K.-o.-Tropfen: Richterbund hält härtere Strafen für unzureichend
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Justizreform in Berlin: Herausforderungen und Forderungen
Berlin () – Dem Deutschen Richterbund (DRB) geht die vom Bundesjustizministerium geplante härtere Bestrafung des Einsatzes von K.-o.-Tropfen nicht weit genug.
Man unterstütze zwar die künftig vorgesehene Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren für Täter, die Betäubungsmittel für Vergewaltigung oder Raub nutzten, sagte DRB-Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben). Der Richterbund fordere aber weitergehende Schritte, da sich der Schutz vor Sexual- und Gewaltdelikten allein durch Strafverschärfung kaum verbessern lasse. So müssten die Bundesländer die Strafverfolgungsbehörden besser ausstatten.
„Es ist nicht das gesetzliche Strafmaß, das auch heute schon bis zu 15 Jahren Freiheitsstrafe zulässt, sondern das Risiko, überführt und verurteilt zu werden, das mögliche Straftäter abschreckt“, sagte Rebehn. Die oftmals unterbesetzten Staatsanwaltschaften seien aber heute kaum noch in der Lage, Sexualstrafverfahren zügig zu bearbeiten.
„Je mehr Zeit aber zwischen der Straftat und der späteren Vernehmung im Strafprozess vergeht, desto schwieriger wird die Wahrheitsfindung. Zudem ist es für die Betroffenen extrem belastend, wenn sich die Verfahren gegen ihre Peiniger über Monate und Jahre hinziehen.“ Vergewaltigungen und Raubstraftaten unter Einsatz narkotisierender Substanzen seien „besonders perfide und gefährlich“, sagte Rebehn.
„Schärfere Strafgesetze bleiben Symbolpolitik, solange die Bundesländer nicht mitziehen und ihre Strafjustiz nicht deutlich besser ausstatten.“ Bundesweit stapelten sich bei den Staatsanwaltschaften inzwischen zahlreiche unerledigte Strafakten, erklärte der Bundesgeschäftsführer des Richterbunds. „Immer öfter werden Verfahren vorzeitig eingestellt, nur noch jeder 16. Fall führt zu einer Anklage vor Gericht.“
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Sven Rebehn
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Deutscher Richterbund (DRB), Bundesjustizministerium, Redaktionsnetzwerk Deutschland
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Der Deutsche Richterbund kritisiert, dass die geplante härtere Bestrafung von K.-o.-Tropfen durch das Bundesjustizministerium nicht ausreichend ist, da lediglich eine Strafverschärfung nicht für besseren Schutz vor Sexual- und Gewaltdelikten sorgt, sondern auch eine bessere Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden notwendig sei.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Geplante härtere Bestrafung des Einsatzes von K.-o.-Tropfen
Unterstützung des Deutschen Richterbundes für Mindeststrafe von fünf Jahren
Forderung nach weitergehenden Maßnahmen zum Schutz vor Sexual- und Gewaltdelikten
Unterbesetzung und Überlastung der Staatsanwaltschaften
Schwierigkeiten bei der zügigen Bearbeitung von Sexualstrafverfahren
Belastung der Betroffenen durch lange Verfahren
Zunahme unerledigter Strafakten bei Staatsanwaltschaften
Hohe Quote an vorzeitig eingestellten Verfahren und geringe Anklagewahrscheinlichkeit
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Deutscher Richterbund kritisiert geplante Strafverschärfung als unzureichend
Unterstützung für fünfjährige Freiheitsstrafe für Täter von K.-o.-Tropfen
Forderung nach weitergehenden Maßnahmen zum Schutz vor Sexual- und Gewaltdelikten
Risiko der Aufdeckung und Verurteilung entscheidender als gesetzliches Strafmaß
Unterbesetzung der Staatsanwaltschaften führt zu Verzögerungen in Sexualstrafverfahren
Lange Verfahren belasten Betroffene und erschweren Wahrheitsfindung
Schärfere Strafgesetze als Symbolpolitik ohne bessere Ausstattung der Strafjustiz
Zunehmende unerledigte Strafakten und vorzeitige Verfahrenseinstellungen
Welche Konsequenzen werden genannt?
Forderung nach weitergehenden Schritten zum Schutz vor Sexual- und Gewaltdelikten
Notwendigkeit einer besseren Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden
Risiko der Überführung und Verurteilung als abschreckender Faktor für potenzielle Täter
Unterbesetzung der Staatsanwaltschaften führt zu Verzögerungen bei der Bearbeitung von Sexualstrafverfahren
Schwierigkeiten bei der Wahrheitsfindung durch lange Wartezeiten im Strafprozess
Extreme Belastung für Betroffene durch langwierige Verfahren
Schärfere Strafgesetze als Symbolpolitik ohne Verbesserung der Ausstattung der Strafjustiz
Zunahme unerledigter Strafakten bei den Staatsanwaltschaften
Häufige vorzeitige Einstellung von Verfahren
Niedrige Anklagequote, nur jeder 16. Fall führt zu Anklage vor Gericht
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme des Deutschen Richterbundes (DRB) zitiert, in der der Bundesgeschäftsführer Sven Rebehn erklärt, dass die geplante härtere Bestrafung des Einsatzes von K.-o.-Tropfen nicht weit genug gehe und weitergehende Maßnahmen gefordert werden.