In den Sommermonaten fristet der temperaturgeregelte Wasserkocher eher ein Schattendasein. Zwar spielt er für die Essenszubereitung auch in dieser Zeit durchaus eine Rolle, doch als Durstlöscher stehen Kaltgetränke weit höher im Kurs. Aber wenn die Tage kürzer, die Temperaturen sinken und das Wetter unbeständiger wird, rückt das clevere Küchengerät mit integrierter Temperatureinstellung wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Und zwar nahezu überall, da es in vielen deutschen Küchen längst so selbstverständlich wie Kühlschrank oder Backofen zu finden ist.
Technisch spitze, täglich nützlich
Schon Uroma wusste, dass heißes Wasser ein flexibler Begriff ist. Für bestimmte Lebensmittel muss das Wasser sprudelnd kochen, für andere sollte es den Siedepunkt noch nicht erreicht haben. Damals sah die Methode natürlich komplett anders aus als heute: Der auf dem holzbefeuerten Herd befindliche Wasserkocher wurde nach Bedarf direkt über die Feuerstelle oder an den Rand geschoben. Dieses Prinzip funktionierte erstaunlich gut – doch wenn die Urgroßmutter die Wahl gehabt hätte, wäre sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zugunsten der heutigen Wasserkocher-Technik ausgefallen. Immerhin gibt es gleich eine ganze Reihe an Argumenten dafür.
Präzision per Knopfdruck: Welche Vorteile bietet ein temperaturgeregelter Wasserkocher?
Ein herkömmlicher Wasserkocher wird mit kaltem Wasser befüllt und dann gestartet, um den Inhalt zum Kochen zu bringen. Ein temperaturgeregelter Wasserkocher denkt die Grundidee konsequent weiter: Wenn man zwar heißes, aber nicht zwingend kochendes Wasser benötigt, warum muss man es dann überhaupt sprudelnd aufkochen? In vielen Fällen liegt die benötigte Temperatur sogar sehr deutlich unter dem Siedepunkt, sodass man wertvolle Zeit und Energie sparen kann. Mit der modernen Technik lässt sich die Wunschtemperatur direkt voreinstellen, das lästige Hantieren mit einem separaten Thermometer entfällt.
Im Fachhandel findet man hochwertige Modelle mit einem Innenraum aus geschmacksneutralem Material wie rostfreiem Edelstahl oder Borosilikatglas. Weitere Aspekte sind die doppelwandige Isolierung (vonseiten vieler Hersteller oft als „Cool Touch“ bezeichnet) und die Möglichkeit, die gewünschte Temperatur sehr präzise einstellen zu können.
Im Alltag zahlt sich ein solches Gerät vielfach aus: die optimalen Wassertemperaturen für Küche und Alltag
Tatsächlich bestätigt ein näherer Blick, dass man in der Küche oft warmes oder heißes, aber selten richtig kochendes Wasser benötigt. Die folgende Liste liefert einige typische Beispiele.
- Hefeteig: 37 bis 40 °C, darüber sterben die Hefezellen ab
- Babynahrung: 37 bis 40°C, darüber können wichtige Inhaltsstoffe zerstört werden
- Brühwürstchen: 80 °C, darüber könnte die zarte Haut platzen
- Brühen und Instant-Gerichte: schnelles Auflösen ohne Klumpen bei idealen 80 °C
Und was ist mit Tee und Kaffee?
Für grünen und weißen Tee sind 70 bis 80 °C am besten geeignet, weil die empfindlichen Blätter bei noch höheren Temperaturen verbrennen. Aber auch Kaffeefans, die ihr Getränk via French Press oder handgefiltert zubereiten, freuen sich über die präzise Einstellmöglichkeit der Temperatur: Hier sollte das Wasser zwischen 90 und 94 °C heiß sein, damit die wertvollen Kaffeeöle nicht verbrennen und keine zusätzlichen Bitterstoffe entstehen. Apropos unkompliziert …
Glanzleistung ohne Aufwand: So einfach gelingt die Reinigung und Pflege
Dank der modernen Materialien ist der Pflegeaufwand erfreulich gering: Modelle mit einem Innenraum aus Borosilikatglas oder Edelstahl besitzen meist ein verdecktes Heizelement. Dadurch ist der Boden komplett flach und lässt sich leicht auswischen; zudem verfügen hochwertige Geräte über ein integriertes Kalkfilter-Sieb am Ausguss, das sich einfach herausnehmen und unter fließendem Wasser abspülen lässt. Und auch das Entkalken gestaltet sich vergleichsweise einfach. Meist reicht ein regelmäßiges Aufkochen mit etwas Zitronensäure oder verdünnter Essigessenz, damit der temperaturgeregelte Wasserkocher weiterhin energieeffizient arbeitet. Tipp: Wie oft das Entkalken notwendig ist, entscheidet der Kalkgehalt des Leitungswassers. Wer sich unsicher ist, kann diesbezüglich beim eigenen Versorger nachfragen.
In diesem Sinne: Hoch die Tassen – und zwar mit genau dem perfekt temperierten Inhalt, den man sich am meisten wünscht.
Bild: @ depositphotos.com / tan4ikk
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