Politische Ambitionen der FDP in Berlin
Berlin () – Der stellvertretende FDP-Parteivorsitzende Wolfgang Kubicki strebt für seine Partei Wahlergebnisse von zehn Prozent und mehr an. „Mein Ziel ist, die FDP wieder zweistellig zu machen“, sagte Kubicki der „Bild am Sonntag“.
Das habe man 2017 mit 10,7 Prozent und 2021 mit 11,4 Prozent geschafft, und weniger zu wollen, sei „ziemlich unterambitioniert“. Kubicki hatte zuvor bereits angekündigt, für den Parteivorsitz im Mai kandidieren zu wollen.
Auf die Frage, was sich geändert habe, nachdem er im Februar 2025 nach der Wahlpleite der FDP gesagt hatte, er wisse selbst, dass er nicht die Zukunft der Partei sei, antwortete Kubicki, er habe festgestellt, dass seine Partei noch eine Zukunft brauche. Die FDP sei nun ein Jahr nicht mehr im Bundestag vertreten und unterhalb der Wahrnehmbarkeitsschwelle geraten. Er sei immer wieder emotional berührt gewesen, festzustellen, dass die Partei in Meinungsumfragen nicht mal mehr ausgewiesen werde. Da er jetzt 56 Jahre in dieser Partei sei, könne er nicht zugucken, dass sie zugrunde gehe.
Gefragt, was eine Kubicki-FDP von einer Lindner-FDP unterscheiden würde, sagte Kubicki, es sei weder eine Lindner-FDP gewesen, noch werde es eine Kubicki-FDP sein. Die Überlegung, man habe dann einen Mann und der reiße es, sei falsch. Die FDP habe ein politisches Angebot, das in der jetzigen Zeit gerade wieder aktuell werde. Denn alle Parteien redeten davon, den Wohlstand zu erhalten, machten aber eine Politik, den Wohlstand zu vernichten. Da hätten die Freien Demokraten ein unglaublich gutes politisches Angebot. Sie bräuchten jetzt nur ein Gesicht, das in der Lage sei, das zu transportieren.
Auf die Frage nach den aktuellen Problemen des Landes nannte Kubicki den Wohlstandsverlust als drängendstes Problem. Man verliere im Jahr zwischen 120.000 und 150.000 Industriearbeitsplätze, habe die höchste Insolvenzwelle seit Langem, erhöhe überall die Steuern und es werde nicht gespart. Sondervermögen seien eigentlich Schulden und Sparmaßnahmen Steuererhöhungen.
Kubicki äußerte sich auch kritisch über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Er kenne Merz lange und gut und habe wirklich an ihn geglaubt. Mittlerweile beschleiche ihn das Gefühl, dass alles nur vorgetäuscht sei. Merz halte wunderbare Reden bei Verbänden, aber die praktische Politik am nächsten Tag sei das genaue Gegenteil. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sprach Kubicki die Problemlösungskompetenz ab. Klingbeil habe in seinem Leben noch nie Finanzpolitik gemacht. Ein paar Ideen, wie eine Kapitaldeckung bei der Rente, seien vernünftig. Klingbeil sei ein witziger Typ, könne gute Reden halten und Ukulele spielen. Aber jemanden, der noch nie Finanzpolitik gemacht habe, zum größten aller Finanzminister auszurufen, sei eine Tort.
Zur sogenannten Brandmauer gegenüber der AfD sagte Kubicki, er kenne nur eine Brandmauer in Gebäuden. Sonst stehe weder eine in der Verfassung noch in einer gesetzgeberischen Initiative. Das sei erfunden worden, um die AfD von allem auszugrenzen. Er sei für Abgrenzung, nicht für Ausgrenzung. Es nütze eher der AfD, als dass es ihr schade.
Auf die Frage nach dem Zeitpunkt der nächsten Bundestagswahl und dem Ergebnis der FDP antwortete Kubicki, er vermute, dass Union und SPD zusammenhalten müssten, egal was passiere. Dieses Gewürge werde man noch einige Zeit erleben. Möglicherweise seien die inneren Spannungen bei SPD und Union dann so groß, dass es einfach nicht mehr weitergehe. Sein Ziel sei, die FDP wieder zweistellig zu machen.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Wolfgang Kubicki (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Wolfgang Kubicki, Friedrich Merz, Lars Klingbeil
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
FDP, Bild am Sonntag, Bundestag, CDU, SPD, AfD
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin.
Worum geht es in einem Satz?
Wolfgang Kubicki, stellvertretender FDP-Parteivorsitzender, strebt an, die FDP nach gerade einem Jahr Abwesenheit im Bundestag wieder zweistellig zu machen, kritisiert die aktuelle Politik und hebt die Notwendigkeit hervor, die Partei als relevantes politisches Angebot zu positionieren.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Wolfgang Kubicki strebt 10 Prozent Wahlergebnis für die FDP an
- Kritik an der momentanen Politik und Wohlstandsverlust im Land
- FDP seit einem Jahr nicht im Bundestag vertreten
- Emotionale Verbindung zur Partei und Sorge um deren Zukunft
- Differenzierung zwischen Kubicki-FDP und Lindner-FDP
- Skepsis gegenüber Bundeskanzler Friedrich Merz und Finanzminister Lars Klingbeil
- Ablehnung der Ausgrenzung der AfD
- Erwartung innerer Spannungen in Union und SPD
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Nein.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Ziel von Wahlergebnissen von zehn Prozent und mehr
- Streben nach Wiedererlangung der Wahrnehmbarkeit im Bundestag
- Emotionale Betroffenheit über die geringe Präsenz in Meinungsumfragen
- Notwendigkeit eines starken Gesichts für das politische Angebot der FDP
- Verlust von Industriearbeitsplätzen
- Hohe Insolvenzwelle
- Erhöhungen von Steuern ohne Einsparungen
- Kritische Haltung gegenüber Bundeskanzler und Finanzminister
- Abgrenzung von der AfD, ohne sie auszugrenzen
- Mögliche zukünftige Spannungen zwischen SPD und Union
- Zielsetzung für kommende Wahlaktionen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Wolfgang Kubicki zitiert. Er äußert, dass sein Ziel sei, die FDP wieder zweistellig zu machen, und kritisiert die aktuelle politische Lage sowie die Problemlösungskompetenz von Finanzminister Lars Klingbeil.
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