Wirtschaft: Dax und Energiepreise in Frankfurt
Frankfurt/Main () – Zum Wochenausklang hat der Dax deutlich nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.304 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem schwachen Start baute der Dax im weiteren Verlauf kontinuierlich seine Verluste aus.
„Kurz vor dem Wochenende ist den Anlegern am deutschen Aktienmarkt die Puste ausgegangen“, kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. „Vor allem die Autobauer und die Indexschwergewichte SAP und Deutsche Telekom zogen den Leitindex heute nach unten.“
Die am Morgen veröffentlichten deutschen Erzeugerpreise lieferten Lipkow zufolge wenig Argumente für Aktienkäufe. „Der stärker als erwartete Preisauftrieb bestätigt, dass die lange Phase hoher Energiepreise ihre Spuren in der deutschen Wirtschaft hinterlässt“, erklärte er. „Sinkende Ölpreise sorgen zwar aktuell für Entlastung, ihre positive Wirkung kommt aber mit Verzögerung in der Wirtschaft an. Die heutigen Erzeugerpreise sind damit noch einmal eine Rechnung für die hohen Energiepreise der vergangenen Monate.“
Inflationsangst bestimme damit weiter das Handelsgeschehen, erläuterte der Analyst. „Die Notenbanken haben die Inflation zu ihrem gemeinsamen Gegner erklärt, können aber die Ursache steigender Energiekosten nicht beeinflussen. Genau darin liegt das größte Risiko für die Börsen: Je länger die Ölpreise auf hohem Niveau verharren, desto schwieriger wird der Spagat der Notenbanken zwischen Inflationsbekämpfung und konjunktureller Stabilität.“
Bis kurz vor Handelsschluss standen lediglich die Papiere von Infineon, Hochtief und Rheinmetall im Plus. Das Schlusslicht bildeten die Aktien von Mercedes Benz, Deutscher Telekom und Volkswagen.
Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Oktober kostete 80 Euro und damit fünf Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund 13 bis 15 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Der Ölpreis sank hingegen leicht: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 104,60 US-Dollar, das waren 19 Cent oder 0,2 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1465 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8722 Euro zu haben.
Der Goldpreis konnte profitieren, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.355 US-Dollar gezahlt (+0,4 Prozent). Das entspricht einem Preis von 122,11 Euro pro Gramm.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Andreas Lipkow
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
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Wann ist das Ereignis passiert?
Zeitraum/Datum des beschriebenen Ereignisses: Freitagnachmittag gegen 17 Uhr (deutscher Zeit); außerdem wird explizit „Zum Wochenausklang“ und der Xetra-Handelsschluss genannt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Frankfurt/Main, Frankfurt am Main (Frankfurter Börse, Xetra-Handelsschluss)
Worum geht es in einem Satz?
Zum Wochenausklang ist der Dax nach schwachem Start deutlich gefallen (−1,6%) und wurde dabei vor allem von Autobauern sowie SAP und Deutsche Telekom belastet, während stärker als erwartete Erzeugerpreise Inflationsangst schürten; zeitgleich stiegen die Gaspreise leicht, der Ölpreis sank moderat, und Gold konnte um 0,4% zulegen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- schwacher Start und kontinuierlicher Ausbau der Verluste am deutschen Aktienmarkt kurz vor dem Wochenende
- stärker als erwarteter Preisauftrieb bei den deutschen Erzeugerpreisen
- Gaspreis stieg: MWh Gas für Oktober kostete 80 Euro (+5 Prozent gegenüber dem Vortag)
- anhaltende Inflationsangst als dominierender Faktor für das Handelsgeschehen
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Notenbanken und Inflationsangst als maßgebliche Faktoren für das Handelsgeschehen
Anleger haben laut Kommentar die Kaufbereitschaft verloren vor dem Wochenende
Schwacher Start, danach Ausbau der Verluste im Dax
Deutliches Nachgeben bei Autobauern sowie Indexschwergewichten SAP und Deutsche Telekom
Erzeugerpreise lieferten wenig Argumente für Aktienkäufe aufgrund stärker als erwarteter Inflation
Sinkende Ölpreise wirken laut Analysten verzögert, daher keine unmittelliche Entlastung
Gaspreis stieg, Ölpreis sank leicht
Goldpreis stieg trotz Aktienrückgang
Mercedes, Deutsche Telekom und Volkswagen gehörten zu den größten Verlierern, Infineon, Hochtief und Rheinmetall zu den wenigen Gewinnern
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Der Dax verzeichnete ein deutliches Minus von 1,6 Prozent zum Xetra-Handelsschluss
- Der Börsenhandel wurde durch Inflationsangst weiter belastet
- Steigende Erzeugerpreise lieferten weniger Argumente für Aktienkäufe
- Steigende Gaspreise erhöhten die Kostenperspektive und verstärkten Belastungen für die Wirtschaft
- Gold konnte trotz rückläufiger Aktienmärkte zulegen
- Die Schwäche bei Indexschwergewichten und Automobilwerten zog den Leitindex zusätzlich nach unten
- Weitere Zurückhaltung der Anleger aufgrund der verzögerten Entlastung durch sinkende Ölpreise
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja – Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, wird im Artikel mit mehreren Zitaten zitiert.
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