Wirtschaftspolitik in Sachsen um VW Zwickau
Dresden () – Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kritisiert Volkswagen angesichts der Unsicherheit um das Werk Zwickau. „Volkswagen hat sich zu einem schwerfälligen Kombinat entwickelt und muss wieder zu einem international wettbewerbsfähigen Unternehmen werden“, sagte Kretschmer dem „Spiegel“.
Der Regierungschef fordert, bei der Vergabe von Modellen und Aufträgen innerhalb des Konzerns künftig stärker auf die Produktionskosten zu achten. „Künftig muss wirtschaftliche Logik der Maßstab sein“, sagte Kretschmer. Es sei nicht nachvollziehbar, wenn ein Modell in einem anderen deutschen Werk günstiger gefertigt werden könne, die Produktion aber an einem teureren Standort stattfinde. In der Vergangenheit wurde etwa der ID.4 von Zwickau in das teurere Werk im niedersächsischen Emden verlegt.
Für das VW-Werk Zwickau sprach sich Kretschmer gegen eine Umnutzung etwa durch einen Rüstungshersteller aus. „Wir wollen, dass dort weiter Autos gebaut werden“, sagte er.
Volkswagen sei ein Symbol für die wirtschaftliche Lage Deutschlands, sagte Kretschmer. Deutschland befinde sich in einem „Wirtschaftskrieg“ mit den USA und China und werde international wirtschaftlich „nach hinten durchgereicht“. „Trotzdem geht kein Ruck durch das Land“, kritisierte der CDU-Politiker. Es müsse ein „Pakt für Deutschland“ geschlossen werden. Sachsen sei bereit, gemeinsam mit Arbeitgebern und Gewerkschaften ein parteiübergreifendes Bündnis zu schmieden. „Jeder muss etwas beitragen und dafür ein Stück zusätzliche Sicherheit bekommen“, sagte Kretschmer.
In diesem Zusammenhang bekräftigte Kretschmer seine Forderung nach einer Rückkehr zur 40-Stunden-Woche. Er wolle in einer Zeit des Wirtschaftskriegs „den Angriff wagen“, sagte der Regierungschef. In den kommenden Jahren müsse bei gleichen Einkommen mehr gearbeitet werden, verbunden mit der Perspektive, Arbeitsplätze zu erhalten.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Michael Kretschmer
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Michael Kretschmer, CDU, Volkswagen, Spiegel, USA, China, Sachsen, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Deutschland
Wann ist das Ereignis passiert?
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Dresden, Volkswagen-Werk Zwickau, Emden (niedersächsisches Werk)
Worum geht es in einem Satz?
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kritisiert angesichts der Unsicherheit um das VW-Werk Zwickau den Konzern dafür, fordert bei der Vergabe von Modellen stärker wirtschaftliche Produktionskosten als Maßstab zu setzen, spricht sich dagegen aus, Zwickau für andere Branchen (z. B. Rüstung) umzunutzen, und fordert zudem einen „Pakt für Deutschland“ sowie eine Rückkehr zur 40‑Stunden‑Woche.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Unsicherheit um das Werk Zwickau
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Michael Kretschmer kritisiert Volkswagen wegen der Unsicherheit um das Werk Zwickau
- Er fordert, bei Konzernentscheidungen stärker auf Produktionskosten und wirtschaftliche Logik zu achten
- Er kritisiert, dass Modelle trotz günstiger Produktion anderswo teurer in anderen deutschen Werken gefertigt werden
- Er spricht sich gegen eine Umnutzung des Werk Zwickau durch einen Rüstungshersteller aus und fordert weiter Autoproduktion
- Er wirft ein ausbleibendes „Ruck durch das Land“ vor und fordert einen „Pakt für Deutschland“ mit Arbeitgebern und Gewerkschaften
- Er bekräftigt die Forderung nach einer Rückkehr zur 40-Stunden-Woche als Beitrag zur Arbeitsplatzsicherung
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Verstärkte Ausrichtung der Konzernentscheidungen auf Produktionskosten bei der Vergabe von Modellen und Aufträgen
- Vermeidung von Modellverlagerungen hin zu teureren Standorten, wenn eine günstigere Fertigung in anderen Werken möglich wäre
- Sicherung der weiteren Auto-Produktion im VW-Werk Zwickau statt möglicher Umnutzung durch andere Branchen
- Bedarf an einem parteiübergreifenden Pakt für Deutschland zur Stabilisierung von wirtschaftlicher Lage und Sicherheit
- Erwartung eines sozial- und arbeitsmarktpolitischen Bündnisses mit Arbeitgebern und Gewerkschaften
- Rückkehr zur 40-Stunden-Woche als Beitrag zur Erhöhung der Arbeitsleistung in einer Phase wirtschaftlicher Belastung
- Steigerung der Arbeitszeit bei gleichen Einkommen mit der Zielsetzung, Arbeitsplätze zu erhalten
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja. Es wird eine Stellungnahme von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zitiert („sagte Kretschmer dem 'Spiegel'“).
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