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Tausende anerkannte Flüchtlinge reisen aus Griechenland weiter
Berlin () – Mehrere Tausend bereits in Griechenland anerkannte Flüchtlinge sind offenbar über Landwege und per Flugzeug nach Deutschland weitergereist und haben hier erneut Asyl beantragt.
Insgesamt hätten in den Monaten Januar bis Mai dieses Jahres rund 8.000 Personen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) einen Antrag auf Schutz gestellt, obwohl sie bereits von den griechischen Behörden einen Schutzstatus erhalten hätten, teilte das Bundesinnenministerium auf Anfrage der Funke-Mediengruppe (Donnerstagausgaben) mit. Im Jahr 2024 waren es demnach insgesamt mehr als 26.000.
Diese sogenannte Sekundärmigration ist möglich, weil anerkannte Schutzsuchende nach den Regeln des Schengener Grenzkodex` bis zu 90 Tage innerhalb eines halben Jahres frei in ein anderes EU-Land reisen dürfen. Einen weiteren Antrag auf Asyl in einem anderen EU-Staat dürfen die Flüchtlinge nach europäischem Recht jedoch nicht stellen.
„Personen, denen Schutz in Griechenland zuerkannt wurde, müssen den Schutz auch dort in Anspruch nehmen“, teilte das Ministerium mit. Viele der anerkannten Flüchtlinge reisen nach Informationen der Funke-Zeitungen per Flugzeug aus Griechenland weiter nach Deutschland. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) übt deutliche Kritik. „Die Bundespolizei kontrolliert Flussbrücken, Autobahnen und Landstraßen an den Binnengrenzen zu Polen oder Österreich, wir sind an der Landesgrenze mit massivem Personaleinsatz unterwegs, überprüfen strikt auf mögliche irreguläre Einreisen von Migranten und Schutzsuchenden. Zugleich klafft eine Lücke an den Flughäfen“, sagte Andreas Roßkopf, Vorsitzender des GdP-Bereichs Bundespolizei, den Funke-Zeitungen.
„Wir kontrollieren die Landgrenzen, und haben gleichzeitig an Flughäfen kaum Handhabe gegen illegale Migration. Das ist absurd.“ Roßkopf hebt hervor, dass es für die Bundespolizei „dringend mehr Befugnisse zur Kontrolle und auch zur Zurückweisung der sogenannten Sekundärmigration“ geben müsse. Die Maßnahmen müssten sowohl mit anderen europäischen Staaten als auch mit den Fluggesellschaften abgestimmt werden.
Im April hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden, dass „alleinstehenden, erwerbsfähigen und nichtvulnerablen international Schutzberechtigten“ bei einer Rückkehr nach Griechenland „keine erniedrigenden oder unmenschlichen Lebensbedingungen“ drohen würden. Die Entscheidung kann Rückführungen der Behörden von jungen Männern nach Griechenland in Fällen von Sekundärmigration erleichtern.
Die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl spricht dagegen weiterhin von einer „inhumane Situation der Geflüchteten“ in Griechenland, die sich „seit Jahren nicht grundlegend verändert“ habe. „Weiterhin gilt die drastische Formel: Kein Bett, kein Brot, keine Seife“, sagte Meral Zeller, Referentin in der Europaabteilung von Pro Asyl, den Funke-Zeitungen. Viele Schutzsuchende würden nach der Anerkennung zunächst auf der Straße landen und „provisorisch für ein paar Nächte bei wechselnden Bekannten“ unterkommen. „Die Bedingungen sind prekär und alles andere als sicher“, hob Zeller hervor.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Flüchtlingsjunge in Griechenland (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Andreas Roßkopf, Meral Zeller
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Bundesinnenministerium, Funke-Mediengruppe, Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bundespolizei, Bundesverwaltungsgericht, Pro Asyl.
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind: Griechenland, Deutschland, Berlin, Leipzig.
Worum geht es in einem Satz?
In den ersten fünf Monaten dieses Jahres haben rund 8.000 bereits in Griechenland anerkannte Flüchtlinge in Deutschland erneut Asyl beantragt, was aufgrund von Lücken in der Grenzkontrolle an Flughäfen und der Möglichkeit, innerhalb der EU zu reisen, möglich ist, während die Gewerkschaft der Polizei kritisiert, dass die Kontrollen ineffektiv sind und die Situation für Flüchtlinge in Griechenland weiterhin als inhuman beschrieben wird.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Der Auslöser für die Sekundärmigration von Flüchtlingen aus Griechenland nach Deutschland sind die unzureichenden Lebensbedingungen in Griechenland, trotz des anerkannten Schutzstatus. Viele Flüchtlinge, die in Griechenland anerkannt wurden, suchen bessere Lebensbedingungen in Deutschland, da sie dort oft in prekären Verhältnissen leben müssen. Die rechtlichen Bestimmungen erlauben ihnen zudem, vorübergehend in andere EU-Länder zu reisen, was diese Migration erleichtert.
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Die Politik reagiert auf die Sekundärmigration von anerkannten Flüchtlingen aus Griechenland nach Deutschland, indem das Bundesinnenministerium betont, dass Schutzsuchende ihren Status in Griechenland wahrnehmen müssen. Die Gewerkschaft der Polizei kritisiert die unzureichenden Kontrollen an Flughäfen und fordert mehr Befugnisse zur Bekämpfung der Sekundärmigration, während die Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl die humanitären Bedingungen in Griechenland anprangert.
Welche Konsequenzen werden genannt?
Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind:
- Sekundärmigration von Flüchtlingen,
- Erneute Asylanträge in Deutschland,
- Lücken in der Kontrolle an Flughäfen,
- Dringender Bedarf an mehr Befugnissen für die Bundespolizei,
- Erleichterung von Rückführungen nach Griechenland,
- Inhumane Lebensbedingungen für Geflüchtete in Griechenland,
- Schutzsuchende landen oft auf der Straße,
- Prekäre und unsichere Bedingungen für viele Flüchtlinge.
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, der Artikel enthält mehrere Stellungnahmen. Eine davon stammt von Andreas Roßkopf, dem Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Er kritisiert, dass die Bundespolizei an Landgrenzen kontrolliert, jedoch an Flughäfen kaum Möglichkeiten hat, illegale Migration zu verhindern, und fordert dringend mehr Befugnisse zur Kontrolle und Rückweisung der Sekundärmigration.
Eine weitere Stellungnahme kommt von Meral Zeller von der Flüchtlingshilfsorganisation Pro Asyl, die die inhumane Situation der Geflüchteten in Griechenland betont und hervorhebt, dass viele Schutzsuchende nach der Anerkennung in prekäre Lebensumstände geraten, ohne ausreichende Grundbedürfnisse gedeckt zu bekommen.
Flüchtlingssituation in Griechenland
Die Flüchtlingssituation in Griechenland ist seit Jahren besorgniserregend, da viele Menschen nach ihrem Schutzstatus in unsicheren Verhältnissen leben müssen. Obwohl ein Schutzstatus zuerkannt wird, sind die Lebensbedingungen oft prekär und unzureichend. Viele anerkannte Flüchtlinge sehen sich gezwungen, die Grenze nach Deutschland zu überschreiten, um ein besseres Leben zu suchen. Die Sekundärmigration, die gesetzlich möglich ist, führt zu einer Überlastung der deutschen Asylsysteme. Organisationen wie Pro Asyl kritisieren die unhaltbaren Bedingungen in griechischen Unterkünften, während die Verantwortung zwischen den EU-Staaten oft unklar bleibt.
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