Politik: Terminvergabe im Gesundheitswesen
Berlin () – Gesetzlich Versicherte müssen nach Ansicht des Vorstandsvorsitzenden des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, bei der Vergabe von Arztterminen bessergestellt werden.
„Wir müssen den Zugang zur ambulanten Versorgung so organisieren, dass Termine nach medizinischem Bedarf vergeben werden und nicht danach, wie jemand versichert ist“, sagte Blatt der Funke-Mediengruppe. 75 Millionen Menschen seien gesetzlich versichert und finanzierten damit den allergrößten Teil der ärztlichen Honorare. Trotzdem würden sie bei der Terminvergabe häufig benachteiligt. Das sei eine „himmelschreiende Ungerechtigkeit“.
Den Begriff Zwei-Klassen-Medizin lehne er allerdings ab. „Ich halte nichts vom Begriff Zwei-Klassen-Medizin. Im Krankenhaus und von den allermeisten Ärzten werden gesetzlich Versicherte genauso gut behandelt wie Privatpatienten, teilweise ist für sie sogar die Abrechnung einfacher“, sagte Blatt. Die Ungleichbehandlung zeige sich vor allem bei den Wartezeiten auf Arzttermine.
„Ärzte sollen weiterhin Privatpatienten behandeln – aber nicht automatisch bevorzugen“, so Blatt weiter. Ein gesetzlich Versicherter sollte nicht allein deshalb zwei Wochen länger warten müssen. Ein einheitliches Vergütungssystem für Ärzte wäre vor allem dann eine Folge, wenn beide Versicherungssysteme zusammengelegt würden. Das sei eine hochkomplexe und vor allem politische Frage. Eine solche Reform dürfe aber nicht dazu führen, dass gesetzlich Versicherte noch mehr zahlen müssten.
Blatt sprach sich deshalb dafür aus, zunächst die konkrete Ungleichbehandlung in der ambulanten Versorgung zu beenden. Eine Bürgerversicherung hält er in der aktuellen politischen Situation nicht für realistisch. „Die Debatte würde sich sehr stark daran aufreiben“, sagte er. Über eine Zusammenlegung der Systeme könne die Politik anschließend in Ruhe diskutieren.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Oliver Blatt
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
GKV-Spitzenverband, Oliver Blatt, Funke-Mediengruppe
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Berlin
Worum geht es in einem Satz?
Der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, fordert, Arzttermine in der ambulanten Versorgung künftig nach medizinischem Bedarf statt nach Versicherungsstatus zu vergeben, um die ungerechten Wartezeiten gesetzlich Versicherter zu beenden, ohne dabei automatisch von „Zwei-Klassen-Medizin“ zu sprechen oder Reformen zuzulassen, die zu zusätzlichen Belastungen für diese Versicherten führen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Ungleichbehandlung gesetzlich Versicherter bei der Terminvergabe in der ambulanten Versorgung
- Termine würden häufig nicht nach medizinischem Bedarf, sondern danach vergeben, wie jemand versichert ist
- Vor allem längere Wartezeiten auf Arzttermine für gesetzlich Versicherte
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Oliver Blatt kritisiert, dass gesetzlich Versicherte bei der Terminvergabe häufig benachteiligt würden und spricht von einer „himmelschreienden Ungerechtigkeit“
- Er sagt, die Terminvergabe solle nach medizinischem Bedarf erfolgen und nicht danach, wie jemand versichert ist
- Er lehnt den Begriff „Zwei-Klassen-Medizin“ ab und verweist darauf, dass gesetzlich Versicherte in Krankenhäusern und von den meisten Ärzten genauso gut behandelt würden
- Die Ungleichbehandlung verortet er vor allem bei Wartezeiten auf Arzttermine
- Er fordert, dass Ärzte Privatpatienten weiterhin behandeln sollen, sie aber nicht automatisch bevorzugen
- Eine mögliche Reform sieht er zunächst in der Beseitigung der konkreten Ungleichbehandlung; eine Bürgerversicherung hält er politisch aktuell nicht für realistisch
- Eine Zusammenlegung der Systeme sieht er als politischen Diskussionsprozess, der im Moment nicht realisierbar sei
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Termine sollen nach medizinischem Bedarf und nicht nach Versicherungsstatus vergeben werden
- Gesetzlich Versicherte sollen bei Wartezeiten weniger benachteiligt werden
- Ein einheitliches Vergütungssystem für Ärzte wäre eine mögliche Folge bei einer Zusammenlegung der Versicherungssysteme
- Eine Reform dürfte nicht dazu führen, dass gesetzlich Versicherte zusätzlich mehr zahlen müssen
- Zunächst soll die konkrete Ungleichbehandlung in der ambulanten Versorgung beendet werden
- Eine Debatte über eine Bürgerversicherung gilt derzeit als weniger realistisch
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, Oliver Blatt (Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes) wird mit Aussagen zitiert.
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