Gesellschaft: Medienkonsum bei Kindern in Deutschland
Berlin () – KI-Chatbots verstärken den riskanten Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Das ergab eine Studie, die von der DAK-Gesundheit und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführt wurde und am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.
Demnach nutzen fast acht Prozent der Minderjährigen KI-Anwendungen, um Einsamkeit zu bekämpfen. Bei Jugendlichen mit depressiven Symptomen lag dieser Anteil bei über 30 Prozent. Mehr als jeder Vierte nutzt KI-Anwendungen mehrmals pro Woche. Ab dem Alter von 15 Jahren verwenden sie mehr als die Hälfte mindestens wöchentlich.
Besonders auffällig ist, dass sich bis zu etwa zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen an Chatbots wenden, um sich von negativen Gefühlen abzulenken, Einsamkeit zu lindern oder vertrauliche Dinge zu besprechen. Schaut man auf junge Menschen, die bereits eine depressive Symptomatik aufweisen, steigen die Zahlen deutlich an. Fast 33 Prozent von ihnen geben in der Studie an, einem Chatbot Dinge zu erzählen, die sie sonst niemandem oder nur engen Freunden anvertrauen würden. Ebenfalls 33 Prozent sind der Meinung, dass ein Chatbot sie besser verstehe als ein echter Mensch.
Dass KI-Chatbots im digitalen Alltag junger Menschen längst keine Nebenrolle mehr spielen, zeigen auch weitere Zahlen aus der Studie: Mehr als zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen vertraut den Aussagen des Chatbots mindestens manchmal. Über 40 Prozent vertrauen ihm oft oder sehr oft. Dabei sind Hilfe bei Hausaufgaben und Informationsbeschaffung die zentralen Nutzungsmotive. Über die Hälfte der Kinder nutzt die KI hingegen einfach aus Neugierde und zum Spaß.
In Deutschland haben weiterhin Millionen Kinder und Jugendliche Probleme durch einen hohen Medienkonsum: Hochgerechnet nutzen 1,5 Millionen junge Menschen soziale Medien problematisch. Das heißt, sie sind von einer Sucht bedroht oder bereits betroffen. In der Erhebungswelle 2025 nutzten 21,5 Prozent der 10- bis 17-Jährigen Social Media riskant. Dies entspricht 1,1 Millionen Kindern. Im Vorjahr waren es 21,1 Prozent. Damit bleiben die Zahlen konstant hoch.
Einen Anstieg gibt es bei der pathologischen Nutzung: 2025 galten 6,6 Prozent der 10- bis 17-Jährigen als süchtig bzw. abhängig. Damit gibt es hochgerechnet rund 350.000 Kinder und Jugendliche mit einer pathologischen Nutzung. Dies entspricht einem Anstieg um 1,9 Prozent zum Vorjahr.
Seit 2022 wird in der Studie auch die Nutzung von Online-Videos untersucht. Hier zeigt sich ein deutlicher Anstieg: Jeder Fünfte nutzt Streamingdienste, Reels und Ähnliches auf eine riskante Weise. Das ist ein Anstieg von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vier Prozent der Kinder und Jugendlichen erfüllen hier die Suchtkriterien.
Neben den Kindern haben die Forscher auch das medienschutzbezogene Handeln der Eltern in den Blick genommen. 61,5 Prozent der Mütter und Väter sprechen mit ihren Kindern über deren Mediennutzung und ebenso viele (62,5 Prozent) geben vor, welche Inhalte ihr Kind nutzen darf. Anders verhält es sich bei Eltern von 10- bis 13-jährigen Kindern: In dieser Gruppe setzen rund 90 Prozent ihren Kindern Regeln zu Inhalten und Angeboten.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Vorstellung einer Studie der DAK-Gesundheit am 24.03.2026 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Im Artikel werden keine spezifischen vollständigen Namen von Personen genannt. Die genannten Institutionen sind DAK-Gesundheit und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, jedoch keine individuellen Personen.
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
DAK-Gesundheit, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, dts Nachrichtenagentur
Wann ist das Ereignis passiert?
24.03.2026
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin, Deutschland
Worum geht es in einem Satz?
Eine Studie der DAK-Gesundheit zeigt, dass KI-Chatbots den riskanten Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland verstärken, wobei viele Minderjährige diese Technologie nutzen, um Einsamkeit zu bekämpfen und negative Gefühle zu verarbeiten.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Studie der DAK-Gesundheit und Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
- Untersuchung des Medienkonsums bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland
- Nutzung von KI-Chatbots zur Bekämpfung von Einsamkeit
- Hoher Anteil an Jugendlichen mit depressiven Symptomen
- Zunahme der Nutzung von sozialen Medien
- Anstieg der pathologischen Nutzung von Medien
- Gespräch über Mediennutzung zwischen Eltern und Kindern
- Veränderung der Wahrnehmung der Chatbots durch Jugendliche
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Studie der DAK-Gesundheit zeigt riskanten Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen durch KI-Chatbots
- Fast 8% der Minderjährigen nutzen KI-Anwendungen zur Bekämpfung von Einsamkeit
- Über 30% der Jugendlichen mit depressiven Symptomen nutzen KI
- Mehr als 25% verwenden KI-Anwendungen mehrmals pro Woche, ab 15 Jahren über 50% mindestens wöchentlich
- Bis zu 10% wenden sich an Chatbots zur Ablenkung von negativen Gefühlen
- 33% der Jugendlichen mit depressiven Symptomen vertrauen Chatbots Informationen an
- Über 40% der Kinder vertrauen Aussagen des Chatbots oft oder sehr oft
- 1,5 Millionen junge Menschen haben Probleme durch hohen Medienkonsum
- 6,6% der 10- bis 17-Jährigen gelten als süchtig oder abhängig
- 20% nutzen Streamingdienste riskant, Anstieg um 60% im Vergleich zum Vorjahr
- 61,5% der Eltern sprechen mit Kindern über Mediennutzung, 62,5% setzen Regeln für Inhalte
- Rund 90% der Eltern von 10- bis 13-Jährigen setzen klare Regeln
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Verstärkter riskanter Medienkonsum bei Kindern und Jugendlichen
- Nutzung von KI-Anwendungen zur Bekämpfung von Einsamkeit
- Hohe Nutzung von Chatbots bei Jugendlichen mit depressiven Symptomen
- Vertrauen in Chatbot-Aussagen
- Problematische Nutzung sozialer Medien bei 1,5 Millionen jungen Menschen
- Stagnation der Zahlen für riskante Social Media-Nutzung
- Anstieg pathologischer Nutzung von Medien
- Zunahme riskanter Nutzung von Online-Videos
- Hohe Suchtkriterien bei Streamingdiensten
- Medienschutzbezogenes Handeln der Eltern variiert je nach Alter der Kinder
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