Iran-Krieg verschärft Auslandsschuldenkrise im Globalen Süden

Iran-Krieg verschärft Auslandsschuldenkrise im Globalen Süden

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Schuldenkrisen im Globalen Süden: Herausforderungen

Berlin () – In Ländern, die bereits durch Zahlungen an ausländische Gläubiger stark belastet sind, wächst in der aktuellen Weltlage die Gefahr von Schuldenkrisen.

44 Staaten im Globalen Süden leiden unter einer sehr hohen Auslandsschuldenlast, so das Ergebnis der Schuldenreports 2026, der am Dienstag vom Entschuldungsbündnis Erlassjahr und Misereor veröffentlicht wurde. Weitere 25 Staaten sind hoch belastet. In 15 Ländern besteht ein latentes Belastungsrisiko.

„Länder mit einer sehr hohen Auslandsschuldenlast müssen mehr als 15 Prozent ihrer Staatseinnahmen für Zins- und Tilgungszahlungen an ausländische Gläubiger aufbringen. In Angola sind es sogar 60 Prozent, im Senegal 39 Prozent“, erklärte Malina Stutz, Politische Referentin beim Entschuldungsbündnis. „Damit fließt ein untragbar hoher Teil der öffentlichen Einnahmen in diesen Ländern nicht in elementare Staatsaufgaben wie Bildung, Gesundheit oder Infrastruktur, sondern an ausländische Gläubiger.“ Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Quote für den Auslandsschuldendienst lediglich bei rund zwei Prozent.

„Zu der hohen Auslandsverschuldung vieler Länder kommen nun noch die verheerenden Folgen des Kriegs am Golf hinzu“, warnt Benjamin Rosenthal, Experte für Entwicklungsfinanzierung bei Misereor. „Hohe Energie- und Lebensmittelpreise belasten zusätzlich die Staatshaushalte und werden zu einem Abzug von Kapital und höheren Kreditkosten in vielen verschuldeten Ländern führen. Das macht etwa den Erhalt von Schulen und Krankenhäusern und die soziale Grundsicherung noch teurer.“

Der Libanon zum Beispiel leiste gemessen an den Staatseinnahmen den höchsten Schuldendienst weltweit und befinde sich im Zahlungsausfall. „Die Menschen dort kämpfen bereits seit Jahren mit den Auswirkungen einer schweren Finanzkrise, die ihnen ihre Ersparnisse genommen hat“, beschreibt Rosenthal die Situation. „Durch den Krieg in der Region stehen sie nun buchstäblich vor dem Nichts.“

Wie die Analyse zeigt, ist eine Entspannung der Situation aktuell nicht zu erwarten. „Die öffentliche Vergabe von Zuschüssen und Krediten an Länder des Globalen Südens ist zuletzt deutlich eingebrochen, auch infolge gekürzter Mittel in der Entwicklungszusammenarbeit“, sagte Stutz. Private Gläubiger hätten hingegen bereits vor der Krise am Golf Kredite nur noch zu sehr hohen Zinssätzen vergeben – insbesondere an bereits hoch verschuldete Staaten.

„Dies birgt die Gefahr, dass Schuldenkrisen verschleppt, statt gelöst werden und die Länder tiefer in Abhängigkeiten geraten“, so Stutz weiter. Gleichzeitig biete die gläubigerzentrierte, internationale Schuldenarchitektur keine effektiven Lösungen, um Auslandsschuldenkrisen nachhaltig zu überwinden. Länder wie Ghana, Sambia, Sri Lanka und Suriname, die in den vergangenen Jahren Umschuldungen im Rahmen dieser gläubigerdominierten Strukturen durchgeführt hätten, wiesen weiterhin eine der höchsten Belastungen weltweit auf.

„Reformen, die diese problematischen Strukturen aufbrechen, werden von Ländern des Globalen Nordens bisher blockiert. Darunter sind Deutschland und die EU“, kritisiert Rosenthal. Eine radikale Neugestaltung der internationalen Schulden- und Finanzarchitektur sei jedoch dringend erforderlich. Dafür brauche es verbindliche Mechanismen zur Schuldenstreichung sowie deutlich ausgeweitete und verbindliche öffentliche Entwicklungsinvestitionen. Außerdem eine grundlegende Neuausrichtung des primär auf private Finanzierungsquellen ausgerichteten Entwicklungsmodells.

„Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass dringend benötigte, umfassende Reformen der internationalen Finanz- und Schuldenarchitektur endlich umgesetzt werden und betroffene Länder stärker mitbestimmen können“, erklärte Rosenthal. „Faire und verlässliche Schuldenerleichterungen sind kein Akt der Gnade. Sie müssen zum integralen Bestandteil der internationalen wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit werden. Eine Zusammenarbeit, die Würde, Teilhabe und Entwicklung für alle Menschen ermöglicht.“

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Malina Stutz, Benjamin Rosenthal

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Erlassjahr, Misereor, Deutschland, EU, Ghana, Sambia, Sri Lanka, Suriname

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die beschriebenen Ereignisse finden in folgenden Orten statt oder beziehen sich auf folgende Länder:

Berlin, Angola, Senegal, Libanon, Ghana, Sambia, Sri Lanka, Suriname.

Worum geht es in einem Satz?

In vielen Ländern des Globalen Südens, die bereits unter hoher Auslandsschuldenlast leiden, drohen angesichts steigender Energie- und Lebensmittelpreise sowie internationaler Finanzierungsprobleme schwerwiegende Schuldenkrisen, was grundlegende Reformen der internationalen Schuldenarchitektur und faire Schuldenerleichterungen erfordert.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Hohe Auslandsschuldenlast in 44 Staaten des Globalen Südens
  • Belastung durch Zins- und Tilgungszahlungen an ausländische Gläubiger
  • Hohe Anteile der Staatseinnahmen fließen in Auslandsschuldendienst
  • Folgen des Kriegs am Golf erhöhen Energie- und Lebensmittelpreise
  • Rückgang öffentlicher Zuschüsse und Kredite für Entwicklungszusammenarbeit
  • Hohe Zinsen von privaten Gläubigern für bereits verschuldete Staaten
  • Fehlende Reformen der internationalen Schuldenarchitektur
  • Blockierungen durch Länder des Globalen Nordens, wie Deutschland und die EU

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

  • 44 Staaten im Globalen Süden haben hohe Auslandsschuldenlast
  • 25 Staaten sind hoch belastet, 15 Länder mit latentem Risiko
  • Länder müssen bis zu 60% ihrer Einnahmen für Auslandsschulden aufbringen
  • Hohe Energie- und Lebensmittelpreise belasten Staatshaushalte
  • Libanon hat höchsten Schuldendienst weltweit, befindet sich im Zahlungsausfall
  • Finanzierung für Entwicklungshilfe deutlich gesunken
  • Private Gläubiger vergeben Kredite nur zu hohen Zinssätzen
  • Internationale Schuldenarchitektur bietet keine effektiven Lösungen
  • Reformen von Nordländern blockiert, darunter Deutschland und EU
  • Notwendigkeit für umfassende Reformen und faire Schuldenerleichterungen

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Gefahr von Schuldenkrisen in stark belasteten Ländern
  • Hoher Anteil der Staatseinnahmen für Zins- und Tilgungszahlungen
  • Reduzierte Mittel für elementare Staatsaufgaben wie Bildung, Gesundheit und Infrastruktur
  • Höhere Energie- und Lebensmittelpreise belasten Staatshaushalte
  • Abzug von Kapital und höhere Kreditkosten
  • Erhalt von Schulen und Krankenhäusern wird teurer
  • Zahlungsausfall in Ländern wie Libanon
  • Menschen kämpfen mit Auswirkungen schwerer Finanzkrisen
  • Entspannung der Schuldenlage nicht zu erwarten
  • Rückgang öffentlicher Zuschüsse und Kredite
  • Gefahr der Verschleppung von Schuldenkrisen
  • Hohe Abhängigkeiten durch gläubigerzentrierte Strukturen
  • Blockierte Reformen durch Länder des Globalen Nordens
  • Dringender Bedarf an radikalen Änderungen der Finanzarchitektur
  • Notwendigkeit verbindlicher Mechanismen zur Schuldenstreichung
  • Forderung nach fairen und verlässlichen Schuldenerleichterungen

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert: "Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, dass dringend benötigte, umfassende Reformen der internationalen Finanz- und Schuldenarchitektur endlich umgesetzt werden und betroffene Länder stärker mitbestimmen können."

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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