Cum-Ex-Expertin Brorhilker: Illegale Geschäfte "laufen bis heute"

Finanzkriminalität in Deutschland: Herausforderungen und Reformbedarf

() – Trotz milliardenschwerer Steuerskandale wie Cum-Ex oder Cum-Cum kommen Kriminelle aus der Finanzbranche in noch immer häufig ungeschoren davon. Das liege am „fatalen Ungleichgewicht der Kräfte“, sagte Ex-Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker dem Tagesspiegel. Mit anderen Methoden würden diese illegalen Geschäfte „bis heute laufen“.

Brorhilker war die Top-Staatsanwältin im Cum-Ex-Skandal, bei dem sich Banker, Anwälte und weitere Finanzmarktakteure mit illegalen Aktiendeals auf Staatskosten bereichert hatten. Sie hatten sich mehrfach Kapitalertragsteuern erstatten lassen, obwohl sie die Steuern zuvor gar nicht gezahlt hatten. Der Schaden beläuft sich auf geschätzt zwölf Milliarden . Brorhilker kehrte der Staatsanwaltschaft im Streit den Rücken und ist seit 2024 Vorständin der Finanz-NGO „Finanzwende“.

Nach Meinung der Juristin leidet die Verwaltung nach wie vor unter strukturellen Schwächen, die Kriminellen in die Hände spielen. „Auf der einen Seite ist eine schlecht aufgestellte Verwaltung, die unter zahlreichen strukturellen Problemen leidet und sich gerade die dicken Fische selbst nicht zutraut. Auf der anderen Seite steht eine sehr ressourcenstarke Finanzbranche, die nicht nur in den konkreten Verfahren viel Gegenwind entfachen kann, sondern auch im politischen Bereich in der Lage ist, ihre Interessen ziemlich ungebremst durchzusetzen.“

Im Lobbyregister des Bundestags seien über 500 Lobbyisten für und Versicherungen eingetragen, der Finanzausschuss des Bundestags hat 42 Mitglieder: „Auf jedes Mitglied kommen also mehr als zehn Lobbyisten aus der Finanzbranche“, kritisierte die Juristin.

Brorhilker fordert eine Reform der Verwaltung, um Steuerbetrug in großem Stil zu verfolgen. „Ich bin für eine spezialisierte zentrale Stelle auf Bundesebene, in der Wissen gebündelt und Prüfungen zentralisiert werden“, sagte sie dem Tagesspiegel. Diese „kleine, schlagkräftige, interdisziplinäre“ Gruppe solle die Anträge auf eine Erstattung von Kapitalertragsteuern prüfen sowie Fälle von Steuerhinterziehung und Geldwäsche aufklären.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Euroscheine (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?

Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?

Finanzwende, Tagesspiegel, Bundestag, Finanzausschuss

Wann ist das Ereignis passiert?

Nicht erwähnt

Wo spielt die Handlung des Artikels?

Die genannten Orte sind: Berlin, Deutschland.

Worum geht es in einem Satz?

Trotz schwerwiegender Steuerskandale wie Cum-Ex und Cum-Cum bleibt die Verfolgung von Finanzkriminalität in Deutschland ineffizient, da eine schwache Verwaltung und starke Lobbyinteressen der Finanzbranche ein „fatalen Ungleichgewicht der Kräfte“ schaffen, so die Expertin Anne Brorhilker, die eine Reform und die Schaffung einer spezialisierten zentralen Stelle zur Bekämpfung von Steuerbetrug fordert.

Was war der Auslöser für den Vorfall?

  • Milliardensteuerskandale (Cum-Ex, Cum-Cum)
  • Illegale Aktiendeals
  • Erstattung von Kapitalertragsteuern ohne vorherige Zahlung
  • Geschätzter Schaden von zwölf Milliarden Euro
  • Strukturelle Schwächen der Verwaltung
  • Ungleichgewicht zwischen Verwaltung und Finanzbranche
  • Hohe Anzahl von Lobbyisten für Banken und Versicherungen
  • Forderung nach Reform der Verwaltung zur Verfolgung von Steuerbetrug

Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?

verneinen

Welche Konsequenzen werden genannt?

  • Kriminelle aus der Finanzbranche bleiben oft ungestraft
  • Illegale Geschäfte laufen weiterhin
  • Verwaltung leidet unter strukturellen Schwächen
  • Mangelndes Vertrauen in die Verwaltung durch die großen Fälle
  • Ungleichgewicht der Ressourcen zwischen Verwaltung und Finanzbranche
  • Hohe Anzahl an Lobbyisten im Verhältnis zu Mitgliedern des Finanzausschusses
  • Forderung nach Reformen zur Bekämpfung von Steuerbetrug
  • Vorschlag zur Schaffung einer spezialisierten zentralen Stelle für Steuerprüfungen und Aufklärung von Geldwäsche

Gibt es bereits eine Stellungnahme?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. Ex-Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker äußert sich zur Problematik der Finanzkriminalität und fordert eine Reform der Verwaltung zur besseren Verfolgung von Steuerbetrug.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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