichzeitig mit der Veröffentlichung einen Aktionsplan gegen Fehlverhalten vorlegen
- Anlass für Bewegung im Projekt war, dass nach Bekanntwerden eines Skandals in einer Kaserne in Zweibrücken Ende 2024 die Studie stärker Fahrt aufnahm
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Höhere Sensibilisierung und Alarmbereitschaft innerhalb der Bundeswehr
- Verschärfte Erwartungen an die Verantwortung von Vorgesetzten, Untergebenen und Gleichgestellten
- Anordnung, sexualisiertes Fehlverhalten nicht zu dulden oder wegzusehen
- Vorbereitung und Vorlage eines Aktionsplans gegen Fehlverhalten in der Bundeswehr
- Erwarteter Anstieg von Meldungen bzw Sorge wegen möglicher neuer Höchststände der Fallzahlen
- Stärkerer Handlungsdruck aufgrund der Ergebnisse einer Dunkelfeldstudie und der daraus abgeleiteten Erkenntnisse
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja: Generalinspekteur Carsten Breuer wird mit Zitaten aus einem internen Tagesbefehl zitiert („Deshalb beobachte ich den Umfang … mit großer Sorge“ und „Das ist nicht akzeptabel“).
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