Wirtschaft in Deutschland: KI und Digitalisierung
München () – Laut einer Studie des Forschungsinstituts Prognos für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) wird die deutsche Wirtschaft aller Voraussicht nach bis zur Mitte des Jahrhunderts nur sehr verhalten wachsen – und selbst das nur, wenn die Unternehmen sehr viel stärker als bisher digitale Lösungen, Künstliche Intelligenz (KI) und weitere technologische Innovationen in ihre Produktion einbauen. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstagausgabe).
Da wegen zu geringer Geburtenraten immer weniger Menschen für den hiesigen Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden und zugleich die Fertigung schon heute stark maschinell geprägt sei, werde der technische Fortschritt zunehmend zur einzigen Wachstumsquelle, heißt es in der Untersuchung. Ohne technischen Fortschritt würde die deutsche Volkswirtschaft in den kommenden Dekaden also schrumpfen.
Konkret gehen die Prognos-Ökonomen davon aus, dass die gesamtwirtschaftliche Leistung bis 2045 im Schnitt um lediglich 0,9 Prozent pro Jahr zulegen wird. Dabei erklären die Forscher, dass diese Schätzung nicht einfach eine automatische Fortschreibung vergangener Wachstumsmuster sei. Vielmehr habe man bereits eingerechnet, dass nicht nur besagter Technologiesprung gelingen, sondern auch die Politik die zentralen strukturellen Herausforderungen zumindest teilweise bewältigen werde. Dazu zählt die Annahme, dass vermehrt Arbeitsanreize etwa für Frauen und Rentner gesetzt werden, um den Rückgang der Beschäftigtenzahl zumindest zu verlangsamen.
Die Prognos-Forscher machen in ihrer Studie zudem deutlich, dass sich die gesamte Wirtschaftsstruktur des Landes erheblich verändern wird. In Deutschland würden künftig andere Waren und Dienstleistungen erstellt als heute, und die Menschen würden in anderen Bereichen arbeiten, heißt es in der Untersuchung. Zentrale Treiber dieses Strukturwandels seien die Digitalisierung, die notwendige Dekarbonisierung der Wirtschaft, der demografische und der geopolitische Wandel sowie eine veränderte internationale Arbeitsteilung.
Global betrachtet werden sich die Gewichte der Prognos-Studie zufolge weiter zugunsten der Schwellenländer verschieben. Bereits 2045 werde etwa die Hälfte des globalen Bruttoinlandsprodukts auf diese Volkswirtschaften entfallen. Dabei profitierten asiatische Staaten wie Indien und Indonesien, aber auch manche Länder Afrikas von einer jüngeren Bevölkerung, der zunehmenden Erschließung ländlicher Regionen sowie wachsenden Investitionen in die Infrastruktur.
Ein bedeutender Wachstumsmotor werde auch China bleiben. Zwar lasse die Dynamik infolge der Alterung und struktureller Anpassungen auch hier nach, dennoch werde die Volksrepublik bei Betrachtung des realen Bruttoinlandsprodukts noch in diesem Jahrzehnt an der Europäischen Union vorbeiziehen. Die USA hingegen könnten ihre wirtschaftliche Vormachtstellung gegenüber dem fernöstlichen Rivalen knapp behaupten. Damit zeichne sich langfristig ein Zeitalter wirtschaftlicher Bipolarität zwischen den USA und China ab, so die Forscher. Die EU bilde einen dritten Pol, mit der Dominanz der beiden Großmächte könne diese aber nicht mithalten.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Prognos, Prognos-Forscher, Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW), Süddeutsche Zeitung
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Forschungsinstitut Prognos, Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW), Süddeutsche Zeitung, Vereinigte Staaten (USA), China, Europäische Union (EU), Indien, Indonesien
Wann ist das Ereignis passiert?
Donnerstagausgabe (des beschriebenen Artikels) – Datum nicht konkret genannt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
München, Deutschland
Worum geht es in einem Satz?
Laut einer Prognos-Studie für die VBW wird die deutsche Wirtschaft bis Mitte des Jahrhunderts höchstens moderat wachsen – selbst nur bei starkem Ausbau von digitalen Lösungen, KI und Innovationen –, während demografisch bedingt weniger Arbeitskräfte und ein damit verbundener Strukturwandel (Digitalisierung, Dekarbonisierung, Geopolitik) vor allem den technischen Fortschritt als zentrale Wachstumstriebkraft bestimmen und global die Schwellenländer weiter an Gewicht gewinnen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Zu geringe Geburtenraten
- Immer weniger Menschen für den hiesigen Arbeitsmarkt
- Fertigung bereits heute stark maschinell geprägt
- Technischer Fortschritt als einzige Wachstumsquelle
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Die Studie beschreibt, dass Politik Herausforderungen zumindest teilweise bewältigen soll, unter anderem durch vermehrte Arbeitsanreize für Frauen und Rentner, um den Rückgang der Beschäftigtenzahl zu verlangsamen
- Die Reaktionen von Öffentlichkeit oder Medien auf diese Studie werden im Artikel nicht beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Verlangsamtes Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung bis 2045
- Wachstum nur bei deutlich stärkerer Umsetzung von digitalen Lösungen, KI und technologischen Innovationen in der Produktion
- Schrumpfen der Volkswirtschaft ohne technischen Fortschritt in den kommenden Dekaden
- Rückgang des Arbeitskräfteangebots durch sinkende Geburtenraten und daraus folgend zunehmender Druck, Beschäftigung zu stabilisieren
- Politische und gesellschaftliche Maßnahmen nötig, um Arbeitsanreize für Frauen und Rentner zu erhöhen und den Beschäftigungsrückgang zu verlangsamen
- Erheblicher Wandel der Wirtschaftsstruktur in Deutschland
- Herstellung anderer Waren und Dienstleistungen als heute
- Arbeitsschwerpunkte verlagern sich in andere Bereiche
- Digitalisierung, Dekarbonisierung, demografischer und geopolitischer Wandel sowie veränderte internationale Arbeitsteilung treiben den Strukturwandel
- Verschiebung der wirtschaftlichen Gewichte global zugunsten von Schwellenländern
- Bis 2045 entfällt ein wachsender Anteil des globalen Bruttoinlandsprodukts auf Schwellenländer
- Gewinnchancen für asiatische Staaten wie Indien und Indonesien sowie Teile Afrikas durch jüngere Bevölkerung, Erschließung ländlicher Regionen und wachsende Infrastrukturinvestitionen
- China bleibt ein bedeutender Wachstumsmotor, mit nachlassender Dynamik durch Alterung und strukturelle Anpassungen
- Langfristige wirtschaftliche Bipolarität zwischen den USA und China
- EU als dritter Pol, aber mit geringerer Fähigkeit, die Dominanz der beiden Großmächte zu erreichen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Nein. In dem Artikel wird keine Stellungnahme oder Reaktion einer konkreten Person oder Organisation direkt zitiert, sondern es werden Aussagen der Prognos-Forscher zusammengefasst („heißt es in der Untersuchung“, „die Forscher gehen davon aus“).
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