Wirtschaftliche Herausforderungen in der Chemiebranche
Ludwigshafen am Rhein () – BASF-Chef Markus Kamieth fordert als Präsident des europäischen Chemieverband Cefic schnelle Entlastungen für die Industrie. Vor allem der europäische Emissionshandel müsse dringend reformiert, sagte er der FAZ vor dem informellen Gipfel der europäischen Regierungschefs am Donnerstag.
Kamieth geht davon aus, dass die Kosten für die Zertifikate allein bei BASF in der nächsten Dekade auf bis zu einer Milliarde Euro im Jahr steigen, wenn sich nichts ändert. „Das sind Zusatzkosten, die ich nicht habe, wenn ich außerhalb von Europa produziere.“ Den geplanten Grenzausgleich der EU hält Kamieth für wirkungslos und zu kompliziert, er treibe die „grüne“ Produktion aus Europa hinaus. Das Emissionshandelssystem müsse dringend reformiert werden, weil: „Der Rest der Welt hat nicht mitgemacht“.
Die Krise in der chemischen Industrie hat sich nach Kamieths Worten in den vergangen drei Jahren noch verschärft, fast zehn Prozent der Produktionskapazitäten in Europa seien stillgelegt worden und die Schließungen gingen weiter. Die Industrie selbst müsse deshalb ihre Anlagen anpassen „und nicht wettbewerbsfähige Strukturen bereinigen“.
Mit Blick auf die von der EU neu eingesetzte Chemieallianz, die in den nächsten Monaten festlegen soll, welche Anlagen in Europa systemkritisch sind und deshalb im Zweifel staatlich geschützt werde könnten, warnt er vor Protektionismus. Es gebe Wertschöpfungsketten, die existenziell für industrielle Ökosystem in Europa seien, zugleich „besteht die Gefahr, dass so ein Prozess schnell weitere Begehrlichkeiten nach staatlichem Schutz weckt und viele Standorte und Produkte am Ende als systemkritische eingestuft werden.“
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| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | BASF (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie heißen die Personen in diesem Beitrag?
Markus Kamieth
Welche Organisationen oder Institutionen werden genannt?
BASF, Cefic, FAZ, EU
Wann ist das Ereignis passiert?
Nicht erwähnt
Wo spielt die Handlung des Artikels?
Die beschriebenen Ereignisse finden in Ludwigshafen am Rhein statt. Zudem wird auf einen informellen Gipfel der europäischen Regierungschefs verwiesen, der an einem nicht näher genannten Ort in Europa abgehalten wird.
Worum geht es in einem Satz?
BASF-Chef Markus Kamieth fordert dringend Reformen im europäischen Emissionshandel, um die Industrie vor steigenden Kosten zu schützen und warnt vor den negativen Folgen von Protektionismus für die chemische Industrie in Europa.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
- Hohe Kosten für Zertifikate im Emissionshandel
- Erhöhung der Produktionskosten in Europa
- Wettbewerbsnachteile gegenüber Nicht-EU-Produzenten
- Unwirksamkeit und Komplexität des geplanten Grenzausgleichs
- Abwanderung „grüner“ Produktion aus Europa
- Verschärfung der Krise in der chemischen Industrie
- Stilllegung von Produktionskapazitäten in Europa
- Anpassungsbedarf der Industrie an unprofitables Anlagenmanagement
- Wachsende Sorge vor Protektionismus durch Chemieallianz
- Existenzielle Wertschöpfungsketten für industrielle Ökosysteme in Europa
Wie hat die Öffentlichkeit oder Politik reagiert?
- BASF-Chef Markus Kamieth fordert schnelle Entlastungen für die Industrie
- Emissionshandel soll reformiert werden
- Kosten für Zertifikate könnten auf bis zu eine Milliarde Euro jährlich steigen
- Geplanter Grenzausgleich der EU wird als wirkungslos und kompliziert angesehen
- Rund zehn Prozent der Produktionskapazitäten in Europa sind stillgelegt
- Cerrtifikation kann protektionistische Tendenzen hervorrufen
- Warnung vor weiteren Begehrlichkeiten nach staatlichem Schutz in der Industrie
Welche Konsequenzen werden genannt?
- Forderung nach schnellen Entlastungen für die Industrie
- Anstieg der Kosten für Emissionszertifikate auf bis zu einer Milliarde Euro pro Jahr
- Gefahr der Verlagerung der Produktion außerhalb Europas
- Unwirksamkeit und Komplexität des geplanten Grenzausgleichs der EU
- Verschärfung der Krise in der chemischen Industrie
- Stilllegung von fast zehn Prozent der Produktionskapazitäten in Europa
- Anpassung der Anlagen erforderlich
- Risiko von Protektionismus durch staatlichen Schutz
- Möglichkeit der Einstufung vieler Standorte und Produkte als systemkritisch
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme einer Person zitiert, nämlich die von BASF-Chef Markus Kamieth, der schnelle Entlastungen für die Industrie fordert und die Reform des europäischen Emissionshandels als dringend notwendig erachtet.
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