Außenpolitik: Reaktionen auf Drohnenvorfälle in Berlin
Berlin () – Nach wiederholten Zwischenfällen mit mutmaßlich russischen Drohnen in Nato-Ländern hat Außenminister Johann Wadephul (CDU) vor einer Überreaktion der Nato gewarnt.
„Es ist ja gerade das Ziel von Putin, Unruhe zu stiften“, sagte Wadephul den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). „Die beste Antwort darauf ist, ruhig zu bleiben.“ Bisher habe die Nato sehr angemessen reagiert. „Jetzt zu überziehen, wäre ein Fehler“, sagte Wadephul.
„Wir erleben es ja schon bei der verbalen Auseinandersetzung, dass Russland versucht, den Spieß umzudrehen – das wäre erst recht der Fall, wenn wir jetzt mit Waffengewalt reagieren würden.“ Gleichzeitig dürfe man nicht davon ausgehen, dass Putin einfach so zurückstecken werde. „Russland testet uns jetzt und möchte wissen, was wir uns gefallen lassen.“
Es handele sich um „Eingriffe in unsere Souveränität, deshalb müssen wir reagieren können“. Wadephul mahnte den Aufbau zusätzlicher Fähigkeiten im Bereich der Luftverteidigung an. Wirkungsvolle Abschreckung setze voraus, sich technisch dafür auszurüsten und im Inland auch die rechtlichen Grundlagen zu schaffen, um etwa Drohnen abzuwehren.
Der Außenminister äußerte sich aber zurückhaltend zu Plänen, dass jetzt die Bundeswehr mehr Befugnisse zum Abschuss von Drohnen erhalten solle: „Das muss nicht zwangsläufig die Bundeswehr sein. Wenn Drohnen über kritischer Infrastruktur in Deutschland kreisen, dann ist das zuallererst Gefahrenabwehr. Das kann auch die Polizei machen“, sagte Wadephul. Man müsse klären, ob die Landes- oder die Bundespolizei reagieren solle, auf welcher rechtlichen Grundlage und mit welchen technischen Mitteln. „Wir müssen wissen, was wir können und was wir dürfen, wenn derartige Dinge passieren“, fügte Wadephul hinzu.
Der Außenminister riet auch mit Blick auf Warnungen vor einem kurzfristigen russischen Angriff zur Besonnenheit. Auf die Frage zu Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Russland plane den Angriff auf ein weiteres europäisches Land noch während des Ukraine-Krieges, sagte der CDU-Politiker: „Wir rechnen damit, dass Ende des Jahrzehnts die Möglichkeit eines russischen Angriffs besteht. Wir müssen also unsere Verteidigungsanstrengungen beim Material und beim Personal verstärken, aber es gibt keinen Anlass zur Panik.“
Wadephul fügte hinzu: „Wir sind mit unseren Nachrichtendiensten jederzeit in der Lage, das militärische Verhalten Russlands zu überwachen.“ Wadephul machte deutlich, dass er sich vorerst nicht mit dem russischen Außenminister Sergei Lawrow treffen wird, so wie es vergangene Woche US-Außenminister Marco Rubio in New York getan hatte. Er sehe in einem Treffen mit Lawrow zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn, ein ernsthaftes Gespräch sei nicht zu erwarten. Lawrows Rede in der UN-Generalversammlung sei der ruchlose Versuch gewesen, Geschichte umzuschreiben.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Johann Wadephul am 30.09.2025 |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Die vollständigen Namen der im Artikel vorkommenden Personen sind:
Johann Wadephul, Wolodymyr Selenskyj, Sergei Lawrow, Marco Rubio.
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Wann ist das Ereignis passiert?
30.09.2025
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Außenminister Johann Wadephul warnt vor einer Überreaktion der NATO auf russische Drohnenvorfälle und betont die Notwendigkeit kühler Besonnenheit sowie den Ausbau der Luftverteidigungsfähigkeiten, während er gleichzeitig auf die Wichtigkeit einer klaren rechtlichen Grundlage für die Abwehr solcher Bedrohungen hinweist.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Wiederholte Zwischenfälle mit mutmaßlich russischen Drohnen in NATO-Ländern
- Bemühungen Russlands, Unruhe zu stiften
- Notwendigkeit der Reaktion auf Eingriffe in nationale Souveränität
- Aktuelle geopolitische Spannungen im Kontext des Ukraine-Kriegs
- Warnungen vor einem möglichen russischen Angriff auf europäische Länder
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Außenminister Johann Wadephul warnt vor Überreaktion der Nato auf Drohnenzwischenfälle
- Betonung von Putins Ziel, Unruhe zu stiften
- Forderung nach Ruhe und angemessener Reaktion der Nato
- Hinweis auf Russlands Versuch, den Spieß umzudrehen
- Notwendigkeit des Aufbaus zusätzlicher Luftverteidigungsfähigkeiten
- Diskussion über Befugnisse der Bundeswehr und Polizei im Umgang mit Drohnen
- Besonnenheit in Bezug auf russische Angriffswarnungen empfohlen
- Stärkung der Verteidigungsanstrengungen gefordert, aber kein Grund zur Panik
- Überwachung des militärischen Verhaltens Russlands durch Nachrichtendienste
- Keine Pläne für ein Treffen mit dem russischen Außenminister Lawrow
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Warnung vor Überreaktion der Nato
- Bedarf an Ruhe und Besonnenheit
- Notwendigkeit des Aufbaus zusätzlicher Fähigkeiten in der Luftverteidigung
- Erforderliche technische Ausrüstung zur Abschreckung
- Klärung der rechtlichen Grundlagen für das Abwehren von Drohnen
- Verstärkung der Verteidigungsanstrengungen bei Material und Personal
- Überwachung des militärischen Verhaltens Russlands durch Nachrichtendienste
- Keine Treffen mit dem russischen Außenminister in naher Zukunft
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Außenminister Johann Wadephul (CDU) zitiert, in der er vor einer Überreaktion der Nato warnt und betont, dass Ruhe die beste Antwort auf die Provokationen Russlands sei.
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