Studie: Tatsächliche Rentendauer übertrifft oft Schätzungen

Studie: Tatsächliche Rentendauer übertrifft oft Schätzungen

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Gesellschaft: Lebenserwartung und Rentenpolitik

() – Die bei Renteneintritt ermittelte Lebenserwartung unterschätzt im Durchschnitt die tatsächliche spätere Rentendauer. Das hat eine neue Analyse des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) ergeben.

Die zeigt demnach, dass 65-Jährige in den letzten Jahrzehnten fast durchgehend länger lebten, als die zum Renteneintritt ermittelte Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren auswies. Besonders deutlich war die Lücke bei den Jahrgängen, die zwischen 1980 und 2003 den 65. Geburtstag erreichten. Diese hatten mit einem Plus von 1,5 bis 2 Jahren die höchsten Zugewinne, was vor allem mit medizinischen Fortschritten bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhing.

Die Analyse verdeutlicht, dass die größten Zugewinne an Lebenserwartung im Rentenalter in den höheren Altersgruppen erreicht wurden. Insbesondere im Alter zwischen 75 und 84 Jahren profitierten von medizinischen Fortschritten, die zu einem deutlichen Rückgang der Sterblichkeit in dieser Altersgruppe beitrugen. Michael Mühlichen vom BiB sagte, dass auch künftig Anstiege bei der Lebenserwartung „sehr wahrscheinlich“ seien. Die Wissenschaftler sehen bei der Behandlung von , die vor allem im höheren Alter auftreten, noch erhebliches Potenzial für weitere Fortschritte. Dazu zählen neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch Krebs und Demenzerkrankungen.

Diese Ergebnisse sind auch für die staatliche Rentenpolitik von Bedeutung. Einige Staaten wie Dänemark oder Italien haben das Renteneintrittsalter bereits an die Entwicklung der Lebenserwartung gekoppelt. Für wurde diese Kopplung von der Alterssicherungskommission ebenfalls vorgeschlagen.Sebastian Klüsener vom BiB sagte, dass die Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren tendenziell die durchschnittlich verbleibende Lebensdauer unterschätze, jedoch selten mehr als zehn Prozent. Die Lebenserwartung im Alter 65 sei damit „belastbar genug“, um als Bezugsgröße für eine Kopplung des Renteneintrittsalters dienen zu können.

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Text-/Bildquelle:
Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Michael Mühlichen, Sebastian Klüsener

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB), Alterssicherungskommission, Dänemark, Italien, Deutschland

Wann ist das Ereignis passiert?

Zeitraum/Datum des Ereignisses: Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Wiesbaden

Worum geht es in einem Satz?

Eine neue Analyse des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung zeigt, dass die bei Renteneintritt ermittelte Lebenserwartung im Durchschnitt die tatsächlich verbleibende Rentendauer unterschätzt, besonders für ab 1980 geborene Jahrgänge, und dass die Ergebnisse für die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung relevant sind.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

medizinische Fortschritte bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Rückgang der Sterblichkeit bei Menschen im Alter zwischen 75 und 84 Jahren
Verbesserungen in der Behandlung von Krankheiten, die vor allem im höheren Alter auftreten
Ergebnisse einer neuen Analyse des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) zur Lebenserwartung im Rentenalter

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Keine Reaktionen von Politik, Öffentlichkeit oder Medien beschrieben

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Rentenpolitik und Renteneintrittsregeln müssen die tatsächliche spätere Rentendauer künftig genauer berücksichtigen
  • Eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Entwicklung der Lebenserwartung wird dadurch noch relevanter und besser begründbar
  • Für Deutschland kann eine solche Kopplung, wie von der Alterssicherungskommission vorgeschlagen, stärker an realen Lebensverlaufsdaten ausgerichtet werden
  • In höheren Altersgruppen werden weiterhin deutliche Zugewinne bei der Lebenserwartung erwartet, was die Planungen für die Rentenbezugsdauer beeinflussen kann
  • Medizinische Fortschritte, insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie bei Krebs und Demenzerkrankungen, wirken sich langfristig auf Sterblichkeit und damit auf demografische Kennzahlen aus

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja. Michael Mühlichen vom BiB wird mit einer Stellungnahme zitiert („sehr wahrscheinlich“ seien auch künftig Anstiege bei der Lebenserwartung).

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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