Gesundheitspolitik in Berlin
Berlin () – Fachleute haben dem Vorstoß von Carsten Linnemann widersprochen, Krankenkassen mit weniger als einer Million Versicherten zu Fusionen zu zwingen. Linnemann hatte das im April gefordert, als er noch CDU-Generalsekretär war und nicht Gesundheitsminister.
Experten raten Linnemann, im neuen Amt von dem Plan abzurücken. „Lass die Finger davon, das passiert von selbst“, sagte Franz Knieps, der frühere Vorsitzende des Dachverbands der Betriebskrankenkassen, der „Süddeutschen Zeitung“. Ökonomen schließen sich der Warnung an. „Das wirkt eher populistisch, die Daten sprechen überwiegend dagegen“, sagte Werner Schirmer, Analyst der Landesbank Baden-Württemberg, der „Süddeutschen Zeitung“. Fusionen brächten oft erstmal Ärger und Verwirrung – auch auf Seiten der Patienten, sagte Schirmer, der eine Studie über das Gesundheitssystem geschrieben hat.
Auch die Unternehmensberatung PWC stellt sich gegen das Linnemann-Modell. „Weniger Kassen allein lösen die Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung nicht“, sagte Manuel Meske, Gesundheitsexperte bei PWC. Jede Kassenfusion bleibe Symptombehandlung.
Betroffene Krankenkassen haben laut SZ-Informationen bei Gesundheitsminister Linnemann bereits die Forderung hinterlegt, dass er seine frühere Idee zur Kassenreduzierung aufgeben solle. Das Gesundheitsministerium verwies auf SZ-Anfrage auf die „Finanzkommission Gesundheit“, die Ende des Jahres Vorschläge für Strukturreformen machen soll. Hierzu zählten auch Empfehlungen für die Strukturen im Bereich der gesetzlichen Krankenkassen, sagte eine Sprecherin.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Carsten Linnemann, Franz Knieps, Werner Schirmer, Manuel Meske
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Carsten Linnemann, CDU, Gesundheitsminister, Franz Knieps, Dachverband der Betriebskrankenkassen, Süddeutsche Zeitung, Ökonomen, Werner Schirmer, Landesbank Baden-Württemberg, Patienten, Studie über das Gesundheitssystem, Unternehmensberatung PWC, Manuel Meske, Gesundheitsministerium, SZ-Informationen, Finanzkommission Gesundheit, gesetzliche Krankenversicherung
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis fand im April statt (Linnemann hatte die Forderung im April aufgestellt; die Reaktion der Fachleute erfolgte darauf).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Fachleute widersprechen dem Vorstoß von Carsten Linnemann, Krankenkassen mit weniger als einer Million Versicherten zu Fusionen zu zwingen, weil Fusionen laut Experten die Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung nicht lösen und eher Verwirrung stiften statt zu helfen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Linnemanns Vorstoß im April, Krankenkassen mit weniger als einer Million Versicherten zu Fusionen zu zwingen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Experten widersprachen dem Vorstoß von Carsten Linnemann, Krankenkassen mit weniger als einer Million Versicherten zu Fusionen zu zwingen
- Franz Knieps riet Linnemann, von dem Plan abzurücken und sagte sinngemäß „lass die Finger davon, das passiert von selbst“
- Ökonomen schlossen sich an und warnten, das wirke eher populistisch, weil die Daten überwiegend dagegen sprächen
- Es wurde betont, Fusionen brächten zunächst Ärger und Verwirrung auch für Patienten
- Die Unternehmensberatung PWC stellte sich ebenfalls gegen das Linnemann-Modell und bewertete es als Symptombehandlung
- Betroffene Krankenkassen hätten laut SZ-Informationen die Forderung bei Gesundheitsminister Linnemann hinterlegt, die frühere Idee zur Kassenreduzierung aufzugeben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Fusionen würden oft zunächst Ärger und Verwirrung auslösen
- Die Patienten wären ebenfalls von Verwirrung betroffen
- Der Vorschlag werde als populistisch bewertet
- Die Daten sprächen überwiegend gegen verpflichtende Fusionen
- Die Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung würden durch weniger Kassen allein nicht gelöst
- Jede Kassenfusion bleibe Symptombehandlung
- Betroffene Krankenkassen hätten beim Gesundheitsministerium die Forderung hinterlegt, die Idee zur Kassenreduzierung aufzugeben
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Es werden mehrere Stellungnahmen zitiert, u. a. „Lass die Finger davon…“ von Franz Knieps sowie „Das wirkt eher populistisch…“ von Werner Schirmer und „Weniger Kassen allein…“ von Manuel Meske.
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