Kohleindustrie will Reservekraftwerke einsetzen

Energiepolitik in Deutschland: Kohlekraftwerke im Fokus

Berlin () – Die deutsche Steinkohlewirtschaft wirbt damit, die hohen während des Iran-Kriegs senken zu können.

„Wir stehen parat, dem Markt zur Stromerzeugung fast sieben Gigawatt zusätzliche Leistung aus der Reserve zur Verfügung zu stellen“, sagte Axel Bethe, der Vorsitzende des Vereins der Kohlenimporteure, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstagsausgabe). Das entspreche rund zehn Prozent der deutschen Spitzenlast. „Das würde die Preise erheblich senken und viel Gas sparen, das wir dringend zum Heizen, in der und zum Auffüllen der Speicher brauchen“, sagte Bethe der FAZ.

Auch Kraftwerksbetreiber dringen auf den Einsatz von Reservekapazitäten, um die Lage zu entspannen. Andreas Reichel, Vorsitzender des Essener Energiekonzerns Steag, sagte der FAZ, die Erzeuger stünden „in den Startlöchern“, um Reservekraftwerke zeitlich begrenzt am Markt einzusetzen. Er verwies auf den Koalitionsvertrag von Union und SPD, in dem es heißt, Reservekraftwerke sollten künftig „nicht nur zur Vermeidung von Versorgungsengpässen, sondern auch zur Stabilisierung des Strompreises zum Einsatz kommen“.

Das Bundeswirtschaftsministerium bestätigte der FAZ, der Auftrag aus dem Koalitionsvertrag werde geprüft. Zugleich warnten Ministeriumskreise, ein Markteinsatz von Reservekraftwerken sei kompliziert und teuer, zudem seien Risiken für die Netzstabilität und rechtliche Fallstricke zu beachten, darunter Fragen des EU-Beihilferechts.

In der sogenannten Kapazitätsreserve befänden sich nur Gaskraftwerke, hieß es. Deren Einsatz am Markt helfe daher nicht, um Speicher und Preise zu entlasten. Auch die Netzreserve sei nur begrenzt geeignet, weil die Kohlekraftwerke bereits durch Anforderungen zur Netzstabilität (Redispatch) gebunden seien. Ein zusätzlicher Markteinsatz könne den Systembetrieb gefährden. Zudem seien viele Anlagen alt und ineffizient und ihre Erzeugungskosten daher hoch.

Bethe widersprach dieser Einschätzung in der FAZ. Selbst ältere Steinkohleblöcke könnten zu Kosten von weniger als 120 je Megawattstunde erzeugen. Offene Gasturbinen lägen dagegen bei etwa 170 Euro. Auch die Klimabilanz von Steinkohle sei nicht ungünstiger als die von Flüssigerdgas (LNG).

Reichel bestätigte, es gebe „kein Entweder-oder zwischen Systemstabilisierung und Strompreisdämpfung“, die Kraftwerke könnten beides leisten. Ein Einsatz aus der Reserve heraus sei nicht nur möglich, sondern ökonomisch geboten: „Das würde die Strompreise und den Gasverbrauch sofort senken, es wäre eine Win-Win-Situation für Industrie und gleichermaßen.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Kraftwerk (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:

Verein der Kohlenimporteure, Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Steag, Union, SPD, Bundeswirtschaftsministerium

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin, Essen.

Worum geht es in einem Satz?

Die deutsche Steinkohlewirtschaft fordert die Nutzung von Reservekraftwerken, um während des Iran-Kriegs die hohen Energiepreise zu senken und Gas für Heizung und Industrie zu sparen, obwohl das Bundeswirtschaftsministerium vor den komplexen Herausforderungen und rechtlichen Risiken eines Markteinsatzes warnt.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Hohe Energiepreise während des Iran-Kriegs
  • Bedarf an zusätzlicher Stromerzeugung
  • Vorhandene Reservekapazitäten in der Steinkohlewirtschaft
  • Koalitionsvertrag von Union und SPD
  • Forderung nach Einsatz von Reservekraftwerken zur Preisstabilisierung
  • Warnungen vor Markteinsatz komplizierter und riskanter
  • Alte und ineffiziente Anlagen in der Kapazitätsreserve
  • Diskussion um Kosten der Stromerzeugung aus Steinkohle gegenüber Gas

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Deutsche Steinkohlewirtschaft wirbt für zusätzliche Energieleistung zur Senkung der Energiepreise
  • Axel Bethe von den Kohlenimporteuren betont Verfügbarkeit von sieben Gigawatt Reserveleistung
  • Kraftwerksbetreiber fordern Einsatz von Reservekapazitäten zur Entspannung des Marktes
  • Hinweis auf Koalitionsvertrag von Union und SPD zur Nutzung von Reservekraftwerken
  • Bundeswirtschaftsministerium prüft den Koalitionsvertrag, warnt vor Komplikationen und Risiken
  • Einsatz von Gaskraftwerken in der Kapazitätsreserve bringt keine Entlastung
  • Unzureichende Netzreserve und alte, ineffiziente Anlagen formulieren zusätzliche Probleme
  • Bethe widerspricht den Bedenken hinsichtlich Kosten und Klimabilanz der Steinkohle
  • Reichel betont Möglichkeit der gleichzeitigen Systemstabilisierung und Strompreisdämpfung
  • Eindeutige Win-Win-Situation für Industrie und Verbraucher durch Reservenutzung

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Senkung der hohen Energiepreise
  • Erhöhung der verfügbaren Stromleistung um fast sieben Gigawatt
  • Einsparung von Gas für Heizung und Industrie
  • Entspannung der Marktlage durch Einsatz von Reservekapazitäten
  • Prüfung des Koalitionsvertrags durch das Bundeswirtschaftsministerium
  • Komplexität und Kosten des Markteinsatzes von Reservekraftwerken
  • Risiken für die Netzstabilität
  • rechtliche Fallstricke, inkl. EU-Beihilferecht
  • Begrenzte Eignung der Kapazitäts- und Netzreserve zur Entlastung von Speicher und Preisen
  • Gefahr einer Beeinträchtigung des Systembetriebs
  • Hohe Erzeugungskosten älterer Anlagen
  • Möglichkeit der Alterungs- und Effizienzproblematik bei Anlagen

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel werden mehrere Stellungnahmen zitiert. Axel Bethe, der Vorsitzende des Vereins der Kohlenimporteure, beschreibt, dass die Steinkohlewirtschaft bereit ist, zusätzliche Leistung zur Senkung der Energiepreise bereitzustellen.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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