Wirtschaft: DAX und US-Inflation in Frankfurt
Frankfurt/Main () – Am Donnerstag hat der Dax zugelegt. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.383 Punkten berechnet, ein Plus in Höhe von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem schwachen Start hielt sich der Dax lange im Minus, bevor er am Ende des Tages ins Plus drehte.
„Die US-Erzeugerpreise liefern den Anlegern den nächsten Inflationsschock“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Mit einem Anstieg von 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und 6,3 Prozent auf Jahressicht fällt der Preisdruck auf Unternehmensebene deutlich stärker aus als befürchtet. Nach den bereits überraschend hohen Verbraucherpreisen vom Vortag verdichten sich damit die Hinweise, dass die Inflation in den USA wieder an Dynamik gewinnt.“
Besonders problematisch sei, dass die Unternehmen die gestiegenen Energie- und Transportkosten bislang offenbar noch nicht vollständig an ihre Kunden weitergegeben haben, so Lipkow. „Damit könnte ein Teil des Inflationsdrucks erst in den kommenden Monaten bei den Verbrauchern ankommen“, erklärte er. „Der heutige Anstieg der Erzeugerpreise könnte deshalb der Vorbote weiterer unangenehmer Überraschungen bei der Verbraucherpreisinflation sein. Für die Fed wächst damit der Druck, ihren restriktiven geldpolitischen Kurs weiter zu verschärfen.“
Gleichzeitig zeige sich die US-Konjunktur erstaunlich robust. „Die Einzelhandelsumsätze stiegen mit 0,8 Prozent deutlich stärker als erwartet, der Empire-State-Index überzeugte mit 25,5 Punkten“, erläuterte der Analyst. „Auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen mit 198.500 im Rahmen der Erwartungen. Lediglich der Philadelphia-Fed-Index enttäuschte mit 20,9 Punkten. Die US-Wirtschaft hält dem Gegenwind bislang stand, doch genau diese Stärke gibt der Notenbank auch den Spielraum, entschlossener gegen die Inflation vorzugehen.“
Im Dax standen heute Technologiewerte wie Infineon und Siemens Energy unter Verkaufsdruck. „Gleichzeitig aber nutzen Anleger die Kursschwäche für gezielte Käufe in defensiven Branchen“, so Lipkow. „Die Bereitschaft, grundsätzlich in Aktien investiert zu bleiben, ist vorhanden, die Risikofreude nimmt jedoch deutlich ab. Der Börsenherbst beginnt gerade erst, seinem Namen alle Ehre zu machen.“
An der Spitze der Kursliste in Frankfurt standen die Aktien von Scout 24, Rheinmetall und Zalando. Das Schlusslicht bildeten die Papiere von Siemens Energy, Hochtief und Infineon.
Unterdessen sank der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im November kostete 87 Euro und damit ein Prozent weniger als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund 13 bis 16 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Der Ölpreis stieg hingegen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 106,30 US-Dollar, das waren 23 Cent oder 0,2 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagnachmittag stärker: Ein Euro kostete 1,1205 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8925 Euro zu haben.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Andreas Lipkow
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Andreas Lipkow, CMC Markets, Infineon, Siemens Energy, Scout 24, Rheinmetall, Zalando, Siemens Energy, Hochtief, Gas, Nordsee-Sorte Brent, Fed, Empire State, Philadelphia-Fed, Notenbank, Dax, Xetra
Wann ist das Ereignis passiert?
Donnerstag (ohne genaues Datum).
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Frankfurt/Main, Xetra-Handel (Deutschland), Frankfurter Börse, USA, Europa, Philadelphia (USA), New York (USA)
Worum geht es in einem Satz?
Der DAX stieg am Donnerstag um 0,3% auf 25.383 Punkte, während steigende US-Erzeugerpreise die Inflationssorgen und den Druck auf die Fed erhöhten, zugleich aber die US-Konjunktur weiterhin robust wirkte und Gas- bzw. Ölpreise gemischte Signale zeigten.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Die US-Erzeugerpreise stiegen unerwartet stark um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und 6,3 Prozent auf Jahressicht
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Die Reaktion der Politik wird nicht beschrieben
- Keine Reaktion der Öffentlichkeit oder Medien wird beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Steigender Inflationsdruck in den USA
- Erwartung weiterer Belastungen bei der Verbraucherpreisinflation
- Zunehmender Handlungsdruck für die Fed, den restriktiven geldpolitischen Kurs weiter zu verschärfen
- Abnehmende Risikobereitschaft der Anleger
- Verkaufsdruck auf Technologiewerte im Dax
- Punktuelle Käufe in defensiven Branchen trotz insgesamt vorsichtigerem Anlageverhalten
- Potenzielle Verzögerung bei der Weitergabe gestiegener Energie- und Transportkosten an Verbraucher, mit möglichen Effekten in den kommenden Monaten
- Rückgang des Gaspreises für Novemberlieferung
- Impuls durch den gestiegenen Ölpreis
- Stärkerer Euro gegenüber dem US-Dollar
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Der Artikel zitiert eine Stellungnahme von Andreas Lipkow (Chef-Marktanalyst von CMC Markets) („… kommentierte … Andreas Lipkow …“) in mehreren Sätzen.
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