Studie: Bundesbürger ändern Haltung zur Schuldenbremse

Studie: Bundesbürger ändern Haltung zur Schuldenbremse

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Wirtschaftliche Veränderungen in Deutschland 2023

Düsseldorf () – Jahrzehntelang galten die Deutschen als Anhänger strikter Haushaltsdisziplin – aber eine Studie zeigt nun: Das Chaos auf der Welt und die Wirtschaftsflaute haben die Bürger ins Nachdenken gebracht.

Die Lockerung der Schuldenbremse zugunsten von Verteidigungs-, Straßen- und Schieneninvestitionen wird von den Bundesbürgern mehrheitlich gutgeheißen. Das zeigt eine Studie des Düsseldorfer Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), über die die „Süddeutsche Zeitung“ vorab berichtet. Demnach befürworten 41 Prozent der Menschen die nach der Bundestagswahl beschlossenen Ausnahmeregelungen „stark“ oder „eher“, weitere 22 Prozent stehen ihnen neutral gegenüber. Lediglich 37 Prozent halten sie für wirklich falsch. In früheren Umfragen hatte sich oft eine Mehrheit gegen laxere Schuldenregeln ausgesprochen.

Von den AfD-Wählern lehnen 67 Prozent die Lockerung ab, 15 Prozent sind dafür. Beim BSW sagen 60 Prozent nein und sogar nur zwölf Prozent ja. Dagegen halten selbst unter den Unionswählern vier von fünf Befragte die Reform für richtig oder lehnen sie zumindest nicht ab. Nur 22 Prozent sagen klar oder tendenziell nein.

Anders als insbesondere der Wirtschaftsflügel der Union gelegentlich reklamiert, kann sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei seinem Kurswechsel in Sachen Schuldenbremse also auf eine deutliche Mehrheit der eigenen Anhänger stützen. Auch bei den Wählern von SPD und Grünen lägen die Ablehnungsraten mit 18 beziehungsweise 20 Prozent auf einem sehr niedrigen Niveau, heißt es in der Studie, die auf einer Umfrage unter 2.700 Bürgern basiert.

Auf recht große Zustimmung in der Gesamtbevölkerung trifft vor allem die Einrichtung des 500 Milliarden Euro umfassenden Sondervermögens zur Modernisierung von Schienen, Straßen, Brücken und Digitalnetzen. Es wird von 51 Prozent, also einer absoluten Mehrheit der Befragten, ausdrücklich gutgeheißen, weitere 16 Prozent lehnen es zumindest nicht ab. Die Kreditfinanzierung höherer Verteidigungsausgaben stößt bei 49 Prozent der Menschen auf Zustimmung. Weitere 20 Prozent stehen der sogenannten Bereichsausnahme neutral gegenüber. Bei den erweiterten Verschuldungsmöglichkeiten für die Bundesländer halten sich Befürworter und Gegner dagegen in etwa die Waage.

Insgesamt zeigt die Studie, dass aus dem Heer der schwäbischen Hausfrauen und beinharten Schwarze-Null-Fans ein Volk geworden ist, das durchaus in der Lage ist, mit der Zeit zu gehen. „Die veränderte Haltung zur Schuldenbremse deutet darauf hin, dass viele Menschen die gegenwärtigen wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen als so gravierend erachten, dass eine höhere Staatsverschuldung als vertretbar angesehen wird“, schreiben die Studienautoren Jan Behringer und Lukas Endres. Das sei umso bemerkenswerter, als 62 Prozent der Befragten davon ausgingen, dass die zusätzlichen Investitionen sehr wohl zu einer „deutlich“ höheren Schuldenquote führen werden.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Menschenmassen (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Die vollständigen Namen von Personen, die im Artikel vorkommen, sind: Friedrich Merz, Jan Behringer, Lukas Endres.

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Düsseldorfer Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Süddeutsche Zeitung, AfD, BSW, CDU, SPD, Grüne

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Düsseldorf

Worum geht es in einem Satz?

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen die Lockerung der Schuldenbremse für Investitionen in Verteidigung sowie Infrastruktur befürwortet, was auf ein Umdenken in der Wahrnehmung von Staatsverschuldung angesichts globaler Herausforderungen hinweist.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit
  • Geopolitische Herausforderungen
  • Umdenken der Bevölkerung bezüglich Schulden
  • Notwendigkeit für Infrastrukturinvestitionen
  • Veränderungen in der politischen Stimmung
  • Zustimmung zu höheren Verteidigungsausgaben
  • Verschiebung von Haushaltsdisziplin zu Investitionsbereitschaft

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Mehrheit der Bundesbürger befürwortet die Lockerung der Schuldenbremse
  • 41 Prozent unterstützen die Ausnahmeregelungen nach der Bundestagswahl stark oder eher
  • 22 Prozent neutral, 37 Prozent lehnen sie ab
  • 67 Prozent der AfD-Wähler lehnen Lockerung ab, nur 15 Prozent dafür
  • 60 Prozent der BSW-Wähler lehnen ab, 12 Prozent dafür
  • Vier von fünf Unionswählern unterstützen die Reform oder lehnen sie nicht ab
  • Ablehnungsraten unter SPD und Grünen niedrig (18 bzw. 20 Prozent)
  • 51 Prozent befürworten Sondervermögen für Modernisierung von Infrastruktur
  • 49 Prozent Zustimmung für Kreditfinanzierung höherer Verteidigungsausgaben
  • Meinung zu Schuldenbremse hat sich gewandelt, viele erachten höhere Staatsverschuldung als vertretbar
  • 62 Prozent erwarten deutlich höhere Schuldenquote durch zusätzliche Investitionen

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Mehrheitliche Unterstützung für die Lockerung der Schuldenbremse
  • Zustimmung zu einem Sondervermögen von 500 Milliarden Euro
  • Akzeptanz für höhere Verteidigungsausgaben
  • Veränderung in der Haltung zur Staatsverschuldung
  • Erkennen gravierender wirtschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen
  • Abweichung von früherer strikter Haushaltsdisziplin
  • Hohe Zustimmungsrate unter Unionswählern
  • Niedrige Ablehnungsraten unter SPD- und Grünen-Wählern
  • Gleichgewicht zwischen Befürwortern und Gegnern bei Bundesländer-Verschuldung
  • Erwartung höherer Schuldenquote durch zusätzliche Investitionen

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme der Studienautoren Jan Behringer und Lukas Endres zitiert, die die veränderte Haltung zur Schuldenbremse kommentieren.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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