Lauterbach kritisiert Merz-Aussagen zu Krankenstand

Lauterbach kritisiert Merz-Aussagen zu Krankenstand

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Gesundheitspolitik und Krankheitsstatistik in Deutschland

Berlin () – Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zum hohen Krankenstand in Deutschland scharf kritisiert.

„Wenn wir dahingehend eine Verbesserung erreichen wollen, müssen wir endlich besser in der Vorbeugemedizin werden“, sagte Lauterbach dem Tagesspiegel. „Das gelingt uns durch Früherkennung, etwa von Bluthochdruck, durch eine Erhöhung der Tabaksteuer und andere präventive Maßnahmen – und nicht durch Gängelei der Kranken.“

Merz hatte im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung in Baden-Württemberg gesagt, die Beschäftigten kämen im Schnitt auf 14,5 Krankentage – zu viel, so der Kanzler. In diesem Kontext stellte Merz auch das System der elektronischen Krankschreibung infrage.

Lauterbach wies diese Kritik zurück. „Die Abschaffung der elektronischen Krankschreibung wäre völlig kontraproduktiv, weil sie zu noch volleren Praxen führen würde“, sagte der SPD-Politiker dem Tagesspiegel. „Diese sind ohnehin schon überfüllt, ein weiterer Anstieg würde weder Patienten noch Ärzten helfen. Eine solche Schikane einzubauen, und das wäre ein Zwang zum persönlichen Erscheinen, wenn ein Arzt die Diagnose auch problemlos telefonisch stellen kann, halte ich nicht für angemessen.“

Auch Merz` Begründung, dass die Bürger angesichts der anhaltend schlechten Wirtschaftsleistung Deutschlands mehr „Leistungsbereitschaft“ zeigen müssten, kann Lauterbach wenig abgewinnen: „Der im internationalen Vergleich hohe Krankenstand in Deutschland reflektiert kein Blaumachen“, sagte er. Vielmehr sei das Problem Ausdruck einer veränderten Arbeitsmarktstruktur: „Der Arbeitsmarkt hat inzwischen auch viele Menschen aufgenommen, die früher eigentlich zu krank für Arbeit gewesen wären.“

Auch die Opposition kritisierte Merz` Äußerungen: „Wirtschaftlich ist es klar, dass wir mehr arbeiten müssen – aber das lässt sich nicht durch dumme Sprüche erreichen, sondern mit besseren Rahmenbedingungen“, sagte Franziska Brantner, Bundesvorsitzende der Grünen, dem Tagesspiegel. Merz` Äußerungen zeugten von Unkenntnis und einem falschen Verständnis seiner Aufgabe, so Brandtner weiter. Wirtschaft und Arbeitnehmer bräuchten vielmehr die passenden Rahmenbedingungen, etwa verlässliche Kinderbetreuung. „Denn es gibt sehr viele Frauen, die gerne mehr arbeiten möchten, aber nicht können“, so Brantner.

„Für sie ist Merz` Äußerung der blanke Hohn, wenn sie Montagmorgens in der Kita-App wieder lesen: `eingeschränkte Betreuungszeiten wegen Personalmangel`. Statt Pauschalurteile rauszuhauen und allen Deutschen Faulheit zu unterstellen, sollte Friedrich Merz sich lieber an die eigene Nase fassen.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Friedrich Merz und Karl Lauterbach (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Karl Lauterbach, Friedrich Merz, Franziska Brantner

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:

Bundesgesundheitsministerium, SPD, CDU, Tagesspiegel, Baden-Württemberg, Grüne, Kita-App.

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Berlin, Baden-Württemberg.

Worum geht es in einem Satz?

Der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach kritisiert Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen Äußerungen zum hohen Krankenstand in Deutschland und fordert stattdessen präventive Maßnahmen zur Gesundheitsverbesserung.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Äußerungen von Friedrich Merz zur hohen Krankentage in Deutschland
  • Kritik an der elektronischen Krankschreibung durch Merz
  • Forderung nach mehr "Leistungsbereitschaft"
  • Hoher Krankenstand als Zeichen einer veränderten Arbeitsmarktstruktur
  • Reaktion von Karl Lauterbach auf Merz' Aussagen
  • Opposition kritisiert Merz' Äußerungen und fordert bessere Rahmenbedingungen

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Karl Lauterbach kritisierte Friedrich Merz' Äußerungen zum hohen Krankenstand.
  • Lauterbach betonte die Wichtigkeit von Präventivmaßnahmen und Früherkennung.
  • Merz stellte die elektronische Krankschreibung infrage.
  • Lauterbach hielt die Abschaffung der elektronischen Krankschreibung für kontraproduktiv.
  • Lauterbach widerlegte Merz' Argument der mangelnden Leistungsbereitschaft.
  • Opposition, vertreten durch Franziska Brantner, kritisierte Merz' Aussagen.
  • Brantner forderte bessere Rahmenbedingungen statt Pauschalurteile.

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Scharfe Kritik von Karl Lauterbach an Friedrich Merz
  • Forderung nach besserer Vorbeugemedizin
  • Notwendigkeit von Früherkennung und präventiven Maßnahmen
  • Ablehnung der Abschaffung der elektronischen Krankschreibung
  • Gefahr von überfüllten Praxen
  • Kritik an der Leistungsbereitschafts-Argumentation
  • Hinweis auf veränderte Arbeitsmarktstruktur
  • Opposition fordert bessere Rahmenbedingungen für Arbeit
  • Kritik an pauschalen Urteilen über Arbeitnehmer
  • Fokus auf verlässliche Kinderbetreuung

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Karl Lauterbach zitiert, in der er die Äußerungen von Friedrich Merz scharf kritisiert und betont, dass eine Verbesserung des Krankenstands durch präventive Maßnahmen und nicht durch Gängelei erreicht werden muss.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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