Union will Mineralölkonzerne "genauer in den Blick nehmen"

Wirtschaft: Hohe Spritpreise und politische Reaktionen in Berlin

Berlin () – Die Unionsfraktion hält die Kritik von -Anhalts Ministerpräsident Sven (CDU) an den hohen Spritpreisen für „berechtigt“. „Wenn bei vergleichbarer Abgabenlast etwa in Italien Diesel deutlich günstiger ist, stellt sich zwangsläufig die Frage, ob im deutschen Kraftstoffmarkt alles mit rechten Dingen zugeht“, sagte Fraktionsvize Sepp Müller (CDU) der „Welt“.

Schulze forderte Steuererleichterungen angesichts der steigenden Benzin- und Diesel- an den Tankstellen im Verlauf des Iran-Kriegs. Schwarz-Rot setzte zuvor eine Taskforce zum Thema ein.

Jene Taskforce und das Bundeskartellamt wollen die Mineralölkonzerne „genauer in den Blick nehmen – um Transparenz zu schaffen und möglichen Preistreibereien entgegenzutreten“, sagte Müller der „Welt“. Der Staat müsse hinschauen, wenn Märkte nicht fair funktionierten. „Mehr Transparenz entlang der gesamten Lieferkette, eine stärkere Aufsicht im Kraftstoffgroßhandel und eine bessere europäische Abstimmung bei Energieabgaben werden aus meiner Sicht helfen, Wettbewerbsverzerrungen zu verringern.“

Die AfD fordert grundlegende Steuersenkungen. „Der Begriff `Rabatt` führt völlig in die Irre. Der Staat ist zu allen Zeiten Abzocker Nummer eins an der Tankstelle“, sagte Leif-Erik Holm, wirtschaftspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion. Es brauche keine „milde Abgabe auf Zeit“, sondern neben Steuersenkungen eine Abschaffung der CO2-Abgabe. Dies sei unbürokratisch, schnell und könne die wirtschaftliche Stabilität des Landes sichern. Ministerin Reiche betreibe mit dem Verbot mehrfach täglicher Preiserhöhungen „Aktionismus“. Holm rechnet mit weiteren Preissteigerungen: „Denn die Konzerne werden eine Sicherheitsmarge auf den Preis aufschlagen, um mögliche Preiserhöhungen im Tagesverlauf abzupuffern.“

Die Grünen kritisieren „Preiseskalation und Abzocke“ bei Öl und Gas. „Jetzt ist klar: Die Preise müssen runter, die Übergewinne der Öl- und Gas-Konzerne müssen abgeschöpft werden“, sagte Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch der „Welt“. „Allein die glaubwürdige Drohung mit einer Übergewinnsteuer würde die Preise senken.“ Die Stromsteuer müsse als Sofort-Entlastung gesenkt und Steuermehreinnahmen an die Bevölkerung gegeben werden. „Jens Spahn und Katherina Reiche tun nichts von alledem, lassen die Menschen allein und treiben immer tiefer in die Gas- und Öl-Kosten-Falle“, so Audretsch.

Die Linke lehnt unterdessen einen Tankrabatt ab, weil er nicht zielgerichtet sei und „nicht die entlastet, die es am nötigsten brauchen und zudem klimapolitisch falsch ist“, sagte Fraktionsvize Janine Wissler der „Welt“. „Ohne eine Preiskontrolle entstehen Mitnahmeeffekte für die Mineralölkonzerne, die auf Kosten der weiter Kasse machen.“ Die Konzerne nutzten den Krieg aus, um Preise zu erhöhen – „eine riesige Sauerei“, so Wissler. Hier müsse man handeln. „Vom Tankrabatt haben am meisten diejenigen profitiert, die große und teure Autos mit hohem Spritverbrauch fahren“, sagte die Linken-Politikerin. Es brauche eine Übergewinnsteuer sowie ein Klimageld und das Neun-Euro-Ticket zur Entlastung der Bürger.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Sven Schulze, Sepp Müller, Leif-Erik Holm, Katherina Reiche, Andreas Audretsch, Jens Spahn, Janine Wissler

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

CDU, Unionsfraktion, Welt, Sachsen-Anhalt, AfD, AfD-Bundestagsfraktion, Grünen, Andreas Audretsch, Jens Spahn, Katherina Reiche, Die Linke, Janine Wissler, Bundeskartellamt, Schwarz-Rot

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt.

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind:

Berlin, Sachsen-Anhalt

Worum geht es in einem Satz?

Die Unionsfraktion unterstützt die Kritik an hohen Spritpreisen und fordert Steuererleichterungen, während alle Parteien alternative Maßnahmen und Eingriffe in den Markt vorschlagen, um die Preisanstiege angesichts des Ukraine-Kriegs zu bekämpfen.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Hohe Spritpreise in Deutschland
  • Vergleich zu günstigeren Preisen in Ländern wie Italien
  • Steuererleichterungsforderungen aufgrund der steigenden Benzin- und Dieselpreise
  • Preisanstiege im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg
  • Einsetzung einer Taskforce zur Überprüfung des Kraftstoffmarktes
  • Vorwurf möglicher Preistreibereien durch Mineralölkonzerne
  • Anforderung nach mehr Transparenz und Aufsicht im Kraftstoffgroßhandel
  • Politische Reaktionen und Maßnahmen verschiedener Parteien

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Unionsfraktion nennt Kritik an hohen Spritpreisen berechtigt
  • Schulze fordert Steuererleichterungen wegen steigender Preise
  • Schwarz-Rot gründet Taskforce zur Überwachung der Mineralölkonzerne
  • AfD fordert grundlegende Steuersenkungen und Abschaffung der CO2-Abgabe
  • Grünen kritisieren Übergewinne der Öl- und Gaskonzerne
  • Linke lehnt Tankrabatt ab, fordert stattdessen Preiskontrolle und Übergewinnsteuer

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Berechtigte Kritik an hohen Spritpreisen
  • Forderung nach Steuererleichterungen
  • Einsetzen einer Taskforce zur Überwachung der Mineralölkonzerne
  • Notwendigkeit von mehr Transparenz im Kraftstoffmarkt
  • Stärkere Aufsicht im Kraftstoffgroßhandel
  • Bessere europäische Abstimmung bei Energieabgaben
  • Grundlegende Steuersenkungen gefordert
  • Erwartung weiterer Preissteigerungen
  • Abschaffung der CO2-Abgabe angestrebt
  • Forderung nach Abschöpfung der Übergewinne der Öl- und Gaskonzerne
  • Drohung mit Übergewinnsteuer zur Preisreduzierung
  • Senkung der Stromsteuer als Sofort-Entlastung
  • Kritik an nicht-zielgerichtetem Tankrabatt
  • Vorwurf der Mitnahmeeffekte für Mineralölkonzerne
  • Forderung nach Übergewinnsteuer und Klimageld
  • Notwendigkeit des Neun-Euro-Tickets zur Bürgerentlastung

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme einer Person zitiert. Sepp Müller (CDU) äußert sich zur Kritik an den hohen Spritpreisen und fordert mehr Transparenz im Kraftstoffmarkt.

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