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Verteidigungspolitik: Debatte über Minenverbot in Deutschland
Berlin () – Der CDU-Verteidigungspolitiker Bastian Ernst und der Militärhistoriker Sönke Neitzel haben sich angesichts der russischen Bedrohung dafür ausgesprochen, die deutsche Beteiligung am internationalen Verbot von Landminen zu überprüfen.
„Diese Debatte ist politisch sicher unbequem, Wahlen gewinnt man damit nicht, Nobelpreise schon gar nicht“, sagte Ernst der „Welt“ (Dienstagsausgabe). „Aber unsere Aufgabe ist, Deutschland und unsere Verbündeten abschreckungsfähig zu machen. Viele unserer Partner im Baltikum und in Skandinavien sind überzeugt, dass Minen und Sperrsysteme ein zentraler Baustein dieser Abschreckung sind.“ Neben der Ukraine haben Finnland, Polen und die drei baltischen Staaten ihren Ausstieg aus der Ottawa-Konvention eingeleitet, einem Rüstungskontrollabkommen, das Einsatz, Lagerung, Produktion und Export von Antipersonenminen verbietet.
„Natürlich hat ein Vertragsbruch Kosten: Reputationsverlust, Kritik der internationalen Öffentlichkeit“, sagte Neitzel. Deutschland könne deshalb sagen: „Wir halten Buchstabe für Buchstabe an der Konvention fest, liefern keine Minen, schützen unsere Truppen nicht mit solchen Sperren – und riskieren, im Zweifel den Krieg zu verlieren. Dann hätten wir moralisch sauber verloren. Aber ist das unser Ziel?“
Am Ende gehe es darum, die Nato-Gebiete zu schützen, so Neitzel: „Die deutsche Debatte blendet diese militärische Pragmatik oft aus.“ Der Historiker warnte davor, die Fehler der Drohnen-Debatte zu wiederholen. „Die Bewaffnung von fünf Heron-Drohnen wurde ein Jahrzehnt lang moralisch überhöht diskutiert, während andere Staaten längst Loitering Munition und moderne Drohnensysteme entwickelt haben. Heute merken wir, wie weit wir zurückliegen – weil wir Diskussionen geführt haben, die mit der militärischen Realität wenig zu tun hatten“, sagte Neitzel.
Ernst plädierte dafür, industrielle Kapazitäten zur Minenproduktion in Deutschland aufzubauen. „Die baltischen und skandinavischen Staaten können das nur begrenzt; auch eine zu große Abhängigkeit von den USA wäre problematisch“, so der CDU-Politiker. „Wir werden diese Systeme wahrscheinlich nicht zuerst in Deutschland einsetzen. Aber wir müssen sie unseren Partnern bereitstellen können – und die eigenen Streitkräfte so integrieren, dass wir in einem Land wie Litauen nicht plötzlich vor Ort improvisieren müssen.“
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CDU-Verteidigungspolitiker Bastian Ernst und Militärhistoriker Sönke Neitzel fordern eine Überprüfung Deutschlands Beteiligung am internationalen Verbot von Landminen, um die militärische Abschreckung gegen Russland zu stärken und die Verteidigungsfähigkeit der NATO-Partner zu sichern.
Was war der Auslöser für den Vorfall?
Zunehmende russische Bedrohung
Diskussion um militärische Abschreckung
Ausstieg mehrerer Staaten aus der Ottawa-Konvention
Notwendigkeit der Anpassung militärischer Strategien
Zweifel an der Wirksamkeit bestehender Rüstungskontrollabkommen
Bedarf an industriellen Kapazitäten zur Minenproduktion
Erfahrungen aus der Drohnen-Debatte und deren Auswirkungen auf militärische Realität
Bastian Ernst und Sönke Neitzel fordern Überprüfung des deutschen Engagements im internationalen Verbot von Landminen.
Ernst betont politische Unannehmlichkeiten und die Notwendigkeit, Deutschland abschreckungsfähig zu machen.
Viele Partner im Baltikum und Skandinavien sehen Minen und Sperrsysteme als wichtigen Bestandteil der Abschreckung.
Finnland, Polen und baltische Staaten haben Ausstieg aus der Ottawa-Konvention eingeleitet.
Neitzel warnt vor Reputationsverlust und internationaler Kritik bei Vertragsbruch.
Deutschland müsse militärische Pragmatik in der Debatte berücksichtigen, um Kriegsverluste zu vermeiden.
Warnung vor Wiederholung der moralischen Debatte über Drohnen ohne militärische Realität zu berücksichtigen.
Ernst plädiert für Aufbau industrieller Kapazitäten zur Minenproduktion in Deutschland.
Welche Konsequenzen werden genannt?
Überprüfung der deutschen Beteiligung am Verbot von Landminen
Politische Unbequemlichkeit der Debatte
Verlust an Reputationen
Kritik der internationalen Öffentlichkeit
Risiko, im Konflikt militärisch zu verlieren
Notwendigkeit, die Nato-Gebiete zu schützen
Gefahr der wiederholten Fehler in der militärischen Debatte
Aufbau industrieller Kapazitäten zur Minenproduktion in Deutschland
Einschränkung der Abhängigkeit von den USA
Bereitstellung von Minensystemen für Partnerstaaten
Integration der eigenen Streitkräfte in internationale Einsätze
Gibt es bereits eine Stellungnahme?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme zitiert. Bastian Ernst äußert sich zur Notwendigkeit, die deutsche Beteiligung am internationalen Verbot von Landminen zu überprüfen, und betont die militärische Bedeutung von Minen für die Abschreckung im Baltikum und Skandinavien.