Wirtschaftliche Herausforderungen in der EU
Brüssel () – Die Zinskosten werden für die EU-Staaten zu einer immer größeren Bürde. Das berichtet der „Spiegel“.
Italiens Staatsverschuldung beträgt mittlerweile 137 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Die staatlichen Zinszahlungen machten im vergangenen Jahr 3,9 Prozent des italienischen Bruttoinlandsprodukts aus, wie Berechnungen des FDP-Europaabgeordneten Moritz Körner auf Basis von Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat zeigen.
In Griechenland und Ungarn lag die staatliche Zinslast demnach bei über drei Prozent der Wirtschaftsleistung. Deutschland schnitt mit 1,1 Prozent vergleichsweise solide ab. Wegen der neuen Milliardenschulden für Verteidigung und Infrastruktur ist aber auch hierzulande damit zu rechnen, dass die Zinsausgaben steigen.
Das würde umso mehr gelten, falls die Europäische Zentralbank (EZB) angesichts des Energiepreisschocks die Leitzinsen anheben sollte. Dann würden zusätzliche Kredite noch teurer. Bereits jetzt wächst an den Märkten die Sorge vor Inflation, Investoren verkaufen zunehmend Staatsanleihen. Das drückt deren Kurse, treibt aber die Rendite hoch. Selbst die Rendite deutscher zehnjähriger Bundesanleihen liegt mit fast drei Prozent pro Jahr so hoch wie seit 2010 nicht mehr.
Körners Rechnung zeigt, dass ein Großteil der Neuverschuldung der EU-Länder mittlerweile für Zinskosten draufgeht. Der italienische Staat zahlte im vergangenen Jahr sogar mehr Zinsen, als er neue Schulden aufnahm. So führt schon der Zinsaufwand zu neuen Schulden, es bleibt wenig Raum für Investitionen in Infrastruktur, Bildung oder Innovationen. Dabei gelten sie als eine Grundlage für künftiges Wachstum und steigende Steuereinnahmen. Hinzu kommt: Viele jetzt auslaufende Anleihen wurden in der Niedrigzinsära begeben. Sie müssen jetzt durch neue Anleihen ersetzt werden – zu deutlich höheren Zinsen.
Der FDP-Abgeordnete fürchtet, dass die EZB angesichts des Teufelskreises unter Druck geraten könnte, mehr Rücksicht auf überschuldete Staaten zu nehmen. Sollte sie sich deshalb mit Zinserhöhungen zurückhalten, drohe die Inflation, private Ersparnisse zu entwerten, so Körner. Er forderte, dass die Regierungen sparen und priorisieren sollten.
„Wenn die EU-Staaten ihre Haushalte weiterhin nicht reformieren, wird ein ökonomisches Untergangsszenario aus Stagflation, Investitionsschwäche und geldpolitischer Ohnmacht nicht mehr verhindert werden können“, warnte der Liberale. Auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde weist seit Langem darauf hin, dass es die Aufgabe der Politik und nicht der EZB sei, die Haushalte in Ordnung zu bringen.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Moritz Körner, Christine Lagarde
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
EU, FDP, Eurostat, EZB, Christine Lagarde
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Brüssel, Italien, Griechenland, Ungarn, Deutschland
Worum geht es in einem Satz?
Die steigenden Zinskosten belasten die EU-Staaten zunehmend, insbesondere Italien, wo die Zinszahlungen ein erhebliches Wirtschaftsniveau erreichen, während die Europäische Zentralbank unter Druck geraten könnte, Zinserhöhungen zu vermeiden, was die Inflation anheizen und den wirtschaftlichen Spielraum weiter einschränken würde.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Hohe Staatsverschuldung in Italien (137 Prozent BIP)
- Wachsende Zinskosten für EU-Staaten (3,9 Prozent BIP in Italien)
- Zinslast über drei Prozent in Griechenland und Ungarn
- Sorgen um Inflation und steigende Renditen von Staatsanleihen
- Anstieg von Zinsausgaben in mehreren EU-Staaten
- Notwendigkeit, auslaufende Anleihen zu ersetzen zu höheren Zinsen
- Druck auf die EZB, Zinserhöhungen zu überdenken
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
Nein.
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Zunehmende Zinskosten belasten EU-Staaten
- Hohe Staatsverschuldung in Italien (137 % der Wirtschaftsleistung)
- Hohe Zinslast in Griechenland und Ungarn (> 3 % der Wirtschaftsleistung)
- Steigende Zinsausgaben in Deutschland zu erwarten
- Inflationserwartungen an den Märkten
- Verkauf von Staatsanleihen durch Investoren
- Anstieg der Renditen von Staatsanleihen
- Zinsaufwand führt zu neuen Schulden
- Eingeschränkter Raum für Investitionen in Infrastruktur, Bildung oder Innovationen
- Notwendigkeit, auslaufende Anleihen durch teurere neue Anleihen zu ersetzen
- Gefahr, dass EZB überschuldete Staaten politisch bevorzugt
- Möglichkeit der Inflation und Entwertung privater Ersparnisse
- Dringlichkeit von Haushaltsreformen zur Vermeidung eines ökonomischen Untergangsszenarios
- Warnung vor Stagflation, Investitionsschwäche und geldpolitischer Ohnmacht
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme des FDP-Europaabgeordneten Moritz Körner zitiert, der warnt, dass ohne Haushaltsreformen ein ökonomisches Untergangsszenario aus Stagflation und Investitionsschwäche drohe.
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