Benefizkonzert für Gaza: Absage und Herausforderungen
Köln () – Die Veranstalter eines Benefizkonzerts für die Menschen in Gaza und im Westjordanland nach dem Vorbild des Benefizkonzerts „together 4 Palestine“, das im September 2025 in der Wembley Arena in London stattgefunden hat, suchen einen neuen Veranstaltungsort. Die Lanxess-Arena in Köln habe ihre Zusage für den Termin am 29. März 2026 zurückgezogen, berichtet die „taz“ (Dienstagausgabe).
„Wir können nur darüber spekulieren, was die Gründe für die Absage sind und ob da jemand interventiert hat“, sagte die Musikerin Maidline Aurie der Tageszeitung. Sie gehört zu dem vierköpfigen Team, das monatelang daran gearbeitet hat, das Benefizkonzert zu realisieren. Für das deutsche Pendant hatten sich nach Angaben der Veranstalter bereits Künstler wie Peter Fox, Nico Santos, die Band Bonaparte und das Frauentrio Monrose sowie Unterstützer wie Jan Delay, Emilia Roig und Kübra Gümüsay gefunden.
Ein Pressesprecher der Lanxess-Arena erklärte auf Anfrage der „taz“, das Event sei „zu keinem Zeitpunkt bestätigt“ gewesen. Aus Nachrichten der Hallen-Betreiber an die Künstler geht laut „taz“ aber hervor, dass ein mögliches Sicherheitsrisiko und Angst vor „begleitenden Demonstrationen“ als Gründe angeführt wurden, warum das Konzert für den eigentlich anvisierten 29. März abgesagt wurde. Auf die Frage, ob es möglich wäre, das Konzert zu einem anderen Zeitpunkt am gleichen Ort nachzuholen, antwortete das Unternehmen nicht. Man „bitte um Verständnis, dass wir nicht mehr zu internen Booking-Anfragen kommunizieren können“, schrieb ein Pressesprecher.
Auch die Suche nach einer Ersatzlocation gestalte sich schwer, sagte Aurie. „Selbst die Orte, an die wir ausweichen wollten, haben dann plötzlich abgesagt.“ Aufgeben wollen die Künstler ihr Projekt aber nicht. „Wir sind weiterhin fest entschlossen, dass diese Solidaritätsveranstaltung stattfindet“, sagte der Rapper Chima. „Wir wissen, dass dieses Line-Up normalerweise reicht, um eine große Halle oder Arena zu bekommen. Da würde normalerweise sofort jeder sagen, das machen wir.“
Der Musiker glaubt, dass das Thema in Deutschland auf Vorbehalte stoße. „Viele Künstler in Deutschland halten sich bei dem Thema zurück, aus Angst vor Antisemitismus-Vorwürfen“. Deshalb sei es schon nicht einfach gewesen, so viele Künstler zusammen zu bringen. „Niemand hat offen gesagt: ich traue mich nicht oder ich unterstütze das nicht“, so Chima. „Es hieß nur oft: Wir würden ja gerne, aber wir sind gerade auf Tour. Oder: Ich mache gerade Pause. Oder Urlaub. Es gab jede Menge Begründungen dafür, warum man gerade keine Zeit hat.“
Die „taz“ hat diverse Musiker angefragt, ob sie sich vorstellen könnten, bei so einem Benefizkonzert mitzumachen, darunter Herbert Grönemeyer, die Toten Hosen, Nina Hagen, Sebastian Krumbiegel von den Prinzen, die Antilopen Gang, Tocotronic und die Sterne. Bis Redaktionsschluss am Montag, dem 27. April 2026, hat keiner auf die Anfrage geantwortet.
Pierre Bagoirry alias Peter Fox sagte, er sei „kein Palästina-Aktivist, sondern ein politisch interessierter Bürger“, der von den Veranstaltern angesprochen worden sei. „Seit das Thema mitsamt den aufwühlenden Bildern aus dem Gazastreifen aus den Medien verschwunden ist, hat sich die Situation der Menschen vor Ort ja nicht wirklich verbessert.“ Darum wollte er mit Teilen seiner Band Seeed beim Benefizkonzert in Köln auftreten. „Kinder können immer noch nicht zur Schule gehen, eine funktionierende Infrastruktur gibt es in Gaza quasi nicht“, so der Künstler. „Inzwischen wird auch im Westjordanland die israelische Siedlungspolitik weiter aggressiv vorangetrieben, so dass schon ziemlich offensichtlich ist, dass die Palästinenser durch Israel mit allen Mitteln komplett verdrängt und vertrieben werden sollen“.
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Peter Fox (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Die vollständigen Namen der Personen aus dem Artikel sind:
Maidline Aurie, Peter Fox, Nico Santos, Bonaparte, Monrose, Jan Delay, Emilia Roig, Kübra Gümüşay, Chima, Herbert Grönemeyer, Nina Hagen, Sebastian Krumbiegel, Pierre Bagoirry.
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
Hier sind die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen:
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Wann ist das Ereignis passiert?
Das beschriebene Ereignis fand am 29. März 2026 statt.
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Köln, Wembley Arena in London
Worum geht es in einem Satz?
Die Veranstalter eines geplanten Benefizkonzerts für Gaza und das Westjordanland suchen nach einem neuen Ort, nachdem die Lanxess-Arena in Köln ihre Zusage zurückgezogen hat, was auf mögliche Sicherheitsbedenken zurückgeführt wird, während die Künstler trotz Schwierigkeiten entschlossen bleiben, die Veranstaltung durchzuführen.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Absage der Lanxess-Arena für das Benefizkonzert
- Eventuell ein Sicherheitsrisiko als Grund für die Absage
- Angst vor begleitenden Demonstrationen
- Keine Bestätigung des Events durch die Arena
- Vorbehalte in Deutschland zum Thema Palästina
- Schwierigkeiten, Künstler für das Konzert zu gewinnen
- Einige Künstler geben unterschiedliche Gründe für ihre Absage an
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- Lanxess-Arena hat Zusage für Benefizkonzert zurückgezogen
- Musiker Maidline Aurie spekuliert über mögliche Interventionen
- Sicherheitsrisiko und Angst vor Demonstrationen als Gründe für Absage genannt
- Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Ersatzlocation
- Künstler zeigen Entschlossenheit für das Projekt
- Vorbehalte in Deutschland gegenüber dem Thema
- Viele Künstler halten sich zurück aus Angst vor Antisemitismus-Vorwürfen
- Peter Fox äußert sich als politisch interessierter Bürger über die Situation in Gaza und dem Westjordanland
- Keine Antwort von angefragten Musikern für das Benefizkonzert bis Redaktionsschluss
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Rückzug der Zusage für den Veranstaltungsort
- Schwierige Suche nach Ersatzlocation
- Eventuell Sicherheitsrisiko und Angst vor Demonstrationen
- Vorbehalte gegenüber dem Thema in Deutschland
- Geringe Bereitschaft von Künstlern, teilzunehmen
- Mangelnde Rückmeldungen von angefragten Musikern
- Aufrechterhaltung des Entschlusses, das Konzert stattfinden zu lassen
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Pierre Bagoirry alias Peter Fox zitiert, der erklärt, warum er für das Benefizkonzert in Köln auftreten wollte: "Seit das Thema mitsamt den aufwühlenden Bildern aus dem Gazastreifen aus den Medien verschwunden ist, hat sich die Situation der Menschen vor Ort ja nicht wirklich verbessert."
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