Streit um Zitatfreigabe – "Westfalenpost" widerspricht Merz

Hintergrundgespräche: Streit in Berlin

Berlin/Hagen () – Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in der „Sommerpressekonferenz“ sorgen erneut für Kritik von Journalisten der „Westfalenpost“ aus Hagen in NRW. Ursprung des Streits: Ein Pressetermin am Montag im Sauerland.

Journalisten waren während eines Gesprächs am Hennesee bei Meschede, bei dem es um Merz` Bilanz als Wahlkreisabgeordneter ging, aufgefordert worden, wörtliche Zitate des Kanzlers vor der Veröffentlichung dem Bundespresseamt vorzulegen. Das hatte diese Zeitung noch am selben Tag in einer Online-Veröffentlichung als „unüblich“ kritisiert.

Eine Journalistin des Deutschlandfunks machte diesen Vorgang dann am Mittwoch zum Thema in der Bundespressekonferenz in Berlin.

Und der Bundeskanzler wusste offenbar sofort Bescheid, um was es geht. Es habe sich am Hennesee um ein „Pressehintergrundgespräch“ gehandelt, bei dem „üblicherweise“ Zitate freigegeben würden, sagte Merz der Hauptstadtpresse.

„Dieser Darstellung widerspricht die Westfalenpost“, schreibt diese nun am Mittwochabend online.

Merz habe als Wahlkreisabgeordneter die regionalen Medien zu einem „Sommerpressegespräch“ eingeladen, das nicht als „Hintergrundgespräch“ ausgewiesen worden sei. Und Merz` Sprecher im Wahlkreis habe den anwesenden Journalisten zu Beginn des Termins gesagt, das Gespräch sei „unter 1“.

Das bedeutet in der journalistischen Praxis, dass eine Aussage oder Information uneingeschränkt veröffentlicht und zitiert werden darf.

Außerdem habe das Bundespresseamt die Aufgabe, die Kommunikation des Bundeskanzlers und der Bundesregierung zu steuern, nicht aber die des Wahlkreisabgeordneten Friedrich Merz, schreibt die „Westfalenpost“ weiter. Die Zeitung deutet an, dass mit dem Vorgehen womöglich die Veröffentlichung von unbedachten Äußerungen verhindert werden sollte.

So habe der Kanzler im vergangenen April bei einem Termin in einer Marsberger Schule gesagt, dass US-Präsident Donald Trump kein Konzept im Iran-Krieg habe und die Iraner das amerikanische Volk demütigen würden – was umgehend für Ärger mit dem Weißen Haus sorgte.

Außerdem habe Merz im Zuge des Pressetermins im Sauerland Radio- und TV-Kollegen vor dem Mikrofon und der Kamera mit O-Tönen Rede und Antwort gestanden. „Auch aus diesem Grund erscheint die Aufforderung, Zitate vorzulegen, widersinnig“, sagte „Westfalenpost“-Chefredakteur Jost Lübben.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Sommerpresskonferenz am 15.07.2026

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Streit um Zitatfreigabe – "Westfalenpost" widerspricht Merz

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Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Friedrich Merz, Jost Lübben, Donald Trump

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), CDU, Westfalenpost, Journalisten der Westfalenpost, Deutschlandfunk, Bundespresseamt, Bundespressekonferenz, Bundesregierung, Bundespresseamts, Hauptstadtpresse, Weißen Haus, US-Präsident Donald Trump, Westfalenpost-Chefredakteur Jost Lübben, Sprecher im Wahlkreis

Wann ist das Ereignis passiert?

Das Ereignis fand am Montag statt (Pressetermin am Hennesee bei Meschede / im Sauerland). Das weitere Geschehen (Kritik und Berichterstattung) wird mit „am selben Tag“ sowie „am Mittwoch“ eingeordnet (u. a. Bundespressekonferenz in Berlin).

Konkretes Datum im Text:Montag (ohne exaktes Tagesdatum) und Mittwoch (ohne exaktes Tagesdatum).

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Berlin, Hagen, Sauerland, Hennesee bei Meschede, Marsberg, (Bundespresseamt/ Hauptstadtpresse in) Berlin

Worum geht es in einem Satz?

Der Streit dreht sich darum, dass Bundeskanzler Friedrich Merz laut „Westfalenpost“ bei einem Gespräch am Hennesee fälschlich als „Pressehintergrundgespräch“ dargestellt worden sei, obwohl Medien dort wörtliche Zitate vor der Veröffentlichung hätten freigeben sollen, was erneut Kritik an seinem Umgang mit Presseregeln auslöst.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Pressetermin am Montag im Sauerland
  • Gespräch am Hennesee bei Meschede über Merz` Bilanz als Wahlkreisabgeordneter
  • Journalisten wurden aufgefordert, wörtliche Zitate von Merz vor Veröffentlichung dem Bundespresseamt vorzulegen
  • Westfalenpost kritisierte den Vorgang noch am selben Tag als unüblich
  • Deutschlandfunk machte den Vorgang am Mittwoch in der Bundespressekonferenz zum Thema
  • Merz stellte das Gespräch als Pressehintergrundgespräch dar, bei dem üblicherweise Zitate freigegeben werden
  • Westfalenpost widerspricht und ordnet den Termin als Sommerpressegespräch ein, nicht als Hintergrundgespräch
  • Merz` Sprecher sagte zu Beginn des Termins, das Gespräch sei „unter 1“
  • Pressetermin mit O-Tönen vor Radio- und TV-Kollegen vor Mikrofon und Kamera

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • Journalisten der „Westfalenpost“ aus Hagen NRW äußern erneut Kritik an den Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz in der „Sommerpressekonferenz“
  • Die Westfalenpost widerspricht der Darstellung Merz’ zum Hennesee-Gespräch und kritisiert das Vorgehen als womöglich auf Verhinderung der Veröffentlichung unbedachter Äußerungen ausgerichtet
  • Merz’ Aussage, es habe sich um ein „Pressehintergrundgespräch“ gehandelt, wird von der Westfalenpost als unzutreffend dargestellt
  • Journalistin des Deutschlandfunks greift den Vorgang in der Bundespressekonferenz in Berlin am Mittwoch auf und macht ihn zum Thema

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Erneute Kritik an den Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz durch Journalisten
  • Streit über die Zulässigkeit von wörtlichen Zitaten und deren Freigabeverfahren
  • Widerspruch zur Darstellung des Gesprächsformats durch die Westfalenpost
  • Kritik an der Zuständigkeit des Bundespresseamts für die Kommunikation eines Wahlkreisabgeordneten
  • Zweifel, ob das Vorgehen dazu dienen sollte, eine Veröffentlichung unbedachter Äußerungen zu verhindern
  • Verweis auf mögliche Folgen früherer unbedachter Aussagen für das politische Umfeld und die öffentliche Kommunikation
  • Verstärkte Irritation durch widersprüchliche Einordnung eines Termins im Vergleich zu journalistischer Praxis

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja. Es werden Aussagen von Bundeskanzler Friedrich Merz sowie von „Westfalenpost“-Chefredakteur Jost Lübben zitiert.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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