Ifo-Institut senkt Wachstumsprognose wegen Nahost-Krieg

Wirtschaftliche Prognosen für Deutschland 2023

München () – Das Münchner Ifo-Institut hat seine Wachstumsprognose angesichts des Nahost-Kriegs nach unten korrigiert. Ein kurzfristiger Energiepreisanstieg würde das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr gegenüber Vorkriegs-Schätzungen um rund 0,2 Prozentpunkte verlangsamen, sodass das Institut mit einem Wachstum von 0,8 Prozent in diesem und 1,2 Prozent im nächsten Jahr rechnet.

„Wir gehen derzeit von einem Anstieg der Inflationsrate auf knapp 2,5 Prozent aus, wenn die Öl- und Gaspreise innerhalb der nächsten Wochen wieder sinken“, sage Ifo Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Sollten die für fossile Energie allerdings für einen längeren Zeitraum stark erhöht auf dem heutigen Niveau bleiben, könnte die in der Spitze bis auf knapp drei Prozent steigen. „Dies würde das Wachstum um weitere 0,2 Prozentpunkte auf nur noch 0,6 Prozent in diesem Jahr und um 0,4 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent im bremsen.“

Die Wirtschaft hatte laut Institut Ende 2025 einen Erholungskurs eingeschlagen. Darauf deute nicht nur der kräftige Anstieg des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts und die Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Kapazitätsauslastung hin, sondern auch die spürbar verbesserte Auftragslage im Baugewerbe und in der Industrie. „Ungeachtet des Energiepreisschocks dürfte sich die Erholung in Deutschland im weiteren Verlauf dieses Jahres fortsetzen, insbesondere weil staatliche Mehrausgaben für Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung ausgeweitet und zunehmend nachfragewirksam werden“, so Wollmershäuser.

Die Erholung sei für Deutschland jedoch untypisch, so die Konjunkturexperten. Denn sie sei nicht durch das Exportgeschäft getragen. Im Gegenteil seien die Warenausfuhren weiter gesunken, obwohl die Wirtschaftsleistung auf den deutschen Absatzmärkten erneut zugenommen hat. Die Erholung wurde vielmehr durch inländische Impulse eingeleitet, die im Zusammenhang mit der zunehmend expansiven Ausrichtung der Fiskalpolitik stehen. So legten im vierten Quartal 2025 vor allem die staatlichen Ausrüstungsinvestitionen sowie die öffentlichen Konsumausgaben kräftig zu.

Am Arbeitsmarkt kommt die konjunkturelle Erholung mit etwas Verzögerung an. In allen Szenarien liegt die Arbeitslosenquote 2027 niedriger als 2026. „Wann hier die kommt, hängt wiederum von der Länge der kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost und den damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheiten ab“, sagte Wollmershäuser. Auch die Zahl der Erwerbstätigen werde in diesem Jahr noch einmal sinken und erst im kommenden Jahr im Zuge der Erholung zunehmen.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Die vollständigen Namen der Personen im Artikel sind: Timo Wollmershäuser.

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Ifo-Institut, Timo Wollmershäuser

Wann ist das Ereignis passiert?

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Wo spielt die Handlung des Artikels?

München, Deutschland

Worum geht es in einem Satz?

Das Münchner Ifo-Institut hat aufgrund des Nahost-Kriegs seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft nach unten korrigiert und rechnet für 2023 mit einem Wachstum von nur 0,8 Prozent, während sich die Inflation auf etwa 2,5 Prozent oder bis zu 3 Prozent steigern könnte, falls die Energiepreise hoch bleiben.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Nahost-Krieg
  • Anstieg der Energiepreise
  • Wirtschaftliche Unsicherheiten
  • Inflationserwartungen
  • Fiskalpolitische Maßnahmen
  • Inländische Impulse in der Wirtschaft
  • Rückgang der Warenausfuhren
  • Verzögerte Erholung am Arbeitsmarkt

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Ifo-Institut hat Wachstumsprognose wegen Nahost-Kriegs nach unten korrigiert
  • Kurzfristiger Anstieg der Energiepreise verringert Wirtschaftswachstum um 0,2 Prozentpunkte
  • Prognose für 2023: 0,8 Prozent Wachstum, 2024: 1,2 Prozent
  • Inflationsrate könnte auf 2,5 Prozent steigen, eventuell bis zu 3 Prozent bei langanhaltend hohen Energiepreisen
  • Erholung der deutschen Wirtschaft wird erwartet, begünstigt durch staatliche Mehrausgaben
  • Erholung nicht durch Exporte, sondern inländische Impulse
  • Arbeitsmarkt reagiert verzögert, Arbeitslosenquote 2027 niedriger als 2026
  • Ungewissheit durch Nahost-Konflikt beeinflusst wirtschaftliche Entwicklungen

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Wachstumsprognose nach unten korrigiert
  • Wirtschaftswachstum um 0,2 Prozentpunkte verringert
  • Prognose für Wachstum in diesem Jahr: 0,8 Prozent
  • Prognose für Wachstum im nächsten Jahr: 1,2 Prozent
  • Inflationsrate könnte auf knapp 2,5 Prozent ansteigen
  • mögliche Inflation bis auf knapp drei Prozent bei hohen Energiepreisen
  • weiteres Absenken des Wachstums um 0,2 Prozentpunkte
  • Wachstum könnte auf 0,6 Prozent in diesem Jahr sinken
  • Wachstum könnte auf 0,8 Prozent im kommenden Jahr sinken
  • Erholungskurs der Wirtschaft bis Ende 2025
  • Verbesserung der Auftragslage im Baugewerbe und Industrie
  • nicht durch Exportgeschäft getragen
  • sinkende Warenausfuhren trotz Wirtschaftsleistung
  • Erholung durch inländische Impulse wie Fiskalpolitik
  • staatliche Ausrüstungsinvestitionen und öffentliche Konsumausgaben steigen
  • Arbeitsmarkt kommt mit Verzögerung an
  • Arbeitslosenquote 2027 niedriger als 2026
  • Zahl der Erwerbstätigen sinkt in diesem Jahr
  • Erhöhung der Erwerbstätigenzahl im kommenden Jahr abhängig von Unsicherheiten

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme einer Person zitiert. Timo Wollmershäuser, der Konjunkturchef des Ifo-Instituts, äußert sich zur Entwicklung der Inflationsrate und deren Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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