Wirtschaft in Hessen
Wiesbaden () – Die Arbeitskosten in Hessen haben im Jahr 2024 mit 47,83 Euro je geleisteter Stunde um 7,9 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 44,32 Euro gelegen. Gegenüber 2020, dem Jahr der vorherigen Arbeitskostenerhebung, erhöhten sich die Arbeitskosten in Hessen um 18,7 Prozent (2020: 40,29 Euro), teilte das Statistische Landesamt mit.
Deutschlandweit stiegen sie im gleichen Zeitraum um 19,2 Prozent (2020: 37,17 Euro).
Der Anstieg der Arbeitskosten im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich war wesentlich auf höhere Bruttoverdienste zurückzuführen. Diese machten mit 77,0 Prozent mehr als drei Viertel der gesamten Arbeitskosten in Hessen aus.
Auf die Lohnnebenkosten entfielen 23,0 Prozent. Die prozentuale Zusammensetzung der Arbeitskosten und damit auch der Anteil der Lohnnebenkosten blieb bei den Erhebungen seit 2008 nahezu unverändert.
Zwischen den Bundesländern bestanden weiterhin deutliche Unterschiede bei den Kosten, die Arbeitgebende für eine geleistete Arbeitsstunde gezahlt haben.
Hamburg wies im Jahr 2024 mit durchschnittlich 49,41 Euro je geleisteter Arbeitsstunde den höchsten Wert auf, gefolgt von Hessen mit 47,83 Euro. Am niedrigsten waren die Arbeitskosten in den ostdeutschen Flächenländern: 36,40 Euro in Mecklenburg-Vorpommern und 36,53 Euro in Sachsen-Anhalt.
Die Höhe der Arbeitskosten wird unter anderem von den jeweiligen Branchen- und Betriebsstrukturen der Bundesländer beeinflusst.
In Hessen spielen beispielsweise unternehmensnahe Dienstleistungen und insbesondere Finanz- und Versicherungsdienstleistungen eine vergleichsweise große Rolle – Bereiche, in denen die Gehälter tendenziell höher sind.
Zwischen den einzelnen Wirtschaftszweigen des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs unterschieden sich die Arbeitskosten deutlich. Die niedrigsten Arbeitskosten je geleisteter Stunde in Hessen wiesen die Wirtschaftszweige „Gastgewerbe“ (28,73 Euro), „sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen“ (33,52 Euro) sowie das „Baugewerbe“ (36,46 Euro) auf.
Deutlich über dem hessischen Durchschnitt lagen die Arbeitskosten unter anderem in den Wirtschaftszweigen „Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen“ (78,99 Euro), „freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen“ (60,83 Euro) sowie in der „Energieversorgung“ (58,88 Euro).
Zudem lässt sich feststellen, dass die Arbeitskosten mit zunehmender Anzahl an Arbeitnehmenden im Unternehmen anstiegen. Bei Unternehmen mit zehn bis 49 Arbeitnehmenden lagen die Arbeitskosten in hessischen Betrieben bei 37,98 Euro je geleisteter Stunde.
Ab einer Größe von 1.000 Arbeitnehmenden im Unternehmen waren es 55,14 Euro und damit rund 45 Prozent mehr. Zu den Gründen zählen unter anderem höhere Bruttoverdienste und höhere Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung in größeren Unternehmen.
Die Arbeitskosten setzten sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen.
Im Jahr 2024 entfielen in Hessen 77,0 Prozent der gesamten Arbeitskosten auf die Bruttoverdienste sowie 23,0 Prozent auf die Lohnnebenkosten. Zu den Lohnnebenkosten gehörten vor allem die gesetzlichen Beiträge der Arbeitgebenden zur Sozialversicherung (13,0 Prozent), die Entgeltfortzahlungen im Krankheitsfall (3,3 Prozent) sowie die Aufwendungen der Arbeitgebenden für die betriebliche Altersversorgung (2,6 Prozent).
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Worum geht es in einem Satz?
Die Arbeitskosten in Hessen stiegen von 2020 bis 2024 um 18,7 Prozent auf 47,83 Euro je geleisteter Stunde und lagen damit 7,9 Prozent über dem Bundesdurchschnitt sowie im Ländervergleich auf Platz zwei hinter Hamburg.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Höhere Bruttoverdienste als wesentlicher Treiber des Arbeitskostenanstiegs
- Branchen- und Betriebsstruktur Hessens mit einem hohen Anteil unternehmensnaher Dienstleistungen, insbesondere vergleichsweise hoch vergüteter Finanz- und Versicherungsdienstleistungen
- Höhere Bruttoverdienste und höhere Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung in größeren Unternehmen
Welche Konsequenzen werden genannt?
Nein.
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