Klimapolitik und globale Erderwärmung in Nairobi
Nairobi () – Die Erde steuert aktuell auf 2,8 Grad Celsius Erderhitzung zu. Das ist das Ergebnis eines am Dienstag veröffentlichten Berichts des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Bei der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens 2015 war die Erde noch auf einem Pfad von bis zu 3,5-Grad Erhitzung. Das laut Internationalem Gerichtshof vorrangige Klimaziel, die Erderhitzung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, bleibt weit entfernt.
Das UN-Programm analysierte für den Bericht die neuen Klimaschutzzusagen (NDCs), die nach dem Pariser Klimaabkommen bis zum 30. September fällig waren. Die EU hat es im Streit um das Klimazwischenziel für 2040 verpasst, stellvertretend für die EU-Mitgliedsstaaten rechtzeitig Klimaschutzzusagen einzureichen.
Die UN-Analyse unter dem Titel „Off Target“ kommt zu dem Ergebnis, dass die Prognosen für die globale Erwärmung in diesem Jahrhundert bei vollständiger Umsetzung der Klimaschutzzusagen nun bei 2,3 bis 2,5 Grad Celsius liegen, verglichen mit 2,6 bis 2,8 Grad Celsius im Bericht des letzten Jahres. Die Umsetzung der derzeitigen Politik allein würde zu einer Erhitzung von bis zu 2,8 Grad Celsius führen, verglichen mit 3,1 Grad Celsius im letzten Jahr.
2024 sind die Emissionen um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 57,7 Gigatonnen CO2-Äquivalente gestiegen. Die Einhaltung des Pariser Abkommens erfordert jedoch eine rasche Verringerung der Treibhausgasemissionen: Die Emissionen im Jahr 2030 müssten gegenüber 2019 um 40 Prozent sinken, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen – und dafür bleiben nur noch fünf Jahre Zeit. Die vollständige Umsetzung aller NDCs würde die erwarteten globalen Emissionen im Jahr 2035 um etwa 15 Prozent gegenüber dem Niveau von 2019 senken. Diese Reduktionen liegen weit unter den 55 Prozent, die im Jahr 2035 erforderlich sind, um einen 1,5-Grad-Pfad einzuhalten.
„Wissenschaftler sagen uns, dass ein vorübergehender Anstieg über 1,5 Grad nun unvermeidlich ist – spätestens ab Anfang der 2030er Jahre. Und der Weg in eine lebenswerte Zukunft wird von Tag zu Tag steiler“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres in seiner Botschaft zu dem Bericht. „Das ist jedoch kein Grund, aufzugeben. Es ist ein Grund, uns noch mehr anzustrengen und schneller voranzukommen. 1,5 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts bleiben unser Leitstern. Und die Wissenschaft ist sich einig: Dieses Ziel ist noch immer erreichbar. Aber nur, wenn wir unsere Ambitionen deutlich steigern.“
Bewährte Lösungen gebe es bereits. „Vom raschen Wachstum billiger erneuerbarer Energien bis zur Bekämpfung von Methanemissionen wissen wir, was zu tun ist“, erklärte Guterres. „Jetzt ist es an der Zeit, dass die Länder alles geben und mit ehrgeizigen Klimaschutzmaßnahmen in ihre Zukunft investieren – Maßnahmen, die zu schnellerem Wirtschaftswachstum, einer besseren Gesundheit der Menschen, mehr Arbeitsplätzen, Energiesicherheit und Widerstandsfähigkeit führen.“
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
António Guterres
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
UNEP, Internationaler Gerichtshof, EU, UN, António Guterres
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt.
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Nairobi
Worum geht es in einem Satz?
Laut einem aktuellen UN-Umweltbericht steuert die Erde auf eine Erderhitzung von 2,8 Grad Celsius zu, was die dringende Notwendigkeit verstärkt, die Treibhausgasemissionen drastisch zu senken, um das ambitionierte Ziel von maximal 1,5 Grad bis 2100 zu erreichen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Aktuelle Erderhitzung auf 2,8 Grad Celsius
- Früherer Pfad von bis zu 3,5 Grad Erhitzung beim Pariser Abkommen 2015
- Zielsetzung des Internationalen Gerichtshofs: 1,5 Grad Erderhitzung
- Analyse von neuen Klimaschutzzusagen (NDCs) durch UN-Programm
- EU verpasst termingerecht Klimaschutzzusagen
- Prognosen für globale Erwärmung: 2,3 bis 2,5 Grad Celsius bei vollständiger NDC-Umsetzung
- Anstieg der Emissionen um 2,3 Prozent 2024 auf 57,7 Gigatonnen CO2-Äquivalente
- Notwendigkeit der Senkung der Emissionen um 40 Prozent bis 2030
- Vorübergehender Anstieg über 1,5 Grad laut Wissenschaftlern unvermeidlich
- Dringlichkeit für ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- UN-Programm veröffentlicht Bericht zur Erderhitzung
- Prognosen für globale Erwärmung zwischen 2,3 und 2,5 Grad Celsius
- Emissionen 2024 um 2,3 Prozent gestiegen
- EU hat Frist für Klimaschutzzusagen verpasst
- Guterres betont Notwendigkeit schnellerer Maßnahmen
- Existierende Lösungen wie erneuerbare Energien sollten genutzt werden
- Ziel von 1,5 Grad bleibt erreichbar, erfordert jedoch erhöhte Ambitionen
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Klimaziel 1,5 Grad bleibt unerreichbar
- Globale Erwärmung auf 2,3 bis 2,5 Grad prognostiziert
- Emissionen 2024 um 2,3 Prozent gestiegen
- Notwendigkeit einer raschen Reduktion der Treibhausgasemissionen
- Umsetzung der NDCs senkt Emissionen nur um 15 Prozent
- Fehlende Reduktionen für 1,5-Grad-Pfad
- Anstieg über 1,5 Grad bis Anfang der 2030er Jahre unvermeidlich
- Bedarf an intensiven Klimaschutzmaßnahmen und Ambitionen
- Mögliche positive Effekte durch erneuerbare Energien und Klimaschutzmaßnahmen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von UN-Generalsekretär António Guterres zitiert, der sagt, dass der Anstieg über 1,5 Grad "nun unvermeidlich ist", aber auch betont, dass das Ziel "noch immer erreichbar" sei, wenn die Ambitionen deutlich gesteigert werden.
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