Wirtschaft: Euro-Austrittsdebatte in Deutschland
Berlin () – Mehrere Ökonomen haben die Forderung von AfD-Chefin Alice Weidel nach einem Ausstieg Deutschlands aus dem Euro scharf kritisiert.
„Die Vorstellung, Deutschland müsse nur zur D-Mark oder einer anderen nationalen Währung zurückkehren, damit es wirtschaftlich wieder so gut läuft wie früher, halte ich für rückwärtsgewandt und sie ist ökonomisch falsch“, sagte die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, dem „Handelsblatt“. Probleme wie die wachsende technologische Konkurrenz aus China, mangelnde Innovation oder der demografische Wandel ließen sich nicht durch einen Währungswechsel lösen.
Eine neue deutsche Währung würde nach Einschätzung Schnitzers voraussichtlich deutlich aufwerten. Das würde deutsche Exporte verteuern und die Konkurrenzfähigkeit schwächen. Gerade derzeit sei der gemeinsame europäische Wirtschafts- und Währungsraum „einer unserer wichtigsten Standortvorteile“. Auch der Übergang wäre nach ihren Worten „schmerzhaft“. Bei Bankguthaben, Hypotheken, Krediten und Verträgen müsste geklärt werden, in welcher Währung sie künftig gelten. Schon der jahrelange Prozess bis zu einem Austritt würde „massive Unsicherheit erzeugen“.
Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, äußerte sich noch deutlicher. Alice Weidel zeige „ein erhebliches Maß an wirtschaftspolitischer Inkompetenz“ mit ihrer Forderung nach einem Austritt Deutschlands aus dem Euro, sagte er dem „Handelsblatt“. Ein solcher Schritt würde Millionen Deutsche in die Arbeitslosigkeit zwingen und erhebliche Einkommensverluste für Bürger bedeuten. Weidels Behauptung, Deutschland sei es vor dem Euro deutlich besser gegangen, nannte Fratzscher „schlichtweg falsch“. Besonders hart träfe ein Euro-Austritt nach seiner Einschätzung Sachsen-Anhalt. Eine vierköpfige Familie müsste dort mit Einkommensverlusten von mehr als 6.000 Euro im Jahr rechnen, so Fratzscher.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Alice Weidel, Monika Schnitzer, Marcel Fratzscher
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
AfD, Alice Weidel, Monika Schnitzer, Wirtschaftsweisen (Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung), Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, Handelsblatt
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Mehrere Ökonomen, darunter Monika Schnitzer und Marcel Fratzscher, kritisieren Alice Weidels Forderung, Deutschland solle aus dem Euro austreten, weil ein Wechsel zur D-Mark bzw. eine neue Währung wirtschaftlich nicht helfe, Exporte verteuere, Unsicherheit schaffe und bei einem Austritt hohe Einkommensverluste sowie Arbeitslosigkeit für Millionen Menschen zur Folge hätte.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Forderung der AfD-Chefin Alice Weidel nach einem Ausstieg Deutschlands aus dem Euro
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Monika Schnitzer kritisierte die Forderung der AfD-Chefin Alice Weidel scharf und bezeichnete den Währungswechsel zurück zur D-Mark als rückwärtsgewandt und ökonomisch falsch
- Schnitzer begründete die Kritik unter anderem mit Problemen wie technologischer Konkurrenz aus China, mangelnder Innovation und demografischem Wandel
- Schnitzer warnte vor einer voraussichtlichen deutlichen Aufwertung einer neuen deutschen Währung, dadurch Verteuerung deutscher Exporte, sinkender Konkurrenzfähigkeit und einem schmerzhaften Übergang
- Marcel Fratzscher äußerte ebenfalls deutliche Kritik und warf Weidel wirtschaftspolitische Inkompetenz vor
- Fratzscher sagte, ein Euro-Austritt würde Millionen in die Arbeitslosigkeit zwingen und erhebliche Einkommensverluste verursachen
- Er widersprach der Aussage, Deutschland sei vor dem Euro deutlich besser gegangen und nannte insbesondere die möglichen Folgen für Sachsen-Anhalt als besonders hart
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Verlust der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Exporte durch Verteuerung
- Schwächung der wirtschaftlichen Standortvorteile durch Wegfall des gemeinsamen europäischen Wirtschafts- und Währungsraums
- Schmerzvoller und belastender Übergang
- Massiv zunehmende Unsicherheit durch langwierige Prozesse bis zu einem Austritt
- Klärungsbedarf bei Bankguthaben, Hypotheken, Krediten und Verträgen in neuer Währung
- Zwang zu Arbeitsplatzverlusten mit möglicher Arbeitslosigkeit in Millionenhöhe
- Erhebliche Einkommensverluste für Bürger
- Besonders starke negative Auswirkungen für Sachsen-Anhalt mit hohen jährlichen Einkommensverlusten
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Es werden Stellungnahmen von Monika Schnitzer (Vorsitzende der Wirtschaftsweisen) sowie Marcel Fratzscher (DIW-Präsident) zitiert.
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