News - Vermischtes - aktuelle Entwicklungen und Hintergründe
Kritik an Flüchtlingsunterkunft in Tegel reißt nicht ab
Berlin () – Deutschlands größte Flüchtlingsunterkunft auf dem früheren Flughafen Berlin-Tegel steht wegen ihrer Zustände schon länger in der Kritik. Nun legen Recherchen von RTL und „Stern“ nahe, dass Verträge zum Betrieb und die Arbeitsorganisation Missstände in der Unterkunft begünstigen könnten.
Demnach koste der Betrieb der Unterkunft das Land Berlin – und somit den Steuerzahler – rund 428 Millionen Euro im Jahr, heißt es. Eine der rechtlichen Grundlagen sei ein Vertrag zwischen dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) und der Messe Berlin. Dieser sehe vor, dass die Messe einen Verwaltungsaufschlag von 15 Prozent auf alle Ausgaben für die Unterkunft bekommen solle. Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das als eine Art Generalbetreiber der Unterkunft fungiere, erhebe einen solchen Aufschlag. Wie hoch der ist, offenbarte das DRK auf Anfrage nicht.
Die Vermutung ist, dass die Betreiber ihre Einnahmen steigern könnten, indem sie möglichst viel Geld ausgeben. Die Zahl der unterbrachten Geflüchteten sei kontinuierlich gesunken, der Einsatz von Betreuungspersonal erscheine dennoch enorm. Auffällig in diesem Zusammenhang seien unterschiedliche hohe Summen, die laut den Verträgen gezahlt würden – zum Beispiel für den Posten Leitung/Steuerung/Management an das DRK. Im Jahr 2022 etwa floss laut des Berichts rund eine Million Euro an das DRK pro Monat.
Auch der Personaleinsatz sei trotz stark gesunkener Flüchtlingszahlen weiterhin hoch. Rund 1.400 Männer und Frauen sollen im Jahr 2023 in der Tegeler Unterkunft täglich Aufgaben verrichtet haben. Eine verdeckte Reporterin, die wochenlang – als Helferin getarnt – in der Unterkunft arbeitete, beobachte mehrfach, wie Helfer während der Arbeitszeit Bücher lasen, mit Videospielen beschäftigt waren und dergleichen mehr, so RTL und „Stern“. Weil sie sonst nichts zu tun hätten, wie sie sagten.
Das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten gab auf Anfrage zu, mit der Situation in Tegel unzufrieden zu sein. „Es ist richtig, dass die Unterbringung der Geflüchteten nicht der sonstigen Praxis in Unterkünften des LAF entspricht. Auch erachten sowohl der Senat als auch das LAF die laufenden Kosten als zu hoch“, hieß es. Der Senat sei sich bewusst, „dass die Notunterbringung in Tegel nicht nur teuer ist“, sie sei auch nicht geeignet, um Menschen ankommen und sich in die Stadt integrieren zu lassen. Trotzdem sei die Unterkunft erforderlich, um Geflüchtete vor der Obdachlosigkeit zu bewahren.
„Der Personaleinsatz richtet sich flexibel nach Belegung, Schichtzeit und den geltenden Sicherheitsvorgaben“, vor allem mit Blick auf Evakuierungs- und Notpläne, antwortete der Arbeiter-Samariter-Bund auf Anfrage.
Das Rote Kreuz wies mögliche Profitinteressen zurück. „Das DRK Sozialwerk handelt im Auftrag des Landes Berlin und rechnet die tatsächlich erbrachten Leistungen ab.“ Überschüsse verblieben nicht bei ihm. Sie würden verrechnet oder zurückgezahlt. Das DRK verwies auch an das Landesamt.
Dieses schrieb auf Anfrage, dass „auch externe Dienstleistungen kurzfristig einzusetzen waren“. Es wies zudem auf die hohen Zahlen Geflüchteter hin.
Die Flüchtlingsunterkunft soll nach aktuellen Plänen des Senats mindestens weitere fünf Jahre bestehen bleiben und als Ankunftszentrum für alle in Berlin ankommenden Asylbewerber dienen.
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du ein guter Leser? 👍
Welcher Begriff kam im Artikel vor?
Bist du gut in Tic Tac Toe? 👍
Spielername und geheimes Wort gehören zusammen. Das Captcha wird nur beim ersten autorisierten Spiel für diese Kombination in diesem Browser abgefragt.
Top 3
| Platz | Name | Punkte | Siege |
|---|---|---|---|
| Lade Rangliste ... | |||
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Ankunftszentrum für Flüchtlinge (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
In dem Artikel werden die folgenden vollständigen Namen von Personen oder Institutionen erwähnt:
- Deutsches Rotes Kreuz (DRK)
- Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF)
- Arbeiter-Samariter-Bund
Diese sind zwar keine Personen im engeren Sinne, aber die wichtigen Institutionen sind in diesem Kontext relevant. Personen, die namentlich erwähnt sind, werden nicht angegeben.
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), Messe Berlin, Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Arbeiter-Samariter-Bund, Senat von Berlin.
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Die Flüchtlingsunterkunft am ehemaligen Flughafen Berlin-Tegel steht wegen kritischer Betriebsbedingungen und hoher Kosten von rund 428 Millionen Euro jährlich im Fokus, da Berichte über mögliche Missstände in der Verwaltung und Personalstruktur aufgedeckt wurden, während die Zahl der untergebrachten Geflüchteten sinkt.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Der Hintergrund für die Probleme in der Flüchtlingsunterkunft Berlin-Tegel ist ein Zusammenspiel aus finanziellen Anreizen und ineffizienter Betriebsorganisation. Hohe Betriebskosten, die durch administrative Zuschläge und Verträge begünstigt werden, führen zu Missständen, während gleichzeitig die Zahl der unterbrachten Geflüchteten sinkt. Diese Situation wird kritisch betrachtet, da sie sowohl finanziell als auch hinsichtlich der Integration der Geflüchteten nicht optimal ist.
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Im Artikel wird berichtet, dass die Zustände in der größten Flüchtlingsunterkunft Deutschlands, am ehemaligen Flughafen Berlin-Tegel, in der Öffentlichkeit und von Medien kritisiert werden. Insbesondere die hohen Betriebskosten und mögliche Missstände in der Verwaltung haben bereits zu einer unzufriedenen Reaktion des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) und des Senats geführt, die erkannt haben, dass die Situation für die Geflüchteten nicht angemessen ist.
Welche Konsequenzen werden genannt?
Die Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind: hohe Betriebskosten für die Unterkunft, rund 428 Millionen Euro jährlich für den Steuerzahler, Missstände durch Verträge und Arbeitsorganisation, mögliche Profitinteressen der Betreiber, steigende Einnahmen durch hohe Ausgaben, kontinuierlicher Rückgang der untergebrachten Flüchtlinge, unverhältnismäßig hoher Personaleinsatz trotz sinkender Zahlen, unzureichende Betreuung der Geflüchteten, unzufriedene Behörde mit der Situation in Tegel, Notwendigkeit der Unterkunft zur Vermeidung von Obdachlosigkeit, geplante weitere Nutzung als Ankunftszentrum für mindestens fünf Jahre.
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme des Landesamts für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) zitiert. Das LAF äußert, dass es mit der Situation in Tegel unzufrieden ist und die laufenden Kosten als zu hoch erachtet. Zudem wird angegeben, dass die Notunterbringung in Tegel nicht nur teuer, sondern auch ungeeignet ist, um Menschen bei ihrer Ankunft und Integration in die Stadt zu helfen.
Die Flüchtlingsunterkunft am ehemaligen Flughafen Tegel
Berlin beherbergt Deutschlands größte Flüchtlingsunterkunft, die auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel errichtet wurde. Diese Einrichtung steht seit längerer Zeit in der Kritik aufgrund ihrer mangelhaften Zustände und der hohen Betriebskosten. Jährlich belaufen sich die Ausgaben auf rund 428 Millionen Euro, die zu einem erheblichen Teil von den Steuerzahlern getragen werden. Ungeachtet der sinkenden Zahl der untergebrachten Flüchtlinge bleibt der Personaleinsatz unverhältnismäßig hoch, was Fragen zur Effizienz aufwirft. Trotz der Kritik erkennt das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten die Notwendigkeit dieser Unterkunft an, um geflüchtete Menschen vor Obdachlosigkeit zu schützen.
- Vollbrand einer Lkw-Zugmaschine auf A1 bei Schwelm - 30. Juli 2026
- Feuerwehr Gronau löscht Dachstuhlbrand in der Herzogstraße - 30. Juli 2026
- Brand eines Wohnhauses in Kastl – mehrere Personen verletzt - 30. Juli 2026

