Wirtschaft und Börse in Frankfurt
Frankfurt/Main () – Der Dax ist am Freitagmorgen negativ in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.965 Punkten berechnet, 0,3 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.
„Die Aufgabe des Dax am heutigen Freitag ist die Verteidigung der gestern zurückeroberten Marke von 26.000 Punkten“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. „Allerdings droht der Handelswoche ein turbulenter Abschluss. An den internationalen Aktienmärkten ziehen sich die Anleger immer mehr aus Halbleiter- und KI-Werten zurück. Nach den Quartalszahlen von Alphabet und Meta haben nun auch Amazon und Intel die Zweifel an den hohen Erwartungen an den Technologiesektor verstärkt. Die Risikobereitschaft nimmt spürbar ab, und die bereits im asiatischen Handel erkennbaren Positionsreduzierungen dürften auch an den europäischen Börsen nicht spurlos vorübergehen.“
„Gleichzeitig bleibt die Inflation ein hartnäckiges Schreckgespenst. Die Bank of Japan hat auf ihrer heutigen Pressekonferenz erneut auf den anhaltenden Preisdruck hingewiesen. Die japanische Inflation liegt weiterhin über dem Zielwert von zwei Prozent, wobei die hohen Energiepreise infolge des Kriegs mit dem Iran zusätzlichen Druck erzeugen. Ein ähnliches Spannungsfeld wurde bereits gestern bei der Europäischen Zentralbank deutlich. Die Notenbanken können den energiegetriebenen Preisanstieg kaum direkt bekämpfen, müssen aber verhindern, dass daraus ein dauerhaft höherer Inflationsdruck entsteht. Damit bleibt die Geldpolitik ein Belastungsfaktor für die mittelfristigen Börsenaussichten.“
„Bemerkenswert ist vor diesem Hintergrund die relative Stärke des Dax. Während die Technologiewerte international unter Druck geraten, profitiert der deutsche Leitindex von der Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung im Jahr 2027. Die Anleger setzen darauf, dass sich die wirtschaftlichen Perspektiven der exportorientierten deutschen Unternehmen verbessern. Allerdings steht dieser Optimismus auf einem zunehmend schwierigen Fundament, solange hohe Energie- und Importpreise die Kostenbelastung der Unternehmen verstärken.“
„Entsprechend große Aufmerksamkeit erhalten heute die deutschen Konjunkturdaten. Neben dem Bruttoinlandsprodukt stehen die Verbraucher- und Importpreise im Mittelpunkt. Letztere sind mit 2,1 Prozent gegenüber dem Vormonat und 10,4 Prozent im Jahresvergleich deutlich stärker gestiegen als erwartet. Das zeigt, dass sich der externe Preisdruck weiter aufbaut und die erhoffte konjunkturelle Erholung gefährden könnte.“
„Auf europäischer Ebene wird das BIP der Eurozone zusätzliche Hinweise zur wirtschaftlichen Entwicklung liefern. Aus den USA steht der Chicagoer Einkaufsmanagerindex auf der Agenda“, sagte Lipkow.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagmorgen etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1199 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8929 Euro zu haben.
Der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Morgen wurden für eine Feinunze 3.989 US-Dollar gezahlt (-0,9 Prozent). Das entspricht einem Preis von 114,51 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 117,30 US-Dollar, das waren 2,1 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Andreas Lipkow
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Frankfurter Börse, dts Nachrichtenagentur, CMC Markets, Alphabet, Meta, Amazon, Intel, Bank of Japan, Europäische Zentralbank
Wann ist das Ereignis passiert?
Freitagmorgen, gegen 9:30 Uhr.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Frankfurt am Main
Worum geht es in einem Satz?
Der Dax ist am Freitagmorgen angesichts schwacher Technologiewerte, anhaltender Inflationssorgen und steigender Energiepreise um 0,3 Prozent auf rund 25.965 Punkte gefallen, während Hoffnungen auf eine Konjunkturerholung 2027 stützend wirken.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Zweifel an den hohen Erwartungen an den Technologiesektor nach den Quartalszahlen von Alphabet, Meta, Amazon und Intel
- Zunehmender Rückzug internationaler Anleger aus Halbleiter- und KI-Werten
- Anhaltender Inflationsdruck und hohe Energiepreise infolge des Kriegs mit dem Iran
- Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der Notenbanken angesichts hartnäckiger Inflation
- Unerwartet kräftiger Anstieg der deutschen Importpreise um 2,1 Prozent zum Vormonat und 10,4 Prozent zum Vorjahr
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Nein, der Artikel beschreibt keine Reaktionen von Politik, Öffentlichkeit oder Medien.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Anleger ziehen sich zunehmend aus Halbleiter- und KI-Werten zurück, die Risikobereitschaft nimmt ab
- Positionsreduzierungen könnten auch die europäischen Börsen belasten
- Hohe Energiepreise infolge des Iran-Kriegs verstärken den Inflationsdruck
- Die Geldpolitik belastet die mittelfristigen Börsenaussichten
- Die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung 2027 stützt den Dax
- Hohe Energie- und Importpreise erhöhen die Kostenbelastung der Unternehmen
- Zunehmender externer Preisdruck könnte die erhoffte konjunkturelle Erholung gefährden
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, wird mit einer Einschätzung zur Dax-Entwicklung sowie zu Risiken durch Technologieaktien, Inflation und hohe Energiepreise zitiert.
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