Wirtschaft: Dax unter Druck in Frankfurt
Frankfurt/Main () – Am Mittwoch hat der Dax deutlich nachgegeben. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 25.576 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 1,7 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss.
„Die Eskalation im Nahen Osten sorgt für einen Sprung des Ölpreises über 100 Dollar und so für steigende Nervosität auf dem Börsenparkett“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets. „Insbesondere bei den Aktien aus zyklischen Branchen haben die Anleger heute auf den Verkaufsknopf und damit den Dax tief in die Verlustzone gedrückt. Die Marke von 26.000 Punkten scheint weiter entfernt denn je. Jetzt geht es erst einmal darum, Stabilität zurückzugewinnen. Der Preis der Nordseesorte Brent steigt unaufhörlich weiter und zeigt keinerlei Anzeichen für Schwäche.“
In diesem Umfeld bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, am Donnerstag deutliche und warnende Worte zur zukünftigen Zinspolitik finde, die weiteren Verkaufsdruck erzeugten. „Derzeit preist der Markt zwei Leitzinserhöhungen in diesem Jahr ein. Sollte die EZB jedoch weitreichendere Inflationsrisiken erkennen und diese im Vorfeld bekämpfen wollen, kann sich der Aufwärtstrend in den Leitzinsen über den Jahreswechsel ausdehnen. Der gegenüber dem US-Dollar steigende Euro sendet bereits einige Signale in diese Richtung.“
„Außerdem schiebt sich so langsam ein weiteres Megaevent in die Wahrnehmung der Börsianer. Am großen Verfallstermin an den Terminbörsen am Freitag kommender Woche wird allein in den USA mit einem Volumen im Optionsbereich von rund sechs Billionen US-Dollar gerechnet. Das entspricht in etwa 35 Prozent aller ausstehenden Optionsgeschäfte und setzt die Rekordserie aus dem Juni fort. Historisch betrachtet liegt das durchschnittliche Nominalvolumen im September im Bereich zwischen vier und fünf Billionen US-Dollar.“
„Die Investoren bleiben auch deshalb an den Seitenlinien und überlassen den Verkäufern das Feld. Die erneute Eskalation im Nahen Osten und die damit verbundenen Unsicherheiten rund um die Straße von Hormus ergeben derzeit kein angenehmes Investitionsumfeld. Daher verwundert es nicht weiter, dass auch der Dax den Rückwärtsgang eingelegt hat und trotz der positiveren Konjunkturperspektiven für Deutschland keine Fans findet“, sagte Lipkow.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1625 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8602 Euro zu haben.
Der Goldpreis konnte deutlich profitieren, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.404 US-Dollar gezahlt (+1,1 Prozent). Das entspricht einem Preis von 121,81 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 101,40 US-Dollar, das waren 3,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Andreas Lipkow, Christine Lagarde
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Frankfurter Börse, dts Nachrichtenagentur, Naher Osten, CMC Markets, Europäische Zentralbank, EZB, Christine Lagarde, Dax, Xetra, Nordsee, Brent, Euro, US-Dollar, Terminbörsen, USA, Straße von Hormus, Juni, September
Wann ist das Ereignis passiert?
Das Ereignis (starker Rückgang des DAX) fand am Mittwoch statt; genauer: „Zum Xetra-Handelsschluss“ dieses Mittwochs.
- Datum/Zeitraum: Nicht erwähnt (nur „am Mittwoch“ und „zum Xetra-Handelsschluss“; kein konkretes Kalenderdatum)
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Frankfurt/Main (Frankfurter Börse)
Worum geht es in einem Satz?
Am Mittwoch ist der Dax deutlich um 1,7 % gefallen, getrieben durch die Ölpreis- und Nahost-Eskalationsbedingte Nervosität, während der Markt auf mögliche warnende Zinspolitik der EZB sowie ein großes US-Options-„Megaevent“ und weitere Unsicherheiten wartet.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Eskalation im Nahen Osten, die einen Sprung des Ölpreises über 100 Dollar auslöste
- zunehmende Unsicherheiten rund um die Straße von Hormus
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Es wird beschrieben, dass Investoren nervös sind und zyklische Aktien verkaufen
- Es wird eine erwartete Reaktion der EZB und warnende Worte von Christine Lagarde zur zukünftigen Zinspolitik als möglicher Verstärker des Verkaufsdrucks genannt
- Eine Reaktion von Politik, Öffentlichkeit oder Medien wird nicht beschrieben
Welche Konsequenzen werden genannt?
- deutlicher Rückgang des Dax und Ausweitung der Verluste im Xetra-Handel
- erhöhte Verkaufsbereitschaft insbesondere in zyklischen Branchen
- sinkende Erwartung an Stabilität am Börsenparkett und weiterer Rückgang der Anlegerrisikobereitschaft
- zusätzlicher Verkaufsdruck durch erwartete warnende Aussagen zur zukünftigen Zinspolitik der EZB
- Risikoausblick auf weiter steigende Leitzinsen über den Jahreswechsel
- zunehmende Unsicherheit durch hohe Erwartungen an das Megaevent am großen Verfallstermin an den Terminbörsen
- Zurückhaltung der Investoren und Verbleib an den Seitenlinien
- wachsende Nervosität an den Märkten aufgrund steigender Energiepreis- und Inflationsrisiken
- Schwächung des Euro gegenüber dem US-Dollar
- deutlicher Anstieg des Goldpreises
- stark steigender Ölpreis, was die Marktstimmung zusätzlich belastet
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Es werden Stellungnahmen von Andreas Lipkow (Chef-Marktanalyst CMC Markets) zitiert.
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